LE.View mit Eric Kemnitz

LE.View ist eine Interviewreihe aus der Stadt Leipzig. Ich möchte euch in unregelmäßigen Abständen Menschen aus meiner Heimatstadt Leipzig vorstellen, die für mich Kreativ und Interessant erscheinen. Eric beobachte ich bestimmt schon 8 Jahre… Er ein unkomplizierter kreativer Typ, den man in Leipzig auf dem Zettel haben sollte. 

Hey Eric, stell Dich doch bitte kurz vor.

Hallo Martin,deine Anfrage für ein Interview hat mich ein wenig überrascht und ich freue mich sehr darüber. Jetzt muss ich erst einmal die richtigen Worte finden, also wo fang ich an…Seit 2004 betreibe ich meine Seite sk-picture.com. Davor war es mal sk-designz. Ach.  ist das lang her.Auf meiner Seite habe ich schon immer hauptsächlich meine Fotografien präsentiert, aber auch andere Projekte, die zum Großteil mit guten Freunden realisiert wurden, wie zum Beispiel  aus dem Bereich Graffiti. Gerade arbeite ich an ein paar grundlegenden Änderungen an meiner Seite, aber das wird noch ein bisschen Zeit in Anspruch nehmen.Was man auf der Seite sehen kann, gibt einen Einblick in das, was ich so den ganzen Tag treibe. Denn, so wie du, verdiene ich mit Fotografie und Werbung meine Brötchen und bin damit aktuell auch sehr zufrieden.

 
Was begeistert Dich zurzeit?
Musik begeistert mich immer und so tanze ich gern mal auf meinem Stuhl im Büro oder singe wild irgendwelche Lieder vor mich hin. Natürlich kann ich weder singen noch kenne ich den Text ;) und wenn du Namen hören willst, ich freue mich gerade auf die neue Scheibe von Max Herre und das Live-Album von Philipp Poisel. Ansonsten plane ich gerade ein paar Ausstellungen für diesen Herbst/Winter. Ständig ergibt sich da gerade etwas Neues und das begeistert mich.


Seit wann fotografierst du? Wie bist du zur Fotografie gekommen?
Dazu habe ich eben erst einmal meine Eltern angerufen. Irgendwann habe ich mir eine analoge Spiegelreflex gewünscht und zum Geburtstag und zu Weihnachten auch bekommen. Es muss wohl zu meinem 11. oder 12. gewesen sein. So fing alles an, auch wenn die Kamera zunächst viele Phasen nur rumlag.

 

Du scheinst deine Bilder ja öfters zu bearbeiten, was für Software benutzt du und wie würdest du deinen eigenen Stil beschreiben?
Ja, ohne geht bei mir irgendwie nicht. Ein bisschen dran drehen will ich immer! Ich glaube ich habe mit 13 mal mit PaintshopPro erste Erfahrungen gesammelt, aber nach meinem ersten Praktikum in einem Grafikbüro war klar, dass das neue Spielzeug Photoshop 7 heißt. Einen eigenen Stil? Ja sicher, aber ich glaube er ist für den Betrachter besser erkennbar, als ihn selber zu beschreiben. Allerdings probiere ich gern und viel aus, somit sollte es kein Einheitsbrei sein.

 
 Wir haben eine Kategorie mit dem Namen „Inspiration finden“  auf Farbwolke, aus was ziehst du deine Inspiration?
Ich muss gestehen, dass ich dieser Kategorie bei dir noch nicht viel Aufmerksamkeit geschenkt habe.- So habe es mir angeschaut. Na genau auf solchen Seiten! Wenn ich ein bisschen abschalten möchte, blättere ich oft wahllos durch Fotoforen oder Blogs und erfreue mich an schönen Dingen, ob dabei wirklich was hängen bleibt halte ich allerdings für fraglich. In meinem Chrome habe ich unzählige Favoriten gesetzt von super Fotografen und Designern, aber wirklich ein zweites Mal schaue ich es kaum an.

 

Wenn du Fotos machst, auf was achtest du? Dein inneres Gefühl oder ob technisches alles perfekt ist?
Technisch perfekt war für mich noch nie eine Maßgabe. Ich lege los wie es mir gefällt. Natürlich änderte sich im Laufe der Zeit mit neuen technischen Erkenntnissen auch die Herangehensweise.

 
Was verbindest du mit Leipzig und wie würdest du die Fotografie-Szene in deiner Stadt beschreiben?
Ach, ich bin auch so ein Leipzig-Liebender, der nie hier weg will. Die Verbindung ist klar: Geburtsort, Heimat und noch vieles mehr. Was in der Fotografie-Szene so passiert, lässt mich eigentlich weitestgehend unberührt. Ich freue mich, wenn ich mal wieder ein schönes Bild von altbekannten Fotografen finde oder mir ein “neuer” Fotograf positiv auffällt, den es am Ende schon ewig gibt und das einfach wieder an mir vorbei gegangen ist. Natürlich gibt es auch die andere Seite, wo man sich immer wieder fragt WTF? Aber auch diese brauchen wir sicherlich und da wird der Markt das schon regeln.


Mit welchem Künstler würdest du gerne einmal Zusammenarbeiten und an welchen Projekt würdest du dann mit dieser Person arbeiten wollen?
Momentan stehen für dieses Jahr so viele Sachen an Da ist schon viel dabei von dem, was ich schon immer mal machen wollte. Einfach mal überraschen lassen.

 
Hast du dich auf einen Style festgelegt? Würdest du sagen du bist ein Portrait-Fotograf oder begrenzt du dich nicht?
Einerseits denke ich, dass es immer wieder verwerflich oder billig klingt sich nicht zu spezialisieren, aber andererseits ist doch gerade die Herausforderung an neuen Projekten und Bereichen das, was Spaß macht!


Was ist dir wichtiger, ein schönes Online-Portfolio oder eine Foto-Serie?
Was zählt ist nur das Projekt =) Nein, ich erfreue mich gern an einzelnen Bildern, aber wenn ich eins schon immer hatte, dann meine Website als Online-Galerie. Natürlich nicht immer ordentlich gepflegt, aber sie war da und hat den Leuten einen Einblick gegeben in das, was ich mache. Das war mir schon immer wichtiger.

 

Was war bisher dein schönstes Projekt?
Da möchte ich mich jetzt gar nicht auf ein bestimmtes festlegen. Schön finde ich es immer, wenn ich meine Kunden von Anfang an komplett betreue und miterleben kann, wie sie wachsen. Ein kleines Highlight zuletzt war der Auftrag in 24h zwei Festivals zu fotografieren und dabei 1000 km zurück zulegen. Am Ende ist das Projekt an dem man gerade arbeitet immer das schönste Projekt, sonst würde man sich nicht so darauf freuen.

Was möchtest du fotografisch noch erreichen? Welche Ziele hast du?
 Ach, ich bleibe hier einfach auf meinem Balkon liegen und fotografiere, wie schön es hier ist.
Nebenbei erobere ich von hier aus die Welt. Nein, also momentan zieht es mich fotografisch ein bisschen in die Welt. Dazu muss ich nur einfach mal losgehen. Momentan wachse ich von Projekt zu Projekt. Das finde ich gut und bin glücklich, dass ich davon leben kann.

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LE.View mit Alte Eule / Sarah Storch

LE.View ist eine Interviewreihe aus der Stadt Leipzig. Ich möchte euch in unregelmäßigen Abständen Menschen aus meiner Heimatstadt Leipzig vorstellen, die für mich Kreativ und Interessant erscheinen. Sarah ist mir durch die tollen Fashionbilder aufgefallen die sie in und um Leipzig macht.

Hey Sarah, stell Dich doch bitte kurz vor.

Ahoi! Mein Name ist Sarah Storch, wahlweise auch Eule genannt, wohnhaft im schönen Leipzig und nun ganz frisch selbstständig, hauptsächlich im Bereich Portrait – und Modefotografie.
Kannst du mir ein bisschen von Dir erzählen, wo bist Du aufgewachsen und was hat Dich beeinflusst?
Ursprünglich komme ich aus der Provinzstadt Gotha bei Erfurt, habe mich dann entschieden meine Ausbildung als Fotografin aus privaten Gründen in Leipzig zu beginnen und nun bleibe ich hier :)

Seit wann fotografierst du? Wie bist du zur Fotografie gekommen?
Wie ich so richtig damit begonnen habe zu fotografieren ist eigentlich eine gute Frage.
Ich denke ich war damals in meiner Heimatstadt ein wenig frustriert und gelangweilt und habe nach einer neuen Aufgabe gesucht. Ich habe mich dann entschieden mir über Ebay eine analoge Spiegelreflexkamera zu kaufen und bin dann einfach losgezogen und habe damals nur auf Film fotografiert. Später entschied ich mich mir eine digitale Spiegelreflexkamera zu kaufen, um auch mehr über die digitale Bildbearbeitung zu erfahren. Eigentlich habe ich von Anfang an immer Personen fotografiert und inszeniert, damals wie so ziemlich jeder in alten Industriegeländen,was mich aber mittlerweile überhaupt nicht mehr reizt. Ich hatte immer genug Freunde die sich auf meine Schandtaten eingelassen haben, an dieser Stelle nochmal ein Danke dafür :)

Wie bist du auf den Namen Alte Eule Photography gekommen? Faszinieren dich diese Tierchen?
Das bleibt mein kleines Geheimnis, ist allerdings unspektakulärer als man denkt ;)

Du bist eine wahnsinnig gute Fashionfotografin, woher kommt diese Passion und was fasziniert dich selber daran?
Oh danke für die Blumen, aber für mich bin ich noch Meilensteine von einer “wahnsinnig guten Fashionfotografin” entfernt. Ich bin ein wirklich sehr selbstkritischer Mensch und mit meinen aktuellen Fähigkeiten und Fertigkeiten eher unzufrieden ;)
Ich glaube am meisten fasziniert mich daran, dass man gerade im Fashionbereich unglaublich viel inszenieren kann, gerade mit außergewöhnlichem Makeup, Kostümen und Licht. Ja, ich glaube deswegen ist das so.

Gib doch unseren Lesern doch mal 1-2 Tipps wie man zu so guten Aufnahmen kommt…
Ich denke das wichtigste überhaupt ist, dass man Licht in allen seinen Facetten verstehen lernt ;)
dann kommt lange Zeit nichts..

….


dann vielleicht noch eine schicke Festbrennweite mit guter Lichtstärke und los gehts!

Mit was bearbeitest du deine Bilder? Kannst du uns ein wenig in deinen Workflow entführen?
Hauptsächlich mit Photoshop CS5, hier und da mal Lightroom und andere Programme für Analogfilter oder ähnliches.

Fotografierst du auch andere Dinge? Wenn ja was und warum?
Wie schon oben erwähnt, habe ich eigentlich schon immer Personen fotografiert,
damals noch abgelegene Industriehallen und Stillleben, aber das reizt mich momentan überhaupt nicht mehr, aber da gibt es andere super Fotografen für ;)

Was sagst du zum derzeitigen Trend “zurück in die analoge Fotografie” ? Reizt dich das Thema?
Mich reizt das Thema nach wie vor sehr sogar, allerdings habe auch Ich zu wenig Zeit mich ausgiebig mit der analogen Fotografie zu beschäftigen. Eigentlich hatte ich vor hier in Leipzig an der HGB Fotografie zu studieren, habe auch ein Jahr an der Abendakademie gelernt und in dieser Zeit habe ich fast ausschließlich analog fotografiert und beispielsweise auch ungewöhnliche Dinge ausprobiert wie zb auf Strumpfhosen oder ähnliche Stoffe belichtet :) Bemerke gerade während des Schreibens, dass ich mich wieder öfter an solche Sachen wagen sollte, mein Belichter staubt schon ein :)

Du wurdest ja in dem bekannten Stadtmagazin “Leipzig Exklusiv” abgedruckt, wie wahr bisher das Feedback über diese kleine Auszeichnung?
Sehr positiv muss ich sagen, musste die Hefte natürlich auch überall hinschicken, damit auch die Nicht-Leipziger teilhaben dürfen :) Hat auch echt eine Menge Spaß gemacht und das wertvollste war eigentlich, dass ich keinerlei Auflagen hatte und meiner Kreativität freien Lauf lassen konnte. Das Feedback auf die farbigen Rauchbomben war auch hoch :D


Was war bisher dein größter fotografischer Erfolg?
Das ist irgendwie eine wirklich für mich eine schwer zu beantwortende Frage, in erster Linie bin ich schon glücklich, wenn der Kunde mit mir und meiner Arbeit zufrieden ist,
ich denke aber die erste Printversion in einem Magazin, in dem Falle dem Leipzig Exklusiv Magazin, bleibt schon etwas ganz besonderes :)
An dieser Stelle nochmal Danke an alle Beteiligten!

Mit welcher Person würdest du gerne einmal ein Bier/Wein trinken gehen und an welchen Projekt würdest du dann mit dieser Person arbeiten wollen?
Ich glaube am meisten geprägt hat mich der englische Fotograf Tim Walker, weil er so wunderbar Kind geblieben ist und das auch in seinen aufwendig gestalteten Fotos zum Ausdruck bringt. Am tollsten sind die Möglichkeiten die er hat, unglaublich faszinierende Kulissen auf die Beine zu stellen, ja da wäre ich gern dabei und würde staunend neben ihm stellen wollen :)


Hast du ein Onlineportfolio was du unseren Lesern empfehlen würdest? Fotografen, die dich beeinflusst haben?
Wie schon erwähnt, der unglaubliche Tim Walker, Bruno Dayan, Kristian Schuller, Monika Menez, und und und…

Du bist gerade in und um Leipzig stark vertreten. Was verbindest du mit der “Heldenstadt” und wie siehst du die dortige Kreativ-Szene?
Bin ich das :) ? In erster Linie verbinde ich mit Leipzig das es zu meiner Heimat geworden ist, was ich so vermutlich nicht erwartet hätte. Des weiteren viele tolle emotionale Erinnerungen, Momente und Menschen die mich geprägt haben. Gerade in Bezug auf meine Branche fehlt es hier an Modelagenturen, Visagisten bzw. Maskenbildnern.


Wir haben eine Kategorie mit dem Namen „Inspiration finden“  auf Farbwolke, aus was ziehst du deine Inspiration?
Definitiv auch von anderen Fotografen, (Fashion) Blogs, Designern, Büchern, Magazinen usw.
Oft ist es aber auch so, dass mir mitten in der Nacht irgendwelche Szenierien einfallen, die ich dann später umsetze :)

Noch ein paar abschließende Worte an unsere Leser?
Ich bedanke mich an dieser Stelle nochmal rechtherzlich an all die tollen Menschen,
die mich von Anfang an unterstützt haben bzw. unterstützen, prägen und helfen
(dieser Part kommt immer viel zu kurz,so.) Ansonsten stöbert auf meiner Website, bombardiert mich mit Anfragen, ich freu mich darauf! Und ein Danke Martin auch an dich für die Möglichkeit mich der Welt vorzustellen :)

Kontaktdaten :

http://www.alteeule.com/

ALTE EULE PHOTOGRAPHY I Sarah Storch
- based in Leipzig –
info@alteeule.com
I PORTAIT I Einzel I Best Friends I Family
I BUSINESS IMAGES I
I FASHION I
I BEAUTY I
I EDITORIAL I
I SEDCARD I
I MUSICANS I ARTISTS

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LE.View mit Dominik Hüttenrauch

LE.View ist eine Interviewreihe aus der Stadt Leipzig. Ich möchte euch in unregelmäßigen Abständen Menschen aus meiner Heimatstadt Leipzig vorstellen, die für mich Kreativ und Interessant erscheinen. Dominik portraitiert Menschen auf eine lockere Art, dabei wechselt er zwischen Studio und Outdoor. 
Mehr über Dominik: Facebook  & Web
Hey Dominik, stell Dich doch bitte kurz vor.Hello, wie du ja schon richtig sagst ist mein Name Dominik, ich bin Baujahr 1983. Ich bin ein Leipziger Jung und interessiere mich vor allem für die Hochzeits- & Portraitfotografie.

Kannst du mir ein bisschen von Dir erzählen, wo bist Du aufgewachsen und was hat Dich beeinflusst?
Also aufgewachsen bin ich in Leipzig. Genauer gesagt im Stadtteil Grünau und ja ich habe es überlebt und ich lebe bis heute in der Platte.

Seit wann fotografierst du? Wie bist du zur Fotografie gekommen?

Ich fotografiere nun seit ca. 7 Jahren. Wie ich zu der Fotografie gekommen bin ist eigentlich eine lustige Geschichte. Ich war mit meiner Frau und einem befreundeten Pärchen im Urlaub in der Türkei. Und wie es viele Verliebte machen, lässt man sich natürlich vom total schlechten Hotelfotografen bei Sonnenuntergang am Strand fotografieren und anschließend über den Tisch ziehen. Ich fand die Bilder damals so unfassbar schlecht, dass ich zu meiner Frau gesagt hab: „Nach dem Urlaub kaufe ich mir eine Spiegelreflex Kamera und mach das besser.“ So war es dann auch. Ich habe mir die 350d von Canon besorgt und angefangen zu fotografieren. 3 Fotos haben wir damals trotzdem vom türkischen Hotelfotografen gekauft für unschlagbare 15 Euro, die hängen jetzt als Mahnmal und zur Belustigung unserer Gäste bei uns zu Hause.Was möchtest du Fotografisch noch erreichen? Welche Ziele hast du?
Naja das was die Meisten von Fotografen denken:  Zwei,  drei Bilder knipsen, am Pool liegen und im Geld schwimmen. Nein Quatsch. Ich möchte mich einfach stetig weiterentwickeln, habe dabei  aber kein konkretes Ziel.  Ich möchte in ein paar Jahren auf meine Bilder zurück schauen und sehen,  dass ein Fortschritt zu erkennen ist.
Ein ganz großes Ziel hab ich vielleicht doch: in den nächsten Jahren einmal eine Hochzeit in Amerika zu fotografieren.
Mit was bearbeitest du deine Bilder? Kannst du uns ein wenig in deinen Workflow entführen?
Also zu 95% bearbeite ich meine Bilder im Lightroom. Um das ein oder andere Bild nach zu schärfen benutze ich noch Photoshop. Mein Workflow sieht ungefähr so aus, dass ich nach dem Import der Bilder ins Lightroom laute elektronische Musik anmache und dann die Bilder einzeln durch gehe. Ich markiere mir meine Favoriten und beginne danach mein absolutes Lieblingsbild vom Shooting zu bearbeiten. Dabei sind die ersten zwei, drei Entwürfe für den Papierkorb. Bin ich mit dem Entwurf zufrieden, schaut meine Frau über das Bild und gibt mir Feedback, denn sie ist meine größte Kritikerin.Was sagst du zum derzeitigen Trend “zurück in die analoge Fotografie”? Reizt dich das Thema?
Mhhhhh, wenn ich ehrlich bin reizt mich das Thema analoge Fotografie überhaupt nicht. Es gibt sicher sehr viele fantastische Bilder aus der analogen Fotografie, aber ich glaube wir sind nun im 21. Jahrhundert angekommen. Mit der Polaroid verhält es sich ja nicht anders. Ich denke so was kann eine witzige Abwechslung sein, aber zurück zur analogen Fotografie möchte ich nicht.

Du wohnst ja in Leipzig, wie siehst du die lokale Fotografie Szene und hast du lokale “Helden”?

Dich natürlich Martin hab ich als „Helden!!!“ Also einen direkten „Helden“ hier aus Leipzig habe ich nicht. Die Szene aus Leipzig halte ich für sehr kreativ. Aber im Vergleich zu Berlin, Hamburg oder München fehlt doch noch ein ganzes Stück. Dennoch habe ich über die Jahre viele nette Kollegen/Freunde kennenlernen dürfen, mit denen es immer wieder Spaß macht sich auf einen Kaffee zu treffen oder gemeinsame Projekte zu planen. Unseren monatlichen Stammtisch finde ich ein sehr gutes Beispiel dafür. Dennoch muss ich sagen, könnte der Austausch unter den einzelnen Fotografen doch ein Tick intensiver sein.

Was war bisher dein größter fotografischer Erfolg?

Das ich das Plattencover für den Elektro DJ MarcDepulse fotografieren durfte. Das war ein wirklich tolles Projekt. Was mich ebenfalls sehr gefreut hat, dass ich letztes Jahr beim Fotowettbewerb von der ComputerBild in der Kategorie „Ästhetischer Akt“ von einer unabhängigen Jury eine Wildcard bekommen habe und unter die Top100 gekommen bin. Sicher keine spektakulären Erfolge, doch es hat mich dennoch gefreut und das gibt immer wieder neue Antriebskraft.

Mit welcher Person würdest du gerne einmal ein Bier trinken gehen und an welchen Projekt würdest du dann mit dieser Person arbeiten wollen?
Ich hab drei Personen mit denen ich gerne mal ein Bier trinken gehen würde und mit denen ich dann gerne Projekte angehen würde. Ich würde sehr gerne einmal mit Brandon Kidd zusammen eine Hochzeit fotografieren. Seine Bilder sind einfach unglaublich genial. Mit Marco Rothenburger würde ich gerne mal eine Fashion Shooting machen. Seine Bearbeitung und seine Beauty Retusche ist wirklich großartig. Und die dritte Person ist Joe Simons, der wohl beste Hochzeitsvideograf der gesamten Erde. Seine Filme sind unglaublich faszinierend. Ihm würde ich ebenfalls gerne einmal über die Schulter schauen.Was ist dir wichtiger, ein schönes Online-Portfolio oder eine Foto-Serie?
Ein Online-Portfolio, denn ich denke da erkennt man am besten die Weiterentwicklung des Einzelnen.
Wir haben eine Kategorie mit dem Namen „Inspiration finden“  auf Farbwolke, aus was ziehst du deine Inspiration?
Zum einen ziehe ich meine Inspirationen aus Musikvideos, wie zum Beispiel für mein neues Projekt „Glücklich sein.“ Dafür war das Musikvideo von Silbermond „Himmel auf“ die Inspiration. Ich bin wirklich total überrascht wie viele Leute mich auf dieses Projekt angesprochen haben und dabei sein wollen, weil sie es für eine wirklich tolle Sache halten.
Und zum anderen ziehe ich meine Inspiration aus der amerikanischen Hochzeitfotografie. Leute wie Brandon Kidd oder die zwei Mädels von Simply Bloom sind eine riesige Inspiration für mich. Ich mag diesen amerikanischen Vintage Stil unglaublich gerne.

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LE.View mit Miss Kiddekat

LE.View ist eine Interviewreihe aus der Stadt Leipzig. Ich möchte euch in unregelmäßigen Abständen Menschen aus meiner Heimatstadt Leipzig vorstellen, die für mich kreativ und interessant erscheinen. Miss Kiddekat ist ein Model aus Leipzig, was sich durch Aussagekraft und Ideenreichtum abhebt. Sie stand schon für etliche Fotografen Model und hat eine ganz spezielle Ausdrucksweise. 

Infos:
Buchungsanfrage: kiddekat@gmx.net (auch über Agentur buchbar)
web: www.facebook.com/MissKiddekat
Foto: Yvonne Jedamzik Photography
Stell Dich doch bitte kurz vor.

Hey ich bin Miss Kiddekat aus Leipzig, eigentlich Kathleen, aber im Modelbereich, vor allem im alternativeren, dem man mich zuordnen würde, ist es üblich mit einem Künstlernamen aufzutreten. Ich überlege immer, wie ich mich selber als Model beschreibe?  Den Begriff „Tattoomodel“ mag ich nicht, da es bei meinen Arbeiten nicht in erster Linie um meine Tätowierungen geht. Aber ich bin eben auch kein klassisches Mode-Model, daher falle ich immer wieder auf den Begriff des „alternative model“ zurück, obwohl dies oft suggeriert, dass man nur in speziellen Ecken unterwegs ist. Generell, sowohl als Model als auch als Mensch lasse ich mich nicht in irgendwelche Schubladen stecken. Wenn man sich meine Arbeiten anschaut oder auch einen Tag mit mir verbringt wird man feststellen, das in mir in mir verschiedene Facetten stecken, daher sehe ich auch meine Wandlungsfähigkeit als größte Stärke.
Lustig ist es, wenn man Menschen aus der virtuellen Welt in live kennenlernt und sie dennoch nie von dem virtuellen Namen wegkommen, man bleibt dann die Kidde, aber Namen sind ja eh Schall und Rauch. Mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt und ich gehe dazu über mich auch gleich mit Kiddekat vorzustellen, das hat den höheren Wiedererkennungswert.

Seit wann modelst du? Was war für dich der ausschlaggebende Punkt mit dem Modeln anzufangen?

Angefangen habe ich recht spät, mit 26 Jahren im Sommer 2010. Der Grund war nie dies hauptberuflich zu machen oder der Traum von den weltweiten Laufstegen, denn ich bin nun wirklich nicht das „perfekte Model“. Ich habe mich schon immer für Kunst interessiert, sowohl die bildende als auch die darstellende und ich hatte so viele Ideen und Emotionen die aus mir raus wollten. Durch eine Freundin, die seit dem 15. Lebensjahr modelt bin ich auf die Idee gekommen das mal auszuprobieren. Und mal abgesehen davon, hat jede Frau gerne mal schöne Fotos von sich und so dachte ich „so what, jetzt machst du mal so ein Shooting und guckst wie das so ist“. Und es hat Spass gemacht und so fing ich an mir gezielt Fotografen zu suchen, die für die Umsetzung verschiedener Konzepte geeignet schienen.

Kannst du dich noch an dein erstes Shooting erinnern? Was hast du damals gefühlt?

Oh ja und ich kann dir sagen, ich war aufgeregt wie zur Abiturprüfung. Es war ein Pinup-Shooting und neben mir waren drei sehr erfahrene Models dabei. Da hatte ich schon Schiss zu versagen, wie bewege ich mich, was mache ich für Pose, hoffentlich entgleitet mir mein Gesicht nicht, wie auf so zahlreichen privaten Schnappschüssen and so on. Aber die Mädels waren sehr nett, haben zumindest so getan  und für das erste Shooting sind auch ein paar schöne Sachen entstanden.

Foto: Johannes Amm

Was war der beeindruckendste Ort an dem du geshootet hast?

Mmmmh, das  ist schwierig, da ich sehr unterschiedliche Shootings gemacht habe. Ich versuche vieles auszuprobieren und verschiedene Facetten meiner Persönlichkeit darzustellen, davon hängt auch die location ab. Auf jeden Fall kann ich sagen, dass ich lieber on-location shoote als im Studio, da diese eher clean sind. On location kann sich alles viel freier entwickelt. Vieles was man als Model macht hängt an der location, man nutzt diese, spielt mit ihr, deswegen sind Posen draußen auch viel abwechslungsreicher als im Studio. Und es gibt nichts was ich mehr hasse als Einheitsbreibilder, hauptsache nett in die Kamera lächeln nein danke. Ok mit sowas kommt man vielleicht in den Ottokatalog, aber wer bestellt den schon noch ;)

Um zur Frage zurück zu kommen, ich zähle einfach mal ein paar interessante Orte auf: eine abgefuckte Garage, Bretterverschlag trifft es wahrscheinlich eher, ein Anglerteich inklusive der bewohnenden Glasscherben, ein altes Leipziger Fabrikgeländes, unheimlich viel Charme und einige Frostbeulen, ein Tagebau inklusive meines orangenen Flurvorhanges als Abendkleid mit riesen Schleppe…

Wie hältst du dich Fit? Hast du ein Trainingsprogramm? Ernährst du dich speziell?

Ich bin generell ein sehr sportlicher Typ, Sport hat schon immer zu meinem Leben gehört und wird es auch immer, ich bekomme schlechte Laune wenn ich keinen machen kann, genauso wie wenn ich Hunger habe. Von daher wäre ich ein schlechtes Model, wenn ich dafür hungern müsste, aber natürlich achte ich vor einem Shooting darauf, dass ich mir den Abend davor nicht eine Pizza reintrommel oder früh das pompöse Frühstück esse, außer ein Blähbauch gehört zum Shootingkonzept. Situps mache ich auch vorm Shooting, sowas machen glaube ich nur Männer oder?

Foto: Ernst Alexander

Wir haben eine Kategorie mit dem Namen „Inspiration finden“  auf Farbwolke, aus was ziehst du deine Inspiration?

Meine Inspiration kommt aus meinem Inneren, meinen Gefühlen, meinen Emotionen, die ich so verarbeite, daher gibt es auch Momente, wo mir diese fehlt, wo ich Kraft sammeln muss. Aber mich inspirieren auch andere Fotografen mit ihren Arbeiten. Ich sehe mir gerne verschiedene Arbeiten an und bin immer fasziniert wenn ein Bild überrascht. Auch kommt viel Inspiration aus Gesprächen, man befruchtet sich oft gegenseitig (also im übertragenen Sinne) und dann kann man das nächste Projekt wieder nicht abwarten. Allerdings finde ich Inspiration auch aus anderen künstlerischen Gebieten, insbesondere aus der Malerei, die auch zu meinen großen Leidenschaften gehört.

Gibt es für dich absolute No-Gos als Model?

Langeweile, Ideenlosigkeit, Schamgefühl, schlechte Vorbereitung, Divengehabe und ganz wichtig weniger als 20 Schuhe

Was würdest du als einen deiner besten Modeljobs bezeichnen?

Das ist ähnlich wie mit den Locations, nicht so einfach zu beantworten. Inhaltlich gesehen sind freie Arbeiten, bei denen Chemie und Vorstellung von Fotograf(-in) und Model harmonieren und beide sich darauf einlassen ihren Ideen freien Lauf zu lassen die Schönsten. Da ist es dann auch egal, wenn es kalt und dreckig war und man alles selber machen musste. Aber mit einem Profiteam zusammenzuarbeiten ist auch eine tolle Sache, solange auch hier eine nette Atmosphäre herrscht.

Besondere Shootings waren auf jeden Fall mit Yvonne Jedamzik, die mich das erste Mal sehr pur vor die Kamera gezerrt hat, ohne großes Posing, einfach mal mich so wie ich bin einfangen. Trotz meiner Tätowierungen sind sehr zarte Bilder entstanden, ich liebe den Kontrast. Auch das analoge Shooting mit Johannes Amm war sehr spannend, analog ist einfach nochmal was anderes, man macht keine 300 Bilder, man kann nicht gucken zwischendurch, es hat einen ganz besonderen Charme. Ein sehr lustiges trotz eiskalter Temperaturen war ein Shooting im Dezember 2011 mit Michael Walther und seiner süßen Mopslady. Es sind zahlreiche tolle schwarz-weiß Bilder entstanden, die sehr viel Seele zeigen. Ich kann hier gar nicht alle nennen, mit denen ich tolle Sachen umgesetzt, interessante Gespräche geführt und lustige Stunden verbracht habe. Es ist toll, was ich für Menschen kennenlernen durfte und ich denke diejenigen wissen auch wer gemeint ist.  Ich danke euch!

Fotograf: Mirco Przybylinski (DerSchnoerkel)

  


Mit welchem Fotografen würdest du gerne einmal Zusammenarbeiten und an welchen Projekt würdest du dann mit dieser Person arbeiten wollen?

Es gibt verschiedene Projekte auf die ich seit langem brenne. Zum einen würde ich sehr gerne mal in einem alten Schwimmbad shooten, schön ostig muss es sein, die Haare weiß, die Stimmung eher verstört. Außerdem würde ich gerne mal was ungeschminktes machen, vielleicht im Wald oder in einer Wohnung. Auch ein Unterwassershooting ist geplant. Auch würde ich gerne weiter mit jungen Designern zusammenarbeiten und ich denke es gibt da trotz der „Vorschriften“ in der Modelwelt auch so einige, die gerne mit mir arbeiten. Ach ja und welcher Fotograf…mmmmh also ich shoote ja kein Akt/Teilakt, aber für Pirelli würd ich da eine Ausnahme machen. Und spannend fände ich auch ein Shooting mit Bonnie Strange, ich mag ihre unkonventionelle Art, sie glaubt an das was sie tut, sprüht nur so vor Energie, ich denke wir würden zusammen echt durchdrehen :D

Fotograf: Frank Müller
 Es gibt sicherlich viele Menschen die gerne Model wären, kannst du diesen Leuten für den Einstieg in das Modelgeschäft einen Tipp geben? 

Es kommt natürlich ganz drauf an, was für ein Model man sein will und welche Ziele man hat. Will man auf den internationalen Laufstegen unterwegs sein, sind gewisse Maße nun mal Pflicht. Ansonsten ist in der Modelwelt viel möglich. Ich finde wichtig einen eigenen Stil zu haben, natürlich ist es wichtig als Model wandelbar zu sein, aber auch in einer gewissen Vielfalt sollte ein Profil erkennbar sein. Man sollte nicht einfach alles machen, nur um es zu machen. Man braucht Leidenschaft und Ideenvielfalt. Und ganz wichtig, man muss sich getrauen Dinge auszuprobieren. Nur so können Bilder entstehen, die einen fesseln. Mut zur „Häßlichkeit“, Mut zur Bewegung, Mut zur Interaktion. Und nicht zuletzt gehört Disziplin dazu, auch wenn man das als Hobby betreibt, denn nichts ist schlimmer als die Zeit aller Beteiligten zu verschwenden.

Dein Motto?

“Wherever you go, go with all your heart.” That´s what I try with all my creativity!

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Fotografen Facebook Fan Pages Aus Leipzig Teil II

3 Monate sind vergangen und es wird wieder Zeit für einen 2. Teil der Fotografen Facebook-Fan-Pages aus Leipzig und Umgebung. (Teil I) Es gibt einige interessante Entwicklungen zu sehen. Es scheint einen enormen Fanzuwachs zu geben. In den letzten 3 Monaten wurden auf die Fanpages vom Oktober 4984 neue “Likes” verteilt. Das heißt im Durchschnitt hat jede Seite ca. 100 Fans gewonnen. Also jeden Monat ca. 33 neue Fans. 1 Fan am Tag. An der Tabellenspitze gab es auch einen Wechsel. S.O. Professional Fotografie löst Tom Frey ab der sich nun mit der Bronze Medaille begnügen muss.

Fotografen Leipzig Fan Pages Facebook

1. Fotostudio Leipzig – S.O.Professional Fotografie
+652 Fans // +2 Plätze // 1777 Fans

2. Martin Neuhof | Fotografie
+399 Fans // +/-0 Plätze // 1630 Fans

3. Tom Frey Photography & Visagistic
+274 Fans // -2 Plätze // 1583 Fans

4. Bildkombinat Wedding & Portrait Photography
+84 Fans // +/-0 Plätze // 1171 Fans

5. Bildermacher Corwin von Kuhwede
+288 Fans // +/-0 Plätze // 1129 Fans

6. Art2photo – Photography & Retouching
+583 Fans // +2 Plätze // 1073 Fans

7. Pictures of Moments | Jen Photography
neu // neu // 911 Fans

8. HeldenHaft Fotomanie
+59 Fans // -1 Platz // 877 Fans

9. FuchsBau Photography
neu // neu // 760 Fans

10. Golden Eyes Fotostudio
+63 Fans // -3 Plätze // 642 Fans

11. Antje Kroeger Photographie
+173 Fans // -2 Plätze // 606 Fans

12. Alte Eule Photography
+181 Fans // -1 Platz // 573 Fans

13. Tim Müller Photography
+133 Fans // +10 Plätze // 539 Fans

14. Nancy Nobis Photography
+61 Fans // -4 Plätze // 471 Fans

15. Fräulein Zuckerwatte
+261 Fans // +6 Plätze // 406 Fans

16. Urbex Leipzig
+109 Fans // -4 Plätze // 363 Fans

17. Fotoatelier-Kunterbunt
+106 Fans // -4 Plätze // 353 Fans

18. THE.ART.OF.THE.IDEA
+108 Fans // -4 Plätze // 327 Fans

19. Plus Minus Photography
+76 Fans // -4 Plätze // 292 Fans

20. Erik Fischer | Werbung & Fotografie
+45 Fans // -4 Plätze // 240 Fans

21. Julia Oehme Fotografie
+65 Fans // -2 Plätze // 233 Fans

22. Frl. Bischop
+135 Fans // +5 Plätze // 227 Fans

23. rech & friends fotostudio
+55 Fans // -5 Plätze // 224 Fans

24. Alice Fotografie
+77 Fans // -2 Plätze // 220 Fans

25. Matthias Frommann | Photographer
+/-0 Fans // -8 Plätze // 194 Fans

26. Dandelion Milly Photography
+49 Fans // -2 Plätze // 178 Fans

27. pixelrockers photography
+22 Fans // -7 Plätze // 172 Fans

28. Stef-fotografie
+53 Fans // -3 Plätze // 164 Fans

29. SK-PICTURE
+61 Fans // -3 Plätze // 158 Fans

30. Redok Art Fotografie
+45 Fans // +3 Plätze // 121 Fans

31. Bliinkii.Dance.Art
+42 Fans // +1 Platz // 119 Fans

32. susen mairif fotografie
+36 Fans // -1 Platz // 114 Fans

33. Frau Bella
+49 Fans // +4 Plätze // 108 Fans

34. ToniKa – fotografie & design
+14 Fans // -6 Plätze // 105 Fans

35. ESDEO-photography | Leipzig
+50 Fans // +3 Plätze // 104 Fans

36. FotoFalk Fotografie
+19 Fans // -6 Plätze // 103 Fans

37. Sandrino Donnhauser Photography
+63 Fans // +6 Plätze // 98 Fans

38. Mellimage
+11 Fans // -9 Plätze // 98 Fans

39. Lights of LE – Matthias Binner
+27 Fans // -5 Plätze // 95 Fans

40. Patrick Schanz Fotografie
+51 Fans // +3 Plätze // 86 Fans

41. Alexander Wätzel Photography
+16 Fans // -6 Plätze // 84 Fans

42. Sportfoto-Leipzig
neu // neu // 81 Fans

43. neonblind fotografie
+29 Fans // -4 Plätze // 81 Fans

44. Artline Photography
+27 Fans // -4 Plätze // 74 Fans

45. Lichtwerk28
+9 Fans // -9 Plätze // 72 Fans

46. Rawkost
neu // neu // 56 Fans

47. Katharina Tischer /// Fotografie
+11 Fans // -5 Plätze // 52 Fans

48. Fotografie & Bildbearbeitung Jens Hille
+40 Fans // +2 Plätze // 44 Fans

49. Blizzkrieger
-2 Fans // -8 Plätze // 44 Fans

50. Lando photoGraphix
+7 Fans // -5 Plätze // 34 Fans

51. Kai Bergmann
+3 Fans // -5 Plätze // 30 Fans

52. HOCH|format Fotografie
+4 Fans // -4 Plätze // 26 Fans

53. Michagrafie
+/-0 Fans // -6 Plätze // 26 Fans

54. Photographie by Katrin Petzoldt
+6 Fans // -5 Plätze // 25 Fans

55. Dean-Nixon-Photographer
neu // neu // 5 Fans

(Die Daten wurden am 23.01.2012 erhoben)

Natürlich ist mir klar, dass viele Fotografen aus Leipzig gar keine Fan-Page besitzen und ihre Fotos über ihren normalen Facebook-Account verbreiten. Dieses Ranking wird jedes Quartal erstellt und soll einen kleinen Überblick über die Leipziger Fotografie-Szene schaffen. Falls ihr selbst eine Fan-Page besitzt dann schreibt Sie mir per Kommentar, im nächsten Ranking werdet ihr dann berücksichtigt.

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LE.View Mit Tom Thiele

LE.View ist eine Interviewreihe aus der Stadt Leipzig. Ich möchte euch in unregelmäßigen Abständen Menschen aus meiner Heimatstadt Leipzig vorstellen, die für mich kreativ und interessant erscheinen. Tom beobachte ich schon Jahre.  Er hat ein unheimlich gutes Auge für Farbkombinationen und er schafft es durch digitale Bildbearbeitung die Bilder sehr Wertvoll erscheinen zu lassen. Klasse Fotograf, genialer Bildbearbeiter.

Hey Tom, stell Dich doch bitte kurz vor.
Hallo, mein Name ist Tom Thiele, ich bin aktuell 24Jahre jung, bin vom ersten Tage an Leipziger und lebe bis heute auch in der  Stadt. Eine meiner größten Lieblingsbeschäftigung ist die künstlerische Fotografie. Diese übe ich gleichzeitig auf Hobbybasis sowie auch beruflich aus.
Was begeistert Dich zur Zeit? (Musik/Ausstellung/Buch/…)
Begeistern tut mich wie immer und jeden Tag, viel Musik, komplett quer Beet und immer stimmig zu dem jeweiligen Foto was gerade in meiner Schmiede liegt. Seit einiger Zeit aber konzentriere ich mich aber auch darauf, meine Stadt und allgemein mein Umfeld in dem ich mich täglich bewege mit meinen eigenen Augen und in meinen ganz eigenen Stil von Moment zu Moment festzuhalten und zu versuchen, die Straßen und Orte die man täglich so passiert,  ob bewusst oder unbewusst, ob regelmäßig oder unregelmäßig,  von einer anderen und neuen Seite zu zeigen. Diese Fotos und Momente tragen alle samt die Überschrift „Leipzig, Stadt und Heimat“.

Seit wann fotografierst du? Wie bist du zur Fotografie gekommen?
Fotografieren tue ich seit ca. 2006. Angefangen hat das ganze eher durch Zufall. Als ich in meinen alten Beruf wieder mal eine Arbeitsmaßnahme für das Berichtsheft mit einer einfachen Digitalkamera mit stolzen 3 Megapixeln festhalten musste  und ich dann mehr und mehr durch viel unproduktiver Spielerei merkte, das man doch mit dem richtigen Feingefühl  und mit einfachen Mitteln schöne Sachen entstehen lassen kann. Das haben dann einige Freunde und deren Freunde ebenso gesehen und ich durfte sie mal rein aus der Freude heraus Portraitiren und so nahm dann das ganze seinen Lauf.

Du scheinst deine Bilder ja öfters zu bearbeiten, was für Software benutzt du und wie würdest du deinen eigenen Stil beschreiben?
Ich selber nutze stets Adobe Photoshop um meinen Bildern die künstlerische Note zu verpassen.  Viele sagen zu mir immer gern: „der Tom mit dem Kinoplakatstyle“. Ich selber schaue gern und oft gut gemachte Filme mit emotionalen und gewaltigen Bildern sowie mit dazu passender Musik mit viel Einfühlungsvermögen. Was sich dann wohl gewollt oder ungewollt doch schon etwas auf meine Fotos abzeichnet und ähnlich versuche ich dadurch dann immer meine Bilder entsprechend wirken zu lassen. Dynamisch, authentisch mit möglichst viel  Emotionen, mit einen ganz bestimmten Charakter aber dennoch ungezwungen und alles auf einer natürlichen Ausgangsbasis. Mir ist wichtig dass sich die Menschen auf ihren von mir erstellten Fotos zwar in einem anderen und neuen Licht sehen, allerdings sich auch sofort wiedererkennen.

Wir haben eine Kategorie mit dem Namen „Inspiration finden“  auf Farbwolke, aus was ziehst du deine Inspiration?
Wie schon in der letzten Frage angesprochen, kommt ein Großteil meiner Inspiration aus Kinofilmen. Aber eben auch aus Musik, selbsterlebten Lebensereignissen und was mir sonst so nachts beim schlafen eben einfällt ;)

Welche Fotografie-Webseiten kannst du unseren Lesern empfehlen?
Puh, da gibt es hunderte. Ich betrachte es mal praktisch und empfehle die durchaus sehr bekannte und von vielen geschätzte Fotocommunity (http://www.fotocommunity.de/). Dort hat man jede Art von Fotografen mit ihren unterschiedlichsten Stilen in einem Topf und man kann zudem auch über direkte Kontaktaufnahme mit dem Fotografen etwas über die Hintergründe des jeweiligen Fotos erfahren. Zudem kann man in regelmäßigen Fotowettbewerben auch sein können gezielt unter Beweis stellen.

Wenn du Fotos machst, auf was achtest du? Dein inneres Gefühl oder ob technisches alles Perfekt ist?
Eigentlich irgendwie auf beides. Denn ich möchte Fotos machen mit möglichst viel Gefühl aber in einer sehr guten Qualität. Aber, was technisch perfekt und nicht perfekt ist und ob etwas viel Gefühl oder weniger Gefühl aufweist, liegt immer wieder im Auge des Betrachters. Daher achte ich in erster Linie immer darauf, dass ich selber mit dem Foto in erster Linie glücklich bin. Denn dann sind es oft die anderen auch.

Was verbindest du mit Leipzig und wie würdest du die Fotografie-Szene in deiner Stadt beschreiben?
Ich verbinde ziemlich viel mit Leipzig, da ich hier aufgewachsen bin und hier auch viel erlebt habe. An vielen Orten dieser Stadt kommen einen immer wieder persönliche Erinnerungen entgegen, die bis dato sonst stets im Tiefschlaf lagen und schon allein deswegen wird für mich Leipzig auch immer unvergleichlich bleiben.
Die Fotografie-Szene hier direkt in Leipzig würde ich als eine Art Gemeinde betrachten. Sicher nicht die größte im Vergleich zu anderen Städten, aber jeder kennt sich meist irgendwie über zwei oder auch über fünf Ecken. Die „Szene“ betrachte ich als eine, die stets im wachsen ist und eine,  die viele verschiedene Facetten aufweist. Mit manchen Mitgliedern die ihren ganz eigenen Kopf haben, somit  Gedanken und Gefühle über diesen Weg zum Ausdruck bringen wollen und manche die ihre eigenen Vorbilder mit ihren eigenen Augen erneut fotografisch aufleben lassen.

Mit welchem Künstler würdest du gerne einmal Zusammenarbeiten und an welchen Projekt würdest du dann mit dieser Person arbeiten wollen?
Eine gute Frage, aber da gibt es jetzt keinen bestimmten Fotografen wo ich jetzt mal unbedingt dabei sein Möchte. Denn es gibt viele sehr gute Fotografen und irgendwo haben alle ihre Stärken wo man sich durchaus auch mal ein „Scheibschen“ abschneiden kann. Ich würde sagen, das Interesse besteht mehr allgemein bei anderen Fotografen einfach mal so über die Schulter zu schauen oder was zusammen zu machen. Ich stell es mir als Interessant vor mal einen Einblick zu bekommen wie es denn der „andere“ umsetzt und zumal ist es auch ohne Frage recht lehrreich.

Hast du dich auf einen Style festgelegt? Würdest du sagen du bist ein Portrait-Fotograf oder begrenzt du dich nicht?
Vom Stil her habe ich mich sicher schon etwas festgelegt, aber mehr von der Art zu fotografieren und zu bearbeiten. Ansonsten würde ich mich z.B. weder als Portrait-Fotograf betrachten, noch als Landschaftfotograf o.ä. Eher einfach als Fotokünstler.

Was ist dir wichtiger, ein schönes Online-Portfolio oder eine Foto-Serie?
Mir ist persönlich ein Online-Portfolio wichtiger. Man bekommt einen Gesamteinblick von dem was man macht und  man kann dann auch einen Fotografen besser einschätzen. Zudem ist es für alle einsehbar und du kannst gleichzeitig sehr viele Menschen damit erreichen.

Was möchtest du Fotografisch noch erreichen? Welche Ziele hast du?
Ein genaues Ziel innerhalb eines bestimmten Zeitfensters habe ich so direkt nicht. Alles kommt, wenn es denn kommen soll mit der Zeit! Mein Ziel ist, es gut zu machen. So gut wie es geht und wie es eben in meinen Fähigkeiten liegt. Das Beste aus dem allen zu machen und dann die entsprechende Anerkennung zu bekommen, die ja bekanntermaßen auch die beste Motivation ist. Eben etwas zu schaffen, mit dem man sich ganz persönlich auszeichnen kann.
In diesem Sinne, 1000Dank für all die Unterstützung aller mir geschätzten „Unterstützer“ :)

Web und Contact:
www.facebook.com/theartoftheidea
www.north-pictures.com

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LE.View mit André Herrmann

LE.View ist eine Interviewreihe aus der Stadt Leipzig. Ich möchte euch in unregelmäßigen Abständen Menschen aus meiner Heimatstadt Leipzig vorstellen, die für mich kreativ und interessant erscheinen. André kenne ich schon etwas länger, er ist ein begnadeter Texter und Poetry Slamer. Ich hatte ihn auch schon für meine 101 Helden vor der Linse. 


Bild von © Martin Neuhof | Leipzig (http://www.101helden.de) 

Hey André, stell dich doch bitte kurz vor.
Hello, mein Name ist André. Ich wohne seit vier Jahren sehr zufrieden in Leipzig. Genau so lang trete ich bei Poetry Slams, Lesebühnen und anderen Literaturveranstaltungen auf. Mittlerweile bin ich Mitglied der Lesebühne Schkeuditzer Kreuz, bin Mitveranstalter des livelyriX Poetry Slams und eine Hälfte des Poetry-Slam-Teams Team Totale Zerstörung. Dazu studiere ich an der Uni Politikwissenschaft im Masterstudiengang.

 

Was begeistert Dich zur Zeit? (Musik/Ausstellung/Buch/…)
Seit einer Weile versuche ich mich so ein bisschen durch komische US-Literatur zu lesen, Christopher Moore, Matt Ruff, David Sedaris und so weiter. Die gefallen mir ziemlich gut, weil sie nicht ausschließlich lustig, sondern auch sehr eigen und intelligent schreiben können. Und weil sie eben nicht nur Kurzgeschichtensammlungen (Sedaris mal außen vor) schreiben, sondern wirklich lustige literarische Romane. Positive Nachwehen verspüre ich von der Doku „Gerhard Richter painting“ und dem neusten Houellebecq-Roman „Karte und Gebiet“.

 

Du hast zusammen mit Julius Fischer als Team Totale Zerstörung die 15. deutschsprachigen Meisterschaften im Poetry Slam gewonnen, beschreib doch mal kurz deine Gefühlslage.
Wahnsinn, nachwievor. Uns weht da gerade für unsere Verhältnisse ziemlich viel Aufmerksamkeit entgegen. Für uns hat beim Slam2011 in Hamburg einfach alles funktioniert, von der Vorrunde im Übel & Gefährlich, übers Halbfinale im Deutschen Schauspielhaus und im Finale in der O2 World natürlich erst recht. Dass letzteres mit über 4.000 Zuschauern gleichzeitig der größte Poetry Slam der Welt war, ist natürlich der absolute Oberhammer. Und wenn einem dann im Anschluss noch viele Leute sagen, das wäre längst überfällig gewesen, ist das wirklich ein sehr schönes Kompliment.


Bild von © Tobias Heyel (http://www.grossraumdichten.de/)

Seit wann kennst du Julius? Wie hat eure Zusammenarbeit angefangen?
Von Julius‘ Existenz weiß ich etwa seit Sommer 2007, als ich noch in einer komfortablen Höhle in der anhaltinischen Provinz lebte und den Guten nebst einigen anderen Slammern beim WDR Poetry Slam bestaunen durfte. Im Oktober 2007 zog ich nach Leipzig, hatte mir schon vorher rausgesucht, wo der lokale Poetry Slam stattfindet und war direkt am ersten Wochenende im Ilses Erika, um mir das mal anzuschauen. Gleich im November hab ich dann mitgemacht (ich hatte eine Wette verloren), gewonnen und weil ich gerade nichts Anderes zu tun hatte, bin ich einfach dabei geblieben. Mit Julius bin ich dann immer mal wieder zu Auftritten gefahren. Und weil wir uns gut verstanden, fragte er Anfang 2008, ob wir nicht mal versuchen wollen, etwas im Team zu machen. Also haben wir für den nächsten Monat zwei Texte geschrieben, mitgemacht, gewonnen und weil wir gerade nichts Anderes zu tun hatten, sind wir einfach dabei geblieben.

 

 Wie bist du zum Texten gekommen?  Beschreib doch einmal deine Anfänge.
 Ich glaube, ich habe so mit 14 angefangen, halbwegs regelmäßig zu schreiben. Keine Geschichten, Gediche oder so etwas, sondern einfach Notizen und kurze Gedankenfetzen. Irgendwann mit 15/16 kamen dann schreckliche Geschichten und Gedichte dazu. So blieb das eine Weile. Als ich fast die Hoffnung aufgegeben hatte, die Welt würde von selbst auf mein mir selbst anerkanntes, überbordendes Talent aufmerksam werden , bekam ich mit, dass es so etwas wie Blogs gab. Also hab ich auch eins eröffnet und kein Mensch las es, was rückblickend auch ganz gut so war. Irgendwann kam dann der Slam, dort konnte niemand weglaufen, wenn ich etwas vorlas und komischerweise kam das auch eher selten vor.

 

Um was drehte sich dein erster Text mit dem du aufgetreten bist? Und wie war die Reaktion des Publikums?
Das waren zwei Texte, einer darüber, dass ich, nur weil ich Politikwissenschaft studiere, nicht gleich alles über Politik weiß, der andere darüber, wie schrecklich es war, eine WG in Leipzig zu finden, die nicht gänzlich von Verrückten bewohnt war. Das ist schon eine ganze Weile her, ich hab die Texte schon lange nicht mehr vorgelesen. Aber die Reaktionen waren super, da ich am Ende sogar den Slam gewonnen habe, unterstelle ich dem Publikum von damals einfach mal, dass es ihm ganz gut gefallen hat.


Bild von © Hendrik Schneller (http://slamfotografie.de/)
Wie entstehen deine Textideen? Im Rausch? Auf dem Klo? Oder sind es eher Zufallsprodukte deines Gehirns?
 Das ist unterschiedlich. Das Einzige, was ich eigentlich immer brauche, ist ein Impuls, sei es nun irgendetwas Erlebtes, etwas, das mir beim Zeitunglesen oder Fernsehgucken aufgefallen ist, ein aufgeschnappter Satz oder etwas, das beim Herumblödeln hängen geblieben ist. Tatsächlich kommen einem auf den Klo aber schon erstaunlich viele Ideen, genau wie kurz vorm Einschlafen. Wie gut, dass sich so ein Studentenleben meistens um genau diese beiden Dinge dreht. Ich habe mal gelesen, dass Smudo von den Fantastischen Vier jeden Morgen auf dem Klo seine Textideen aufschreibt. Vielleicht sollte man das kultivieren und viel mehr Zeit dort verbringen. Vielleicht sollte man aber nur ab und zu mal alle Geräte ausmachen und ohne Ablenkung einfach ein bisschen vor sich hinassoziieren.

 

Was würdest du jemanden raten, der auch Slammer werden möchte?
Ich würde nicht dazu raten, sich mit dem ersten Text, den man geschrieben hat, auf eine Bühne stellen, oder sich wenigstens vorher eine ehrliche Meinung von Freunden dazu holen. Außerdem sollte man man sich darauf gefasst machen, dass das Publikum beim Slam dazu angehalten ist, auf die Texte zu reagieren, d.h. dass auch bei total ernst gemeinten Texten manchmal jemand hysterisch zu lachen anfängt oder ein vorher großartig geglaubter Text beim Publikum völlig durchfällt. Es wäre auch gut, nicht zu glauben, dass man von Slams allein komfortabel leben könnte oder dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis dann doch endlich Suhrkamp und Rowohlt oder andere renommierte Verlage von selbst anrufen.


Bild von © Tanja M. Gleiser (http://poetryslamweimar.wordpress.com/author/thanimara/) 

Wir haben eine Kategorie mit dem Namen „Inspiration finden“  auf Farbwolke, woraus ziehst du deine Inspiration?
Kaffeesatzlesen, mittelalterliche Rituale bei mir auf dem Dach oder Straßenkampf wäre jetzt eine ziemlich spannende Antwort gewesen. Aber meist inspirieren mich völlig alltägliche Dinge. Da reicht es schon, wenn mir die Bäckersfrau irgendetwas Lustiges sagt oder etwas medial gerade derart präsent ist, dass man gar nicht daran vorbei kommt. Ansonsten natürlich Bücher, Zeitungen, Magazine, Serien, Filme, die eigene Vergangenheit und dieses neumodische Internet. Da gibt es keine Faustregel, manchmal fällt mir absolut gar nichts ein, ein anderes Mal muss ich nur aufschreiben, was mir gerade passiert ist oder woran ich mich erinnert habe. Jedenfalls reicht es zumeist, darüber zu reflektieren, was ich so gemacht und gesehen habe bzw. mir bewusst zu machen, worüber ich nachgedacht habe und was mir so aufgefallen ist. Größtenteils ist dann irgendwann einmal was Brauchbares dabei. Ziemlich langweilig, oder? Ok, Straßenkampf ist auch inspirierend. Wenn man gewinnt.

 

Wie entsteht ein Text bei dir? Fängst du an wie wild drauf los zu schreiben? Oder arbeitest du eher konzeptionell?
Wie gesagt, zuerst muss die Idee da sein. Im Besten Fall ist damit auch gleich eine ganze Geschichte vorhanden, die man nur Stück für Stück aufschreiben muss. Generell versuche ich, zuerst einmal viel aufzuschreiben, egal ob es nun zum Anfang oder zum Ende des Textes gehört, löschen oder ändern kann man später immer noch. Klingt alles ein bisschen nach total mystischer Zauberei, aber irgendwie materialisiert sich dann nach viel Hin- und Hergeschiebe meist etwas halbwegs Stimmiges. Texte, ich für fertig halte, lese ich dann früher oder später bei der Lesebühne vor und ändere sie danach nochmal, weil man beim Vorlesen sehr gut merkt, wo die Leute abschalten, was zu viel oder zu wenig erläutert wurde usw.


Bild von © Hendrik Schneller (http://slamfotografie.de/)

Was verbindest du mit Leipzig und wie würdest du die Kreativ-Szene in deiner Stadt beschreiben?
Auch wenn es offiziell nicht geht, da ich ja auch nur zugezogen bin, würde ich Leipzig als meine Heimatstadt bezeichnen. Ich finde es schön, dass es noch nicht so unübersichtlich wie Berlin ist und trotzdem ziemlich urban wirkt. Über die Kreativ-Szene habe ich nur einen sehr beschränkten Überblick, da gibt es sicher noch viel viel mehr als jenes, womit ich dank Slam und Lesebühne in Berührung komme. Ich glaube aber, da ist auch viel Marketing mit im Spiel, weil in diesem creative-city-Konzept das große Geld gewittert wird. Nichtsdestotrotz ist es natürlich toll, dass so langsam überall durchsickert, dass Leipzig eine große und sehr aktive Freie Szene hat, die sich mehr als gut neben der klassischen Kultur positieren kann und diese Anerkennung auch verdient hat. Und dass viele einfach etwas machen, ohne auf dieses Marketing anzuspringen und sich dabei selbst als unheimlich kreativ zu feiern, finde ich sehr sympathisch.

 

Mit welchem Künstler würdest du gerne einmal zusammenarbeiten und an welchem Projekt würdest du dann mit dieser Person arbeiten wollen?
Hm, keine Ahnung. Ich bin kein großer Freund von so typischen Crossover-Geschichten, z.B. einfach einen Text aufsagen und jemand spielt Klavier dazu, fertig, große Kunst. Was ich aber zum Beispiel sehr toll finde ist, dass es beim Slam mittlerweile Leute gibt, die richtig gute Live-Fotos der Poeten auf und hinter der Bühne machen oder live per Photoshop und Beamer die Poeten und ihre Texte portraierten, also quasi ihre Kunst auf Slams „portieren“. Bei den deutschsprachigen Meisterschaften hat z.B. ein Fotograf alle Teilnehmer fotografiert und bastelt daraus gerade ein riesiges Poster mit den Köpfen aller TeilnehmerInnen. Ansonsten wäre es natürlich ok, wenn sich der Wu Tang Clan mal als Shouter für das Team Totale Zerstörung hergeben würde, während Neo Rauch im Hintergrund ein livepainting anfertigt.

 

 

Was möchtest du noch erreichen? Welche Ziele hast du?
Ich hätte nichts dagegen, eine monatliche Sofortrente zu gewinnen oder von einem anonymen Mäzen dafür bezahlt zu werden, dass ich genau so weitermache wie bisher. Naja, ich wäre schon sehr zufrieden, wenn ich mir in Zukunft einfach meine Zeit frei einteilen könnte und vielleicht nochmal ein Buch schreibe, das nicht direkt in den ewigen Weiten des Buchmarkts verschwindet. Ansonsten beschränke ich mich auf das, was sich wahrscheinlich alle wünschen: Weltruhm, Reichtum, ein Rap-Album und eine Katze.


Bild von © Jens Kassner (http://jens-kassner.de)

Neben fünf anderen AutorInnen bist du Mitglied der Lesebühne Schkeuditzer Kreuz, wie zufrieden bist du mit der monatlichen Resonanz?
Die Resonanz ist super, eigentlich schon seit unseren ersten Auftritt Anfang 2008. Manchmal kommt es mir so vor, als hätten wir 75% Stammpublikum. Seit Jahresanfang 2011 scheint nun endgültig der Knoten geplatzt, es ist immer randvoll und gezwungenermaßen ausverkauft. Dafür, dass wir eigentlich nur eine Literaturveranstaltung machen, bei der die gleichen sechs Menschen monatlich nichts Anderes tun, als ihre neusten Texte vorzutragen, ist das schon enorm schön und dankenswert. Natürlich dürfte von mir aus gern noch ein riesiger Saal an die Wärmehalle Süd angebaut werden, sodass wir endlich auch mehr als die üblichen 100 Zuschauer in den Laden quetschen könnten, aber vielleicht ginge dann etwas von dem schönen Flair verloren. Wir alle freuen uns jedenfalls immer sehr auf die Lesebühnenabende.

 

Erzähl doch mal unseren Lesern, wo man weitere Werke von dir sehen kann und wie man dich erreichen kann.
Wie gesagt lese ich monatlich am dritten Freitag im Monat bei der Lesebühne Schkeuditzer Kreuz in der Wärmehalle Süd (nächster Termin: 18. November). Außerdem bin ich monatlich am ersten Freitag beim livelyriX Poetry Slam in der Distillery (nächster Termin: 04. November) und mache dort entweder selbst mit, moderiere oder kümmere mich um unsere Gastslammer. Nebenher führe ich seit ein paar Jahren ein kleines Blog, in dem ich meistens Quatsch schreibe und meine Wochen in Bildern dokumentiere. Zudem befülle ich seit etwa einem Jahr einen Twitter-Account fahre in der restlichen Zeit solo oder mit dem Team Totale Zerstörung durch die Gegend und trete auf. Ein paar Videos davon gibt es bei Youtube, einfach mal nach meinem Namen oder dem Team suchen.

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