Gedanken-Wolke mit Martin Gommel

Heute möchte ich euch ein Interview vorstellen, was ich mit Martin Gommel (Kwerfeldein.de – Gründer und Blogger) über Skype geführt habe. Martin ist der erfolgreichste Foto-Blogger Deutschlands. Wir sprachen über Musik, Kreativ-Probleme & über Inspiration.

Hey Martin, vorstellen brauch man dich ja nun nicht wirklich, du bist laut Statistik der meistegelesene Fotoblogger Deutschlands. Was berührt dich z.Z. bzw. was gibt dir derzeit den größten Inspirativen Schub?
Martin Gommel: Hm, gute Frage. Aktuell inspiriert es mich, über meine eigene Art zu fotografieren nachzudenken und das niederzuschreiben. Diese Woche habe ich die Serie “Wie ich Menschen fotografiere” gestartet und versuche die Sachen so auf den Punkt zu bringen, dass Aussenstehende etwas davon mitnehmen können. Keine einfach Sache – und trotzdem lohnt es sich.

Ja diese Serie hat mir im ersten Artikel schon sehr gefallen, gerade die Leute so zu fotografieren wie sie sind ist genau meine eigene Ausrichtung. Sag mir was ist dein derzeitiges Lieblingsmotiv? Ich beschränk mich derzeit sehr auf Portraitfotografie um in einem Teilgebiet der Fotografie “voran” zu kommen. Begrenzt du dich selbst?
Martin Gommel: Aktuell sind es definitiv Menschen. Ich habe mich über längere Zeit intensiv mit der Landschaftsfotografie beschäftigt und habe seit ein paar Monaten den Fokus voll auf “Leute” gesetzt. Sie sind also – um Deine Frage richtig zu beantworten – mein Lieblingsmotiv.

Was beziehst du in deine Fotografie mit ein? Ausschließlich digitale Fotografie? Ich mach an mir selbst die Beobachtung das ich mich derzeit immer mehr für die analoge Welt beschäftige, kauf mir Polaroids und überlege mir ein S/W Farblabor zu zulegen. Sozusagen den Ursprung der Fotografie wiederzuentdecken. Spielst du mit Kameratypen, switchst du zwischen Analog und Digital und wie stehst du zu Polaroids? Effekthascherei?
Martin Gommel: Keins von alledem. Ich konzentriere mich mit der Kamera auf den Moment und vesuche, das Beste herauszuholen bzw. das, was ich sehe einzufangen. Und ja, ausschließlich digital.

Stell dir vor es gibt nur noch ein Objektiv auf dieser Welt und du müsstest entscheiden welches, was wäre es für eins?
Martin Gommel: Die 50mm Festbrennweite.

Wie wichtig ist dir die Musik im Leben?
Martin Gommel: Musik war schon immer ein sehr wichtiger Teil in meinem Leben. Ich habe als Kind begonnen, Klavier zu spielen, mit 13 ne Band gegründet und mache bis heute selbst Musik. Ich habe 2 Jahre in der Metalcoreband “Opposition Of One” den Bass bedient, was auch eine gute Erfahrung für mich war. Musik ist für mich etwas, was der Fotografie manchmal ähnlich ist – da sie auch das Herz anspricht.

Kombinierst du deine Leidenschaft der Musik mit deiner Fotografie? Setzt du z.B. Musik bei diversen Shootings ein?
Martin Gommel: Nein, eher anders herum. Wenn ich eine z.B. eine Hochzeit fotografiere, dann ist die Musik oftmals schon da – je nach dem, was dann da rüber kommt, kann mich das schonmal inspirieren, aber auch nicht immmer (dafür habe ich einen zu konkreten Musikgeschmack).

Was hat dir in deiner fotografischen Laufbahn  am meisten Spaß bereitet und was war dein Tiefpunkt?
Martin Gommel: Es gibt so viele Sachen, die mir Spaß gemacht haben und ich bin heute einfach super froh, so leben zu können und versuche, jeden Tag so genießen, wie er kommt. Eine Sache, die mich aber sicherlich besonders geprägt hat, war die Entdeckung, dass ich Menschen gerne fotografiere und nicht für alle Ewigkeiten an die Landschaftsfotografie gebunden bin. Den Tiefpunkt hatte ich kurz davor, als ich dachte, es geht gar nichts mehr.

Wie hat sich dieser Tiefpunkt bemerkbar gemacht? Hattest du das Gefühl dich ständig zu wiederholen oder wie kann man sich das vorstellen?
Martin Gommel: Der Antrieb, noch mehr Landschaftsfotos zu machen war komplett weg. Da ging nix mehr. Mir haben meine eigenen Fotos nicht mehr gefallen und ich habe verkrampft versucht, mich dagegen zu wehren und es wegzuschieben.

Manchmal muss man eben ausbrechen, sich komplett frei machen, den Kopf freibekommen, dadurch bekommt man neue Motivation. Wie findest du so eine Kategorisierung im Allgemeinen? Hey ich der Portraitfotograf oder ich der Architekturfotograf.. Ist sowas nicht zu speziell? Zu klein dieses Feld?
Martin Gommel: Ich glaube, das muss jeder für sich entscheiden. Ich selbst bin vorsichtig geworden, mich da festzulegen, obwohl ich kein Problem habe, mich als jemanden zu bezeichnen, der Hochzeiten fotografiert, denn das tue ich ja. Spannend wird es, wenn wir in 20 Jahren nochmal draufschauen und sehen, wo ich dann gelandet bin.

Du hast 3 Wünsche frei, was wünschst du dir?
Martin Gommel: Hm – ehrlich gesagt bin ich mit dem glücklich, was ich habe. Wirklich.

Das hört man gern. Wie bist du auf die Idee von Kwerfeldein gekommen? 1. Wieso dieser Name und 2. Verrat uns dein Erfolgsgeheimnis!
Martin Gommel: 1. Kwerfeldein war schon immer ein Wort, das ich gemocht habe. In meiner Kindheit bin ich gerne querfeldein gelaufen, ich mochte die Abwechslung und das Verlassen er üblichen Wege. 2. Hm, ich glaube ich habe keins. Zumindest fällt mir nichts ein, was ich Dir darauf sagen könnte, was tatsächlich einen Sinn ergibt. Kwerfeldein lebt von so vielen Kleinen und Großen Momenten, Einstellungen und letztendlich auch von den Lesern.

Ich glaube Kwerfeldein lebt von deiner Person, die mehr als symphatisch und vorallem authentisch rüberkommt. Bedeutet dir der Erfolg was? Man merkt bei dir immer du teilst sehr gerne. Daher vielleicht auch der Erfolg. Kwerfeldein, bist du auch ein Querdenker? Merkst du im Vergleich zu anderen Personen, anders an eine Sache heran zu gehen als die “breite” masse?
Martin Gommel: Ich glaube, dass es völlig normal ist, dass ich anders an die Sache herangehe – aber das ist nichts besonderes. Ich bin einfach anders, als andere. Ich glaube nicht, dass ich in irgendeiner Art und Weise besser bin als andere Blogger, Fotografen oder Freunde. Aber ich versuche auch, mich nicht mit anderen Kollegen zu vergleichen – zumindest nicht im Kontext des Besser-oder-Schlechteren.

Du bist vor ein paar Tagen 29 Jahre alt geworden (Glückwunsch nochmals von meiner Seite) gibt es ein großes Ziel was du fotografisch erreichen möchtest?
Martin Gommel: Sicher. Nächstes Jahr wird es einen Relaunch des Kwerfeldein.de Blogs geben, da ein neues Design dringend notwendig ist. Aktuell bin ich damit beschäftigt, ein paar gute Linsen zu ergattern, was sehr viel Zeit und Überlegungen kostet.

Wer macht das Webdesigns deines Blogs? Du selbst? Kannst du schon Details verraten? Was wird es für Veränderungen geben? Und, wie wird es aussehen?
Martin Gommel: Das Design wird wieder Daniel Ehniss machen. Mehr verrate ich aber nicht, dann wäre ja die Spannung weg. Ausserdem steht bisher nur grob unser Konzept – wie das dann im Einzelnen aussehen wird ist noch nicht fest.

Mit welcher berühmten Persönlichkeit (egal wer) würdest du einmal Zusammenarbeiten / Abhängen?
Martin Gommel: Puh, gute Frage. Ehrlich gesagt hab ich darüber noch nie nachgedacht, weil ich so schon so viele coole Menschen um mich herum habe. Aber wenn Du’s drauf anlegst: Ich würd gern Johnny Häusler von Spreeblick mal persönlich kennenlernen. Toller Mensch.

Kannst du unseren Lesern nicht ein paar Blog-Link-Tipps geben, die der allgemeinen Inspiration dienen müssen ja nicht alle sein?
Martin Gommel: Klar doch. Stylespion, Tautoko.info und das Blog von meinem guten Freund Daniel Ehniss.

Sag mal wie gefällt dir eigentlich unser Blog? Was würdest du evtl. verbessern?
Martin Gommel: Also Euer Blog ist meiner Meinung nach echt gut gestaltet – finde ich ansprechend. Aber die zweite Frage kann ich Dir gar nicht beantworten. Ich denke, ihr gebt Euer Bestes und das ist, was in erster Linie zählt.

Sag mir noch kurz guckst du Fußball? In ein paar Minuten ist die WM Auslosung, auf was für Gegner hoffst du? Falls nein, hast du unseren Lesern noch etwas zu sagen?
Martin Gommel: Aktuell schaue ich überhaupt kein Fußball. Wenn die WM dann losgeht, werde ich schon hier und da mal reinspicken, aber mir ist das immer weniger wichtig geworden. Zum Abschluß möchte ich Dir, Martin danke sagen, für das Interview. War angenehm, hier mit Dir zu plaudern und somit Deinen Lesern einwenig von mir mitzugeben. Danke!

Tags: , , ,

Abgelegt unter: Gedanken-Wolke (Interviews)

Gedanken-Wolke mit Malte Pietschmann

1. Stell Dich doch bitte kurz vor.

Hey, mein Name ist Malte Pietschmann (Portfolio · Flickr · Twitter), ich bin 23 Jahre, studiere Medienmanagement in Leeuwarden, Holland und habe vor gut einem Jahr angefangen mich mit Fotografie zu beschäftigen.

2. Was begeistert Dich zur Zeit?
Vor ein paar Wochen habe ich “Das Ende ist mein Anfang” von Tiziano  Terzani gelesen. Terzanis Lebensweg und seine Erfahrungen in Asien haben mich sehr beeindruckt. Ein wirklich tolles Buch!

3. Warst du dieses Jahr schon im Urlaub und wenn ja wo? Was sind deine  Traumreiseziele?
Vor 2 Jahren habe ich während einer dreimonatigen Indienreise meine Liebe für Asien entdeckt. Während der Semesterferien im Sommer war ich nun für 6 Wochen in Thailand, Laos und Kambodscha. Gerade Nord- Laos hat mich unglaublich fasziniert. Ich mag die Abgeschiedenheit, die Ruhe und vor allem die Tatsache,  dass sich (noch) kaum Touristen dorthin verirren. Prinzipiell würde ich gerne so ziemlich alle Länder erkunden; aber Asien ist und bleibt vorerst mein Traumziel. Mit der Zeit wird einem die Hitze, der Gestank und der Dreck richtig sympathisch und ich mag das Gefühl mich eher auf einer Reise, als im Urlaub zu befinden. Von daher würde ich gerne dort weitermachen und beim nächsten Trip in Bangkok starten und über Myanmar, Laos und China dann nach Nord-Indien.

4. Wie sieht dein Arbeitsplatz aus?

5. Wir haben eine Kategorie mit dem Namen „Inspiration finden” auf Farbwolke, aus was ziehst du deine Inspiration?
Ich glaube nach nur einem Jahr in der Fotografie schon von Inspirationsquellen zu sprechen wäre etwas hochgegriffen. Prinzipiell denke ich, dass mich so ziemlich alles beeinflusst, was mich umgibt, was ich sehe und höre. Man sieht hier ein interessantes Foto auf Flickr, liest dort einen Blog-Beitrag oder es fällt einem auf   der Straße ein Werbeplakat auf; ich glaube so richtig trennen kann man das gar nicht.

6. Siehst du deinen Beruf / Ausbildung / Studium, eher als Mittel zum Zweck  oder ist er deine Leidenschaft?
Mein Studium macht mir viel Spaß und steht nach wie vor an erster Stelle; auch wenn die Fotografie mir mittlerweile sehr wichtig geworden ist. Ich bin vielseitig interessiert und jetzt schon eine Aussage darüber zu treffen wie es mit der Fotografie und mir weitergeht finde ich gefährlich. Die Fotografie gibt mir sehr viel und ist auch auf jeden Fall eine große Leidenschaft. Von daher wäre es toll irgendwann einmal damit meine Brötchen verdienen zu können. Da ich jedoch verhältnismäßig spät angefangen habe, halte ich das für eher unwahrscheinlich.

7. Was für eine Kamera benutzt du? Und was war deine 1. Kamera?
Momentan fotografiere ich mit einer Nikon D90 und dem Nikkor 50mm f1.4D, bzw. dem Nikkor 18-200mm f3.5-5.6 VR. Die ersten Erfahrungen habe ich allerdings mit der Canon EOS 400D meiner Freundin gemacht.

8. Zeitmaschnine. Was denkst du wie sich die digitale Fotografie noch entwickelt? Wohin geht der weg?
Das ist schwer zu sagen; es gibt momentan so viele verschiedene, spannende Bewegungen. Ich denke, dass die Grenzen zwischen Fotografie, Illustration, 3D und Grafikdesign noch stärker verschwimmen werden, als es heute schon der Fall ist und die Fotografie im Begriff ist sich im Zusammenspiel mit anderen Genres neu zu definieren.

9. Welches Land reizt dich gerade aus der Sicht eines Fotografen? Welche Länder hast du schon bereist?
Eigentlich alle Länder und Kulturen die dem, was wir hier leben komplett entgegengesetzt sind. Fotografisch und persönlich würde mich der Mittlere Osten wohl am meisten reizen. Ich finde es sehr spannend, was dort zur Zeit passiert und interessiere mich für die Menschen dort und ihre ganz eigenen Geschichten. Gerade die Bilder auf The Big Picture beeindrucken mich jedes mal wieder auf’s Neue. Wenn die Sicherheitslage es zulassen würde, würde ich dort gerne einmal für längere Zeit leben und einige Fotoprojekte dort umsetzen.

10. Wie gefällt dir unsere Seite Farbwolke.de und was würdest du verbessern?
Die Farbwolke gefällt mir sehr gut. Ich mag Blogs, die nicht nur ein Themengebiet abdecken, sondern ein breiteres Spektrum bieten. Was man verbessern könnte? Ich bin ein großer Fan von Interviews von Leuten, denen man online in all den Blogs, Foren und Communities regelmäßig über den Weg läuft. Von daher: noch mehr Interviews bitte!

11. Hast du ein Lieblingsfoto? Falls ja, was für eine Geschichte steht dahinter?
IMG_9738a
Das Foto ist in Thalavadi, einem Zusammenschluss aus ca. 70 Dörfern in den in indischen Ghats in einer Schule entstanden. Wirklicher Fortschritt findet in Indien meist in den urbaneren Regionen statt; die Bergdörfer in den Ghats bleiben davon größtenteils unberührt. So haben die Kinder dort kaum Perspektiven, bzw. die Möglichkeit sich beruflich frei zu entfalten. Die Mädchen werden Lehrerinnen und Mutter, die Jungs arbeiten auf den Feldern ihrer Väter mit. Die Schule kann ihnen eine Alternative bieten. Mich hat es sehr beeindruckt mit welcher Freude die Kinder dort lernen. Obwohl ich damals eher unkontrolliert vor mich hingeknipst als wirklich fotografiert habe, ist dieses Foto eines meiner Lieblingsbilder, weil es die Lernbereitschaft und die Atmosphäre gut vermittelt.

12.Kannst du uns Einblicke in deine aktuellen Arbeiten geben?
_DSC1344a

_DSC4144_2_a

_DSC0981a

13. Mit welcher bekannten Persönlichkeit würdest du gerne einmal  Zusammenarbeiten und an welchen Projekt würdest du dann mit dieser Person arbeiten wollen?
Wenn ich träumen dürfte, dann wären das auf jeden Fall Alex Box, Eugenio Recuenco und Joey Lawrence. Ihnen zu assistieren und über die Schulter gucken zu dürfen würde mir da erstmal voll und ganz genügen.

14. Welche Fotografen empfindest du als sehr sehenswert?
Ba g r a d Ba d a l i a n , Denise Boomkens, Denise Boomkens und Jonas Feige.

15. Welche 3 Seiten besuchst Du regelmäßig?
supertopic.de, calikartel.com und ftape.com.

Vielen Dank für dieses Interessante Interview, ich hoffe du wirst deinen Weg gehen und beglückst uns weiter mit so eindrucksvollen Fotos.

Tags: , , , , ,

Abgelegt unter: Gedanken-Wolke (Interviews)

Gedanken-Wolke mit Anna Sylvia

Anna hab ich dieses Jahr kennengelernt, sie studiert an der HS Anhalt in Dessau & beweist durch ihre Webseite einiges an künstlerischen Talent. Da lies die Frage nach einem Interview nicht lange auf sich warten.

ich

1. Stell Dich doch bitte kurz vor.

Hallo. Mein Name ist Anna Sylvia und ich bin 22 Jahre jung und 1,58m klein. Ich studiere zur Zeit  Design an der HS Anhalt in Dessau, mein Herz jedoch bleibt immer in Leipzig – meiner Heimat.

2. Was begeistert Dich zur Zeit?

Erst am Dienstag war ich – ich gehe gern und oft – im Kino und habe Quentin Tarantinos Meisterwerk “Inglourious Basterds” geschaut. Dieser Film hat mich sehr beeindruckt. Allgemein – Was mich begeistert, das wechselt sehr oft. Man ist schließlich jeden Tag so vielen Eindrücken ausgeliefert, was ich aber auch unglaublich toll und inspirierend finde.

3. Warst du dieses Jahr schon im Urlaub und wenn ja wo? Was sind deine Traumreiseziele?

Gute Frage. Noch eine Woche dann fahr ich in den Urlaub. Es geht “nur” an die Ostsee, aber ich finde,  es kommt drauf an, mit wem man in den Urlaub fährt und nicht wohin – man kann immer etwas tolles  erleben. Ich bin schon viel rumgereist – ich liebe es, mir die Welt anzuschauen. Wo ich allerdings bisher noch nicht war, aber gerne mal hin würde, wären Städte wie Tallinn, wo es den ganzen Winter nicht hell wird – oder Moskau.

4. Was machst Du um Deine Brötchen zu verdienen?

Im Moment ist es schwer einen Nebenjob zu finden, da ich ungefähr 3-4 Tage die Woche in Dessau bin, die anderen in Leipzig. Ansonsten aber fertige ich kleine “Basteleien” an für Verwandte und Bekannte und deren Verwandte und Bekannte: Gegen Brötchen :D

5. Wir haben eine Kategorie mit dem Namen „Inspiration finden” auf der Farbwolke, aus was ziehst du deine Inspiration?

Ich habe neben meinem Schreibtisch eine bunte Kiste stehen. Da liegen Fotos, Flyer, einfach alle möglichen bunten Schnipsel drin. Manchmal wühle ich darin rum, wenn mein Kopf völlig leer ist. Ein Glas Sekt mit Freunden hat auch noch nie geschadet. Oft kommen mir aber auch einfach die Ideen, wenn ich unter der Dusche stehe und gar nicht mehr dran denke oder abends wenn ich ins Bett gehe und einschlafen will. Dann brauch ich neben meinem Bett Zettel und Stift. Denn manchmal schwirren mir dann so viele tolle Einfälle im Kopf rum, dass ich erst einschlafen kann, wenn ich sie alle niedergeschrieben habe.

6. Siehst du deinen Beruf / Ausbildung, eher als Mittel zum Zweck oder ist er deine Leidenschaft?

Auf jeden Fall ist es eine Leidenschaft und es macht mir großen Spaß an so freien und kreativen Projekten zu arbeiten. Mittel zum Zweck natürlich auch – wer kann schon ganz ohne Geld leben?!

7. Wie sieht ein typischer Tag in Deinem Leben aus?

Puh, einen typischen Tag finde ich gibt es bei mir eigentlich nicht. Den gibt es wohl bei kaum jemandem. Ja, aber wenn ich Uni habe, dann stehe ich irgendwann um Mittag rum auf. Geh dann in die Uni und bin kreativ. Dann geht es sehr oft noch bis um eins um zwei in der Nacht – manchmal auch länger – am Laptop weiter. Meist sitze ich dabei mit meinen WG-lern und Freunden am Küchentisch – wohlgemerkt alle mit Laptop wie in einer Telefonzentrale – meist auch mit ein/zwei Gläschen Sekt, um die Kreativität anzuregen. Und dann sind wir weiter kreativ…

8. Zeitmaschine. Wie sieht Dein ideales Ich/Leben in 20 Jahren aus?

Ich lebe mein Leben nach dem Motto: Man weiß sowieso nie genau was kommt… Und das ist auch gut so. Was mir aber sehr wichtig wäre, auch in 20 Jahren noch etwas Kind in mir zu haben, eine Familie zu haben, meine Freunde nicht zu verlieren und vor allem einen Job zu finden, mit dem ich mich identifizieren kann.

arbeit01

9. Welche Projekte betreust du zur Zeit & welches macht dir derzeit am meisten Spass?

In einem Monat werde ich mich mit einer Gruppe aus 8 Studenten zusammensetzen. Wir wollen eine Zeitschrift herausbringen, die Unmengen Portraitfotos enthalten soll, die letztes Semester in einem Wahlpflichtmodul entstanden sind. Ich bin gespannt auf diese Herausforderung.

10.Was war der Tiefpunkt & der Höhepunkt deiner gestalterischen Laufbahn?

Ich glaube, dazu fehlen noch ein paar Jährchen bis ich von “meiner gestalterischen Laufbahn” reden kann.

11.Kannst du uns Einblicke in deine aktuellen Arbeiten geben?

Erst kürzlich entstand ein Buchtrailer zum Kinderbuch “Die Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm”. Der Kurzfilm ist eine Animation aus Illustrationen und Typografie.

Was mir auch immer sehr viel Spaß macht, ist, wenn mir die Kleine meiner Freundin vor die Linse kommt. Da entstehen auch immer tolle „Schnappschüsse“, die einen zum Lachen bringen.

12. Mit welcher bekannten Persönlichkeit würdest du gerne einmal Zusammenarbeiten und an welchen Projekt würdest du dann mit dieser Person arbeiten wollen?

Da fällt mir auf Anhieb keine spezielle Person ein, denn es gibt so viele begnadete, kreative Köpfe.  Aber ich würde unheimlich gerne mal einem berühmten Fotografen über die Schulter gucken dürfen.

13. Hast du ein Lieblingsportfolio und kannst uns erklären warum genau dieses?

Sylvie Blum (http://www.sylvie-blum.com/) ist eine Fotografin und wie ich finde, eine außerordentlich  begabte dazu. Ich schaue mir unheimlich gern ihre Fotos an. Sie hat immer wieder tolle, neue – nicht
so gewöhnliche – Ideen, ihre Models in Szene zu setzen.

14.Welche 3 Seiten besuchst Du regelmäßig?

http://www.wetter.com – denn ich bin sehr gerne unterwegs
http://de.seen.by.spiegel.de – dort entdeckt man immer wieder neue, tolle Arbeiten
http://www.designlines.de – lässt jedes Designerherz höher schlagen

Tags: , , , ,

Abgelegt unter: Gedanken-Wolke (Interviews)

Gedanken-Wolke mit Robert Basic

Diesesmal ein prominenter Blogger, der am Anfang 2009 für viel Wirbel mit seinem Blogverkauf sorgte. Die Fragen bezogen sich auf Kreativität, Fotografie und natürlich Buzzriders. Hoffe euch gefallen die Fragen & Antworten.
robert-basic

1. Eigentlich hast du ja einen relativ hohen Bekanntheitsgrad, trotzdem einige werden dich sicher noch nicht kennen, stell dich doch mal kurz vor.
Menschen, die mich nicht kennen, würden mich als arrogant und chaotisch bezeichnen. Menschen, die mich kennen, würden mich als freundlich und chaotisch bezeichnen. Alter ist zwar Schall und Rauch, da ich im Kopf jung geblieben bin, dennoch verrate ich das auch gerne ohne Zier: 42. Mein Soll zur Arterhaltung habe ich mit 2 Kindern erfüllt. Was vor meiner Internetzeit war, ist wenig interessant: Geboren bin ich in Kroatien, anno 1970 nach Deutschland ausgewandert worden, langweiliges BWL-Studium absolviert, dann bei er Deutschen Bank in der IT sieben Jahre Spaß gehabt, 2002 verselbständigt, seitdem begeisterte ich mich von Jahr zu Jahr immer mehr fürs Netz. Angefangen hast mit dem Bloggen. Das ich als perfektes Medium kennengelernt habe, um sich grenzüberschreitend mit Menschen über Gott und die Welt zu unterhalten, Erfahrungen und Eindrücke auszutauschen, wertvolle Freunde gewinnend. Woran ja auch Deine nächste Frage anschließt.

2. Du hast Anfang 2009 deinen Blog versteigert, hast du die „freie Zeit“ genutzt um Energie zu sammeln?
Oh ja, war schon ziemlich nach den fünf rasanten Blogjahren etwas ausgepumpt und leer. Doch ich kann nicht lange still sitzen, obwohl ich ein super fauler Mensch bin, ein merkwürdiger Kontrast. Kurz nach dem Blogverkauf war ich für eine Woche in Florida, mitten im deutschen Winter. Dort schien die Sonne, die Palmen wiegten sich im Wind, herrlich, fantastisch. Neue Menschen, andere Denken, Entfernung kennengelernt. Das hat mich auf das gebracht, was ich eigentlich schon lange im Sinn habe.

3. Was ist deine Lieblingsfarbe? Hat sich diese im Laufe deines Lebens schon mal verändert?
Mittlerweile schwarz. Vorher war es mal braun, blau, rot. Warum Schwarz? Schwarz hat etwas Unerklärliches, nicht Greifbares an sich. Man erkennt keine Formen, es spiegelt nichts wider. Kann durchaus der zunehmenden Erkenntnis entsprechen, der man sich im Leben ausgesetzt fühlt. Je mehr Du erfährst, umso weniger verstehst Du wirklich. Und man lernt die Komplexität aber auch wundervolle Vielfalt zu schätzen und zu bewundern. Ebenso lernt man Dinge zu respektieren, wie sie eben nicht nach dem eigenen Gusto gewachsen sind.

4. Fotografierst du? Falls ja, kann man einige Bilder sehen?
Die Frage ist mir peinlich. Ich bewundere Menschen mit kreativen Fähigkeiten im Bereich Musik, Kunst, Mode, aber auch Fotografie. Es ist fantastisch, wie diese Menschen aus der Umgebung Dinge sehen und mit ihrem Mindset manifestieren. Ich selbst zeige kein künstlerisches Talent, was mir weh tut, denn es ist etwas der wenigen Dinge, die man nicht wirklich erlernen kann. Leider. Man möge mich eines Besseren belehren. Vielleicht sage ich das koketierend, weiß nicht:)

5. Falls du Fotografierst, mit was?
Mit einer popeligen Handycam, die verwaschende Bilder macht. Witzig, mir fällt da die Story mit Maren Fischinger ein. Normalerweise kann man mit diesen Billigcams keine guten Fotos machen. Allerdings hat mir Maren gezeigt, dass ein simple 2 MB Cam von iPhone reicht, um Kracherfotos zu machen. Es gilt also nicht immer “wenn die Ente nicht schwimmen kann, ist das Wasser schuld”:)

6. Ist das Foto für dich zur Massenware verkommen? Trauerst du der analogen Zeit nach?
Hm.. wie soll ich sagen. Das analoge Fotografieren, angefangen von Vorbereitung, Belichtungsmessung, sorgsamer Auswahl der Perspektive bis bin zur eigenen Entwicklung (wenn möglich), hat etwas Zelebrierendes an sich. In meiner Vorstellung. Moderne Digicams verleiten zu schnellen, gedankenloseren Fotografien. Man zelebriert weniger, trainiert aber auch weniger den gesamten Geist, sich mit Fotografie einzulassen. Ich denke durchaus, dass Menschen das haptische Element in allen Phasen gut tut. Auf der anderen Seite, im Zuge der modernen Kameras, die einem alles abnehmen inkl. der digitalen Fotospeicherung, können wir mehr denn je Bilder auf Fotodatenbanken wie Flickr genießen.

7. Buzzriders soll dein neues „Baby“ werden, wie wichtig ist dir dabei das Design? Auf was legst du besonderen Wert?
Ich lege weniger Wert auf “ist das schön”, sondern vielmehr darauf, ob das Design die Message von Buzzriders transportiert. Den Menschen Wohlfühlsein und Neugier vermittelt. Aber auch die Angst nimmt, sich reinzufuchsen. Das Design sehe ich unterm Strich als fleischgewordenes, sichtbares Form-Gerüst von Buzzriders, nicht als Tapete, die auf einer Wand aufliegt und der darunterliegenden Form folgt. Das Design gibt Buzzriders die Form, die Menschen sehen und fühlen. Und es ist damit imho extrem wichtig, da softwaretechnische Produkte eben nicht anfassbar wie physische Gegenstände sind. Eine wie ich finde extrem geile Herausforderung, Menschen im Bauch anzusprechen.

8. Du hast für dein Projekt „Buzzriders“ ein Logo-Wettbewerb gestartet. Wie wichtig ist dir dabei die Transparenz? Wie bist du auf die Idee gekommen?
Das ist einfach und kompliziert. Ich wollte und will kein Abenteuer alleine für mich starten. Ich habe es stets als großartig empfunden, wenn Menschen etwas gemeinsam schaffen, was ich erhebend finde. Wenn man aber dergestalt arbeiten will, ist Transparenz oberstes Gebot. Wie sonst sollen die Menschen wissen, für was oder wen sie sich einsetzen, ihre Zeit opfern und Begeisterung investieren?

9. Aus was ziehst du deine Inspiration?
Das ist weder linear noch eindimensional. Manchmal ist es ein Traum, dann ein kurzes Erlebnis in der Realität, ein Gespräch, ein Wort, ein Blick, eine Farbe, ein Geruch, ein Gebäude. Unmöglich das festzuhalten. Um das aber zu sammeln und zu verarbeiten, ziehe ich mich idR an einen grünen Ort in der Natur zurück (btw, daher mein Nick RobGreen). Wo ich alleine sein kann.

10. Was bedeutet für dich Kreativität?
Kreativität ist für mich etwas Wundervolles. Es ist schier unglaublich, wie vielfältig die Kreativität von Menschen ist. Manchmal entstehen völlig neue Dinge, die ein Stück weit die Menschheit auch voranbringt. Ohne Kreativität müsste die Gesellschaft zu einer Art starrem Gebilde verkommen.

11. Du hörst gerne Musik, welches Video ist für dich besonders gut gemacht?
Es ist erstaunlich, aber wahr. Die MTV Zeiten sind für mich vorbei, heute schaue ich mir Videos an, um die Musik zu hören, weniger um das visuelle Element zu inhalieren. YouTube-Generation? Wenn ich mir aber schon Videos des Visuellen wegen anschaue, dann gerne Live-Videos von Konzerten!

12. Wenn du auf eine einsame Insel müsstest, was würdest du mitnehmen?
Um ehrlich zu sein: Ein Notebook mit Akku, das per Solarenergie aufgeladen werden kann. Ein Satelliten-Modem. Ein Satelliten-Handy. Und ein Boot, um von der Insel wieder weg zu kommen:)

13. Wenn du einen Star treffen könntest, welcher würde dich besonders Reizen?
Bin nicht sonderlich Star-bezogen, aber mich würde Madonna interessieren. Die höchst wandlungsfähig ist und seit Jahrzehnten die Musikbranche mit bestimmt.

14. In welchen Unternehmen würdest du gerne mal „Mäuschen“ spielen?
Gar nicht so spektakulär und doch faszinierend: Das japanische Hotel Hoshi Ryokan, das 717 gegründet wurde und immer noch existiert! Irre, welch eine Beständigkeit!

15. Empfehl doch unseren Lesern ein paar Blogs die du noch für unbekannt aber gut hältst.
Ich würde empfehlen, die Blogsearch von Google bzw. Technorati anzuwerfen und passende Stichworte einzugeben;) Um aber mindestens eines zu nennen: Das Mainhattan Girl http://www.mainhattan-girl.de

Tags: , , , , ,

Abgelegt unter: Gedanken-Wolke (Interviews)

Gedanken-Wolke mit Rozana

Heute mit der Kroatin Rozana. Ihr solltet euch auch mal ihre Webseite und den Twitter-Account anschauen. Sehr sehenswert.

1. Stell Dich doch bitte kurz vor.
frage_01

Rozana, 29, gebürtige Kroatin, in Stuttgart geboren und dort auch zu Hause.

2. Was begeistert Dich zur Zeit?
Musikalisch höre ich im Moment am liebsten Fever Ray mit “Keep the streets empty for me”, zum Lesen komm’ ich gerade bei “Die Wette” nicht aus dem Lachen heraus: Was erwartet man auch, wenn Steve Hely, Drehbuchautor von “American Dad” und Vali Chandrasekaran, Drehbuchautor von “My name is Earl”, eine Weltreise gegeneinander antreten, nur um eine Flasche Scotch zu gewinnen? Und dann ist das Ganze auch noch wahr.

3. In was für einer Stadt lebst und was macht sie für dich so besonders?
Stuttgart – liebevoll auch das “größte Dorf Deutschlands” genannt (das stimmt auch). Und das macht die Stadt auch so gemütlich, ich muss auf nichts verzichten. Auch die Tatsache, dass ich, obwohl ich dort geboren bin, immer wieder Neues entdecken kann, macht sie so spannend für mich.

4. Was machst Du um Deine Brötchen zu verdienen?
frage_04

Ich arbeite als Art Directrice bei einem Print-Dienstleister nahe Stuttgart.

5. Wir haben eine Kategorie mit dem Namen „Inspiration finden”  auf Farbwolke, aus was ziehst du deine Inspiration?
Schwer zu sagen. Manchmal ist es ein bestimmtes Lied, manchmal ein Bild – oder einfach der Alltag; die letzte Idee entsprang aus einem Tetrapak Apfel-Himbeer-Direktsaft.

6. Siehst du deinen Beruf / Ausbildung, eher als Mittel zum Zweck oder ist er deine Leidenschaft?
Definitiv eine Leidenschaft. Ich wüsste gar nicht, welchen anderen Job ich überhaupt ausüben könnte, um innerlich so zufrieden werden zu können. Schließlich verbringe ich mehr Zeit vom Tag im Büro als anderswo – ich würde durchdrehen, wenn die Arbeit mich nicht erfüllen würde.

7. Wie sieht ein typischer Tag in Deinem Leben aus?

Viel zu spät aufstehen, an meiner Rose im Vorgarten schniefen, ins Büro düsen, Musik anmachen, frühstücken, arbeiten – meistens mit Spaß an der Sache und mit viel Lachen. Abends dann Kino, gemeinsam kochen oder Freunde treffen. Weniger spektakulär. Tage sind manchmal verdammt kurz. Und zwischen den Tagen ist ein Städtetrip immer ganz angenehm.

8. Zeitmaschnine. Wie sieht Dein ideales Ich/Leben in 20  Jahren aus?
Keine Ahnung, wie es in 20 Jahren aussehen soll – ich weiss nur, dass ich in 50 Jahren auf einer Parkbank sitzen und mit einem stolzen Lächeln auf mein Leben zurückblicken möchte.

9. Was unternimmst du um Kritik für deine Fotos zu  bekommen?

Ich zeige sie Leuten auf flickr und auf meinem Blog. Ich freue mich über Kritik, bin aber keine Person, die versucht, es anderen Recht zu machen. Ich versuche mich immer zu bessern, das auf jeden Fall, aber mir sind die Meinungen von Menschen, die ich kenne, wichtiger als von “wildfremden”.
Deswegen halte ich mich da lieber etwas zurück und bin nicht zwingend erpicht darauf, sie auf sämtlichen Foto-Portalen zu präsentieren.

10.Was war der Tiefpunkt & der Höhepunkt deiner
gestalterischen Laufbahn?

Tiefpunkt: Ich war enttäuscht, dass ich nicht an der FH angenommen wurde. Das hat mir schwer zu schaffen gemacht.
Höhepunkt: Die Feststellung, dass ich auch ohne FH an den Punkt gelangen konnte, an dem ich heute bin. – Die Erkenntnis, dass nicht die Schulbildung das A und O ist, sondern die Fähigkeit, was man mit Augen und Herz sieht, anderen sichtbar machen zu können. Klingt schmalzig, ist aber so.

11. Wie suchst du dir deine Fotografie Motive aus? Spontan oder geplant?
Spontan. Ich habe noch nie ein geplantes Fotoshooting gemacht und das eine Mal, als ich es versucht habe, hat es mich in Stress versetzt und ich war unglücklich mit dem Ergebnis. Ich bevorzuge es, den “einen” Moment festzuhalten. Ich liebe alltägliche Situationen, die aus dem Nichts entstehen und einer Erinnerung würdig sind.

12.Kannst du uns Einblicke in deine aktuellen Arbeiten  geben?
frage12_01

frage12_02

frage12_03

Alle 3 Bilder sind in meinem letzten Urlaub entstanden, in Kroatien, bei der Familie.

13. Mit was für eine Ausrüstung fotografierst du und mit welchen Mitteln bearbeitest du deine Bilder nach?
Canon 350D (18-125mm f 3,5 und 50mm f 1,8), eine Lomo Actionsampler und Fisheye.  Mein “neuestes” Baby ist eine Yashica fx-103 mit Tele- u. Weitwinkelobjektiv und Festbrennweite, Baujahr 1985. Bearbeiten tu ich die Bilder überwiegend als RAW in Photoshop (CS3) – Lightroom ist mir persönlich noch ein Rätsel, habe mich aber auch noch nicht genauer damit befasst.

14. Hast du ein Lieblingsfoto und kannst uns die Geschichte  dazu erzählen?
Auf der Insel Brac in Kroatien (wo meine Familie herkommt) gibt es ein verlassenes Dorf namens Podhume. Man erzählte meinem Bruder und mir, dass sich einmal im Jahr sämtliche Ex-Bewohner dort treffen, um ihre “Fjera” zu feiern – ein Fest für deren Schutzheiligen, ähnlich einer Kirmes. Unser Entschluss, Podhume zu besuchen, stand also fest. Und es war spannend, weil wir uns irgendwann, als wir von der Hauptstraße runterfuhren, wie in einem Horrorfilm vorkamen. Es schien alles seltsam, die “Straße” war kaum befahrbar, wir hatten keinen Handyempfang und dass uns ein grimmiger Mann mitten in der Pampa entgegenfuhr, machte die Sache nicht gerade besser.  Endlich angekommen, erwartete uns tatsächlich ein komplett verlassenes Ruinen-Dorf, mitten in den Tiefen der Insel, wo sich eigentlich fast keiner verirren konnte und wo es schlichtweg einfach nirgends weiter ging… Aber… Komplett verlassen?  Wohl doch nicht. Irgendwo kläffte ein angebundener Hund, in einem Zwinger dahinter steckten noch mehr davon und in einem Zimmer einer zweistöckigen Ruine führten Telefon- sowie Stromkabel hin. Und die Tür war abgeschlossen. Aber ansonsten war alles leer. Keine Menschenseele. Aber: mitten im Dorf stand ein niegelnagelneues Lagerhäuschen. Und die Kirche wurde offensichtlich auch gerade renoviert.  Wir blieben nicht lange und waren dann doch recht froh, wieder auf dem unbefahrbaren Weg zu sein, in der Hoffnung, ohne Autoschaden zurückzukehren. Dass plötzlich ein LKW von “hinten” kam, versuchten wir einfach mal zu ignorieren – aber auf dem Rückweg entstand dieses Foto, mit einer unbeschreiblich schönen Aussicht, vielleicht nicht so spektakulär erscheint, für mich aber ein ausreichender Lohn für dieses Abenteuer war.frage_14


15.Welche 3 Seiten besuchst Du regelmäßig?

Es sind zu viele Seiten, die ich zu gerne “lese”, aber RSS-Reader sei Dank ist das ja kein Problem mehr.

16.Mit welcher bekannten Persönlichkeit würdest du gerne einmal Zusammenarbeiten und an welchen Projekt würdest du dann mit dieser Person arbeiten wollen?
Ich glaube, mit Max Miedinger zusammen eine Schrift zu entwickeln, hätte ich ganz helvetastisch gefunden.

Tags: , , ,

Abgelegt unter: Gedanken-Wolke (Interviews)

Gedanken-Wolke mit Dierk Roeder

Dierk habe ich über die Webseite http://www.designausdeutschland.de/ kennengelernt. Eine Webseite wo jeder Gestaltungsfreiraum bekommt und dort eine riesige Sticker-Wand entstehen soll (macht mit!) . Das war mir Anlass genug um das “Gesicht” dahinter ein wenig näher kennenzulernen. Dabei ist ein sehr witziges Interview entstanden.

1. Stell Dich doch bitte kurz vor.

Hallo, ich bin Dierk (33) und lebe in Köln. Ich habe Kommunikationsdesign studiert und arbeite jetzt seit 5 Jahren selbständig als Mitinhaber der Kommunikations-Agentur “Hoffnungsträger”.

dierkroeder

2. Was begeistert Dich zur Zeit?

Also im Moment bin ich schwer begeistert von meinem Kaffee, der vor mir steht. Dabei läuft über Webradio “FM4″, einem österreichischen Radiosender. Der begeistert mich seit einiger Zeit ziemlich. Super Musik, für einen öffentlich-rechtlichen Radiosender.

3. Du verlässt Deinen Körper und siehst Dir selbst zu. Welche 3 Dinge fallen Dir zuerst auf?

Wenn ich meinen Körper verlassen könnte, würde ich mir sicher andere Dinge anschauen, als mich selbst. Es gibt da so einige Fragen, die mich schon seit Jahren beschäftigen:

- Was machen die Katzen, wenn sie alleine sind?
- Was redet Marietta Slomka so, wenn das Mikro schon aus ist?
- und was schaun sich die anderen an, die auch ihren Körper verlassen können?

4. Was machst Du um Deine Brötchen zu verdienen?

hoffnungstraegerbuero

Ich bin Mitinhaber von “Hoffnungsträger – Agentur für Kommunikation” in Köln. Uns gibt es jetzt seit 5 Jahren und wir betreuen Kunden aus den unterschiedlichsten Branchen in Sachen Unternehmenskommunikation. Mein Part ist hauptsächlich der Bereich “Digitale Medien”. Ich habe vor meinem Design-Studium noch etwas anderes (sehr technisches) studiert und mich dort u.a mit Programmierung beschäftigt. Die Verbindung von Technik und Gestaltung ist für mich sehr spannend und macht wohl meine eigentliche Arbeit aus. Nebenher arbeite ich noch als freier Dozent an einem IT-Zentrum für z.B. Web-Usability und außerdem noch als Usability-Berater für Unternehmen wie z.B. Mazda Europe.

5. Wir haben eine Kategorie mit dem Namen „Inspiration finden” auf Farbwolke, aus was ziehst du deine Inspiration?

Es gibt bei mir keinen konkreten Weg, auf gute Ideen zu stoßen. Ich bin einfach grundsätzlich an den unterschiedlichsten Dingen interessiert und halte meine Augen offen. Inspiration bedeutet für mich, dann Dinge miteinander zu verknüpfen, die eigentlich nichts miteinander zu tun haben.

6. Siehst du deinen Beruf / Ausbildung, eher als Mittel zum Zweck oder ist er deine Leidenschaft?

Naja, als Selbständiger oder auch Freelancer muss man früher oder später bekanntlich auch durch schwierigere Phasen. Wenn man die erste oder vielleicht auch schon zweite Phase hinter sich hat und noch immer den selben Job hat, dann muss es wohl Liebe sein. Außerdem bin ich so einer, der gar nicht so viel Geld verdienen kann, dass er deswegen dauerhaft einen Job machen könnte, der keinen Spaß macht.

7. Wie sieht ein typischer Tag in Deinem Leben aus?

Ja, den gibt es leider tatsächlich.

0630 – Wecker
0800 – Büro
1300 – Currywurst
1830 – zu Hause
…. – Bett

Kann auch sein, dass es schonmal anders läuft :)

8. Zeitmaschnine. Wie sieht Dein ideales Ich/Leben in 20 Jahren aus?

Also in 20 Jahren bin ich in der Lage, meinen Körper zu verlassen und schau mir gern beim Currywurst-Essen zu. Außerdem lass ich mich noch immer gerne inspirieren und begeistern von den banalen Dingen des Alltags. Ich fahre einen Volvo Amazon und noch immer meine Vespa, die dann 46 Jahre alt ist. Hoffentlich. Und wenn ich dann mal wieder interviewt werde, plauder ich aus, was Marietta Slomka so zu sagen hat.

9. Mit welchen Alter hast du Angefangen, kreativ zu werden? Und wann hast du es bewusst wahrgenommen?

Ich frag mich manchmal heute noch, ob ich überhaupt kreativ bin. Ich erinnere mich nur an eine “Schlüsselphase” in meinem Studium. Also in dem ersten, falschen Studiengang. Das war so technisch, dass ich plötzlich gemerkt habe, dass mir was fehlt. Da hab ich begriffen, dass ich einen Job brauche, bei dem ich kreativ arbeiten kann. Ich bin also niemand, der schon immer bewusst super kreativ war. Ich hab halt den anderen Weg genommen und irgendwann registriert, dass ich das brauche.

10.Was war der Tiefpunkt & der Höhepunkt deiner gestalterischen Laufbahn?

Also mein Tiefpunkt war definitiv meine Diplomarbeit. Die wollte ich zuerst ein Semester nach hinten schieben und hab mich ziemlich kurz vor Abgabe doch dafür entschieden. Das Ergebnis war dementsprechend…hat aber trotzdem gereicht!

11.Denkst du man sollte kreative Bereiche wie Illustration /Typografie / Fotografie voneinander trennen oder ist die Symbiose ausallem für dich besser?

Ich bin der Meinung, jeder soll ja machen, was er kann. Ich persönlich muss diese Bereiche voneinder trennen, da ich nicht ansatzweise per Hand auch nur einen geraden Strich zeichnen kann. Wichtig finde ich, dass man immer so viel Ahnung von den anderen Bereichen hat, dass man die Arbeiten bewerten kann. Scheuklappen halte ich bei den kreativen Berufen für völlig fehl am Platz. Ob man dann mehrere Dinge gut kann oder nur eins besonders gut, halte ich für zweitrangig.

12.Kannst du uns Einblicke in deine aktuellen Arbeiten geben?

hoffnungstraeger_arbeit_1

hoffnungstraeger_arbeit_2

hoffnungstraeger_arbeit_3

13. Wie nimmst du Straßenkunst im allgemeinen war / Gefällt dir es? Was gefällt dir?

Ich beschäftige mich schon seit meinem Studium mit dem Thema “öffentlicher Raum” in der Stadt. Ich finde, Straßenkunst ist eine logische Folge auf die mangelnde Wichtigkeit, die öffentlichen Räumen und Plätzen bei uns zugestanden wird. In vielen der alten Kulturen war der öffentliche Raum der Mittelpunkt des Lebens und eine absolute Selbstverständlichkeit. Das Stadtbild war dem angepasst und bot unglaublich viele Freiräume zur Gestaltung der Öffentlichkeit.

Öffentlicher Raum bietet die Möglichkeit, Fremdes kennenzulernen, den eigenen Horizont zu erweitern und sich damit weiterzuentwickeln. Die mangelnde Möglichkeit, sich in der Öffentlichkeit zu entfalten und zu begegnen, ist für mich der Ausgangspunkt von Straßenkunst. Es ist wohl einfach das Bedürfnis, seine Umwelt aktiv mitzugestalten.

14.Welche 3 Seiten besuchst Du regelmäßig?

www.spiegel.de
www.mayer-imbiss.de
www.facebook.com

15.Mit welcher bekannten Persönlichkeit würdest du gerne einmal Zusammenarbeiten und an welchen Projekt würdest du dann mit dieser Person arbeiten wollen?

Lukas Podolski! Und das Projekt wäre die Deutsche Meisterschaft 2010 mit dem FC.

Tags: , , , ,

Abgelegt unter: Gedanken-Wolke (Interviews)

Gedanken-Wolke mit Christian Hoffmann

Diesmal möchten wir mit diesem Interview, einen kreativen Medieninformatik Student vorstellen. Er dreht Filme, schießt Fotos und arbeitet nebenbei noch beim MDR.

profil-christian-hoffmann
1. Stell Dich doch bitte kurz vor.

Hallo! Mein Name ist Christian (25) und ich bin gebürtiger Leipziger, der momentan in Wernigerode weilt, um dort Medieninformatik zu studieren.

2. Was begeistert Dich zur Zeit?

Die Reportagen von National Geographic. Ich lese das Magazin jetzt schon ein paar Jahre aber in den letzten Wochen hatte ich mal wieder etwas mehr Zeit, um ein paar liegengebliebene Ausgaben zu lesen. Die Verbindung aus kritischen Journalismus und fantastischen Bildern hat eine so unglaubliche Wirkung! Unser Planet ist so faszinierend aber die meisten Menschen wissen so wenig über ihn. Irgendwie sehr schade, dass solchen Themen in unserer Medienwelt so wenig Platz eingeräumt wird, zumal sie heute wichtiger denn je sind.

3. Du hast ja eine längere Zeit in Leipzig gelebt, was verbindest du mit Leipzig und gibt dir diese Stadt kreativen Input?

Wenn ich heute an Leipzig denke, dann verbinde ich meine Heimatstadt vor allem mit dem perfekten Mix aus Großstadt und Natur. Ich kann mich aber noch gut daran erinnern, wie ich mich als Jugendlicher immer nach anderen Städten wie Berlin oder München gesehnt habe – nach dem “echten” Großstadtleben sozusagen. Hat man aber erst einmal genug fremde Luft geschnuppert, dann kann man seine Heimatstadt mit ganz anderen Augen neu für sich entdeckten.
Dennoch ist Leipzig eher mein Ruhepol und gibt mir nicht den kreativen Input, welchen ich auf meinen Reisen so intensiv in mir aufsaugen kann. Victor Hugo hat einmal gesagt: “Reisen ist, in jedem Augenblick geboren werden und sterben.”. Vermutlich ist das auch mein Antrieb, der mich sofort beim Antritt einer Reise vollkommen anders auf die Welt und die Menschen um mich herum schauen lässt. Meiner Meinung nach entstehen genau in dieser Zeit auch meine besten Bilder.

4. Was machst Du um Deine Brötchen zu verdienen?

Meine Brötchen backe ich derzeit als Bild- & Tontechniker im Hauptschaltraum des Mitteldeutschen Rundfunks ins Leipzig. Zugegeben ein enorm technisch geprägter Arbeitsplatz, der für mich aber auch gleichzeitig eine hervorragende Möglichkeit ist, um bei der technischen Entwicklung am Ball zu bleiben. Außerdem ist es ein prima Ausgleich zum Studium und dem kreativen Arbeiten.
Gelegentlich bleibt neben Studium und Job auch noch etwas Zeit für Aufträge als freier Fotograf, Kameramann oder Grafiker. Ich liebe es einfach multimedial zu arbeiten!
arbeitsplatz-ch

5. Wir haben eine Kategorie mit dem Namen „Inspiration finden” auf Farbwolke, aus was ziehst du deine Inspiration?

Das kommt ganz auf das Medium an, mit dem ich gerade arbeite. Das Web ist natürlich eine schier unerschöpfliche Quelle für Inspirationen. Oftmals sind es zufällige Funde die sich als echte Perlen herausstellen und die eigene Kreativität anregen.
Abgesehen davon ist meine Umwelt natürlich die beste Quelle für Inspirationen. Am spannendsten ist für mich aber noch immer die Diskussion und Zusammenarbeit mit Freunden, die die eigene Arbeit einfach unvoreingenommener betrachten und mit mir zusammen tolle Projekte verwirklichen. Die dabei entstehenden kritischen Gespräche spornen mich noch zusätzlich an.

6. Siehst du deinen Beruf / Ausbildung, eher als Mittel zum Zweck oder ist er deine Leidenschaft?

Sowohl meine Ausbildung zum Mediengestalter Bild/Ton, als auch mein jetziges Studium habe ich mir sehr bewusst ausgesucht. Zum Einen natürlich, um mit einem guten Abschluss bessere Chancen auf einen spannenden Arbeitsplatz zu haben. Zum Anderen aber auch, um meinen beiden Leidenschaften Gestaltung & Technik mehr Freiraum zu geben. Insofern sind Ausbildung und Studium auch Mittel zum Zweck, jedoch mit dem angenehmen Nebeneffekt, dass ich mich dadurch auch ein stückweit selbst verwirklichen kann und meinen Leidenschaften nachgehe. Die Arbeit beim MDR macht mich außerdem finanziell unabhängig und ermöglicht mir überhaupt erst das Reisen und mein Studium. Freie Aufträge nehme ich im Allgemeinen nur an, wenn mich das Projekt auch wirklich reizt und ich mit voller Überzeugung dabei bin.

7. Wie sieht ein typischer Tag in Deinem Leben aus?

Einen typischen Tag gibt es zum Glück nicht – wäre ja auch langweilig. Je nachdem, ob ich Hochschule habe oder gerade in Leipzig zum Arbeiten bin, stehe ich so früh wie möglich auf (6-16 Uhr). Die große Spanne ergibt sich daraus, dass ich immer im Schichtdienst arbeite und deshalb höchst unterschiedliche Dienstzeiten habe. Ganz egal wann ich aufstehe muss, ich komme meist nur schwer aus den Federn. Muss wohl an meinem tollen Bett liegen! Nach der ersten Aufwachphase lese ich erstmal meine Mails und die einschlägigen Nachrichtenseiten. Nebenbei gibt es meist ein wenig Frühstück, wenn noch genug Zeit dafür ist (selten). Da ich vorallem vor und während der Prüfungszeit arbeite, habe ich nach der Arbeit wenig Zeit für die schönen Dinge des Lebens. Entweder ich sitze an Studienprojekten oder lerne für die anstehenden Prüfungen. Das sieht während des Semesters schon deutlich besser aus. Da es um das Nachtleben in Wernigerode aber nicht sonderlich rosig bestellt ist, bleibt eine Menge Zeit für Fotografie, Film & Gestaltung – kommt immer darauf an, wonach mir gerade der Sinn steht. Einmal täglich selber Kochen ist bei mir fast schon Pflicht, da ich einfach für mein Leben gerne koche & esse. Eine Sache ist jedoch fast immer gleich: ich arbeite bis spät in die Nacht, vorallem wenn mich erst einmal die Arbeitswut gepackt hat und die Ideen nur so sprudeln. Das erklärt vermutlich auch mein Unmut beim morgendlichen klingeln des Weckers.

8. Zeitmaschnine. Wie sieht Dein ideales Ich/Leben in 20 Jahren aus?

Mit 45? Ich hoffe ich bin nicht zum Workaholic geworden und genieße mein Leben genau so, wie ich es jetzt auch mache. Es wäre toll, wenn ich genug Zeit mit meiner Familie und meinen Kindern verbringen könnte und mich nicht um meine finanzielle Zukunft sorgen müsste. Am besten könnte ich mir eine freie Mitarbeit im technisch-kreativen Bereich einer Multimediaagentur vorstellen. Der vollkommen andere Plan B wäre die Eröffnung eines kleinen Hotels. Falls das irgendwann mal klappen sollte, dann werdet ihr mich in keinem Büro, sondern irgendwo zwischen Süddeutschland und Frankreich auf einem sonnigen Weinberg wiederfinden, zusammen mit einem kleinen Hotel/Restaurant, welches ich zusammen mit meiner Frau führe.
Ganz egal was in 20 Jahren ist – ich bin echt gespannt darauf!

9. Was unternimmst du um Kritik für deine Fotos zu bekommen (außer sie auf deinen Photoblog http://fotos.f1984.de zu posten)?

Ich muss ehrlich gestehen, dass ich bis vor kurzem, abgesehen von der Kritik durch Freunde und Verwandte, nur sehr wenig unternommen habe, um ein Feedback für meine Fotos zu bekommen. Dank Flickr und Photoblog ändert sich das mittlerweile, dennoch ist es aufgrund der visuellen Fülle extrem schwierig aus der Masse herauszustechen. Ich denke dafür muss ich noch einiges an Zeit und Arbeit investieren, damit das gelingt. Aber ich bin da ganz optimistisch.

10.Was war der Tiefpunkt & der Höhepunkt deiner gestalterischen Laufbahn?

Mein persönlicher Höhepunkt war ein Kurzfilm, welchen ich zusammen mit einer Volontärin vom MDR drehen und schneiden konnte. Aufgrund guter Quoten und dem hohen Zuschauerinteresse, wurde der Kurzfilm sogar außerplanmäßig zu einer guten Sendezeit wiederholt. Das war schon eine tolle Sache.
An wirkliche Tiefpunkte kann ich mich nicht entsinnen. Bisher konnte ich aus jeder Arbeit etwas positives für micht mitnehmen, auch wenn ich damit selbst vielleicht nicht hundertprozentig zufrieden war. Vermutlich kommen die Tiefpunkte erst dann, wenn ich mich öfter auf dünnes Eis begebe, was bisher noch nicht so oft der Fall war.

11. Wie suchst du dir deine Fotografie Motive aus? Spontan oder geplant?

Meine Motive auf Reisen sind bis auf wenige Ausnahmen immer spontan. Ich lasse mich gerne treiben und beobachte neugierig was um mich herum passiert. Dadurch kommen die Motive meistens von ganz alleine.
Geplante Motive gibt es bei mir nur dann, wenn ich im Studio fotografiere.

12.Kannst du uns Einblicke in deine aktuellen Arbeiten geben?

arbeit-ch-1

arbeit-ch-2

arbeit-ch-3

13. Mit was für eine Ausrüstung fotografierst du und mit welchen Mitteln bearbeitest du deine Bilder nach?

Der Großteil meiner Bilder entsteht mit einer Canon EOS 5D und den dazu passenden Objektiven, denen meines Erachtens oft viel zu wenig Beachtung geschenkt wird. Ohne lichtstarke Festbrennweiten würden einige meiner besten Porträts deutlich an Ausdruckskraft verlieren. Außerdem bin ich ein großer Fan von Available-Light Fotografie, vor allem bei Konzerten. Die digitale Nachbearbeitung erfolgt mit Adobe Lightroom und Photoshop.

Neben der digitalen Ausrüstung benutze ich trotzdem gerne meine analogen Kameras. Zum Einen halte ich die alte PRAKTICA meines Opas in Ehren und zum Anderen bin ich nach wie vor begeistert von meiner Kiev88 CM, welche durch das 6×6 Format spannende Bildausschnitte ermöglicht und außerdem zum bewussteren fotografieren erzieht. Vielleicht klappt es ja auch bald wieder mit dem eigenen Labor im Keller. Mit Film und Chemie zu arbeiten hat noch immer seinen ganz eigenen Reiz.

14. Hast du ein Lieblingsfoto und kannst uns die Geschichte dazu erzählen?

Ich hab viele Bilder, zu denen ich einen Geschichte erzählen kann, weshalb mir eine solche Auswahl sehr schwer fällt. Dennoch ist mir dieses Foto besonders in Erinnerung geblieben, was vermutlich daran liegt, dass ich die Stadt in der ich es aufgenommen habe wirklich sehr mag.

besonderes-motiv-ch
Das Bild ist letzten Sommer auf der Strandpromenade in San Sebastian (Spanien) entstanden. Die Situation an sich war schon sehr skurril. Während die meisten Leute von der starken Brandung ungewollt völlig durchnässt wurden, gab es da diesen einen Mann, der das überspülende Wasser geradezu genossen hat. Eigentlich war ich schon an ihm vorbei, als ich mich noch einmal kurz umgedreht habe und genau in diesem Moment hat alles gepasst: der Mann, das überschäumende Wasser und die Schaulustigen. Klick!

15.Welche 3 Seiten besuchst Du regelmäßig?

http://www.spiegel.de
http://www.flickr.com
http://www.vimeo.com

16.Mit welcher bekannten Persönlichkeit würdest du gerne einmal Zusammenarbeiten und an welchen Projekt würdest du dann mit dieser Person arbeiten wollen?

Die Frage muss ich ein wenig auf die unterschiedlichen Medien aufteilen: Im Bereich Film/Video würde ich sehr gerne einmal mit David Lynch zusammenarbeiten und mit ihm einen abgedrehten Kurzfilm realisieren und im Bereich Fotografie wäre eine Zusammenarbeit mit dem Fotografen James Nachtwey sicher unglaublich lehrreich. Einmal mit Nachtwey eine Reportage fotografieren, am besten noch für National Geographic – das wärs!

Links:
-> Flickr-Stream
-> Photoblog

Abgelegt unter: Gedanken-Wolke (Interviews)