LE.View mit Christin Berndt

LE.View ist eine Interviewreihe aus der Stadt Leipzig. Ich möchte euch in unregelmäßigen Abständen Menschen aus meiner Heimatstadt Leipzig vorstellen, die für mich kreativ und interessant erscheinen. Christin schießt sehr sinnliche und schöne Portraits. Ich bin über Facebook auf sie aufmerksam geworden.

 Hey Christin, stell Dich doch bitte kurz vor.
Mein Name ist Christin. Meine Wahlheimat seit 2007 ist Leipzig – ursprünglich komme ich jedoch aus Bitterfeld in Sachsen-Anhalt. In Leipzig hat es mich nach Gohlis verschlagen – ich liebe diesen Stadtteil. Von Beruf bin ich  Büroleiterin in einer Unternehmensberatung für Kommunikationscontrolling und absolviere derzeit nebenberuflich eine Weiterbildung zur Medienfachwirtin / Print. Persönlich bin ich ein sehr lebenslustiger, zielstrebiger und aufgeschlossener Mensch.


Copyright: STROBPIXX

Was begeistert Dich zur Zeit?
Ich bin ein Mensch, den man schnell von Dingen begeistern kann. Wobei ich sagen muss, dass mich auch die kleinsten und eigentlich normalsten Sachen begeistern können. Sei es ein Sternenhimmel, Sonnenuntergang oder auch ein Gewitter. Mich faszinieren die kleinen Dinge des Lebens – ich denke, wenn wir aufhören uns an diesen Dingen zu erfreuen, haben wir unsere Freude am Leben verloren.

Seit wann fotografierst du? Wie bist du zur Fotografie gekommen?
Seit wann ich fotografiere? Gute Frage. Eigentlich hat es angefangen wie wahrscheinlich bei so vielen. Man hatte als Kind mal die erste Digitalkamera in der Hand und macht damit belanglose und vor allem viele Bilder. Irgendwann hat mir dann mal jemand gesagt: ,,Mensch deine Bilder sind richtig klasse – du hast echt einen Blick für besondere Momente“.  So wuchs bei mir die Neugier, was daraus werden könnte, wenn ich mich mehr und ernsthaft dahinterklemme. Schnell folgte die eigene erste Spiegelreflex – welche ich übrigens bis heute noch habe.  Großgeworden bin ich in der Office-Branche. Dort brauchte ich einen Ausgleich, um meinen enormen Tatendrang und meine Kreativität ausleben zu können. Ich hatte schon immer den Drang etwas Künstlerisches zu machen – doch habe lange Zeit nicht das Passende für mich gefunden. Zeichnen war nichts für mich, singen kann ich auch nicht – zu mindestens möchte ich das niemanden zumuten müssen – tja und Bücher schreiben war auch nichts für mich. Die Fotografie ist eine schöne Möglichkeit sich auszudrücken und hat dabei auch einen technischen Aspekt (dafür interessiere ich mich schon lange). Seit Januar 2010 bin ich nun als freiberufliche Fotodesignerin unter dem Namen ,,Artline Photography“ in Leipzig unterwegs.


Fotomodel: Beatrice (2011)

Du scheinst deine Bilder ja öfter zu bearbeiten. Was für Software benutzt du und wie würdest du deinen eigenen Stil beschreiben?
Tja, wer kennt es nicht, uns strahlt auf dem Bild eine scheinbar ,,perfekte“ Frau an –  Bildbearbeitung, das ist wohl die Art und Weise uns Menschen eine schöne heile Welt einzubläuen. Aber warum nicht? Wir wollen doch nicht immer nur das sehen, was wir jeden Tag auf der Straße erleben. Man will mal abtauchen in eine schöne bunte Welt. Ich bearbeite meine Bilder grundsätzlich mit Photoshop. Achte jedoch immer darauf, dass die Mädels noch so natürlich wie möglich bleiben – mit Ausnahme von surrealen Projekten. Wenn ich meinen Stil beschreiben müsste, würde ich dich fragen ,,Welchen Stil meinst du“? Im Eigentlichen möchte ich mich gar nicht festlegen, sondern mich lieber jedes Mal neu erfinden.

 Wir haben eine Kategorie mit dem Namen „Inspiration finden“  auf Farbwolke, aus was ziehst du deine Inspiration?

Ich finde Inspiration meistens auf der Straße. Gerade beim Spazieren gehen oder im täglichen Gehetze zwischen Arbeit und Privatleben. Manchmal ist es halt nur ein Mädel oder eine Frau, die an mir vorbeiläuft, ein Blick, eine Gestik. Nicht selten kommt es vor, dass ich in der Straßenbahn sitze und in Tagträumen versinke – dabei baut sich vor mir eine Szenerie auf. So was muss man beim Schopf packen und skizzieren. Dann wandert die Idee oft in den Schrank bis ich sie irgendwann ans Tageslicht befördere und umsetze. Manchmal ist es ein Lied, welches man im Radio hört. Es kann auch ein Buch sein. Am meisten inspiriert hat mich in letzter Zeit das Tagebuch von Kat van D.


Fotomodel: Isabell (2011)

Würdest du sagen, es gäbe einen Unterschied, sobald ein Mann oder eine Frau vor der Kamera steht? Fotografieren Frauen “sinnlicher” und Männer “sexistischer”?
Ich denke schon, dass es einen entscheidenden Unterschied macht, ob eine Frau oder ein Mann hinter der Kamera steht. Ich will damit nicht sagen, dass einer der Parteien schlechtere oder bessere Bilder macht. Trotz allem sehen Männer uns Frauen anders und daher entstehen halt auch andere Bilder bzw. sehen Frauen generell anders.Ich würde bei einer Aktfotografie nie das Augenmerk auf die Brust legen, sondern eher davon ablenken. Für mich steht der Mensch an sich im Vordergrund und nicht wie er gebaut ist.  Aber ich finde es gut, dass es diese Unterschiede gibt. So entsteht eine große Vielfalt an Sichtweisen und damit an Bildern.

Auf was achtest du, wenn du Fotos machst? Dein inneres Gefühl oder ob technisch alles perfekt ist?
Klar achte ich auch auf technische und qualitative Gesichtspunkte, aber manchmal sind es gerade die nicht perfekten Aufnahmen, die etwas Besonderes haben. Ich denke man hat ein Recht sie zu zeigen. Manchmal ist intuitives Handeln produktiver – einfach mal den Kopf ausschalten – alle Regeln über Bord werfen und nach Bauchgefühl fotografieren.


Fotomodel: Susanne (2011)

Was verbindest du mit Leipzig und wie würdest du die Fotografie-Szene in deiner Stadt beschreiben?
Leipzig hat einen eigenen, einzigartigen Charme. Ich habe hier alles was ich brauche – wir haben tolle Cafés, Bars, Museen und Kirchen. Geprägt durch einen schönen alten Häuserbestand ist Leipzig auf jeden Fall sehr sehenswert. Fotografisch hat Leipzig, denke ich, auch einiges zu bieten – wobei wir da natürlich lange nicht mit Städten wie Berlin, Hamburg oder München mithalten können. Wiederum weiß ich auch gar nicht, ob wir das wollen und müssen. Wir haben hier eine kleine, aber feine Community von Leuten mit einer unglaublichen Kreativität und Energie.

Mit welchem Künstler würdest du gerne einmal zusammenarbeiten und an welchem Projekt würdest du dann mit dieser Person arbeiten wollen?
Ich liebe die Fotografien der Tattookünstlerin Kat van D. Sie sind so erfrischend und anders. Eine Tattooserie wollte ich schon immer mal machen.


Fotomodel: Jacqeline (2011)

Hast du dich auf einen Style festgelegt? Würdest du sagen, du bist eine Portrait-Fotografin oder begrenzt du dich nicht?
Ich fotografiere mit Vorliebe Portraits. Sie haben diese intensive, ehrliche und offene Art. Es geht um den Menschen so wie er ist und nicht um die Klamotte die er trägt.Für mich sind die Augen das Schönste, was ein Mensch zu bieten hat.Komplett festlegen auf die Portraitfotografie möchte ich mich allerdings nicht – gerne bin ich auch mal im Bereich der Fashionfotografie unterwegs. Vor allem habe ich mich jedoch auf weibliche Wesen spezialisiert.

Was ist dir wichtiger: ein schönes Online-Portfolio oder eine Foto-Serie?
Für mich ist beides wichtig – wobei man wahre Qualität, meiner Meinung nach, nur am Print beurteilen kann. Ich bearbeite meine Bilder immer so, dass sowohl das Web- als auch das Printergebnis zufriedenstellend sind. Es gibt kein schöneres Gefühl als ein Print in der Hand zu haben – das ist die einzige Art und Weise, die Fotografie so richtig greifbar zu machen.


Fotomodel: Josefin (2011)
Was möchtest du fotografisch noch erreichen? Welche Ziele hast du?
Ein kleines Ziel habe ich bereits erreicht – ich wollte die Menschen mit meinen Bildern erreichen. Ich denke die Fotografie ist ein ewiger, steiniger Weg des Lernens. Ich lasse mich auf dieser Reise überraschen, werde aus Kritik lernen und mich an Erfolgen erfreuen. So kann ich nicht an zu hohen Erwartungen scheitern.

Ganz zum Schluss möchte ich (was mir ganz wichtig ist)  meinen Eltern, meinem Lebensgefährten, der Visagistin Jana Wessel und Strobpixx für den dauerhaften Support und die unendliche Geduld danken – ohne diese Menschen hätte ich wahrscheinlich schon längst aufgegeben.

Kontakt zu Artline Photography

info@artline-photography.de

www.artline-photography.de

https://www.facebook.com/pages/Artline-Photography/208698725819867

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LE.View mit Thomas Wagner

LE.View ist eine Interviewreihe aus der Stadt Leipzig. Ich möchte euch in unregelmäßigen Abständen Menschen aus meiner Heimatstadt Leipzig vorstellen, die für mich kreativ und interessant erscheinen. Thomas ist für den Verein “Kreatives Leipzig” aktiv und betreut sonst eine Micro-Full-Service-Agentur.
Hey Thomas, stell Dich doch bitte kurz vor.
Hey Martin, ich bin der Thomas. Genau genommen bin ich Thomas Wagner und geborener Leipziger. Falls jetzt jemand gerade Google anwirft und nachschaut, ich bin NICHT der von Unister, habe aber trotzdem mit Internet und Medien zu tun. Seit 1999 bin ich mit meinem Geschäftspartner Dietmar Klabes selbstständig und unter der Firma mi-service.de (Abkürzung für Marketing Internet Service) tätig. So tolle Begriffe wie Online Marketing, Social Media, SEO, etc. waren damals noch nicht so in, aber genau in dem Bereich bewegen wir uns als „Micro-Full-Service-Agentur“ (der Begriff kommt nicht von mir, sondern ist letztens bei einer Grillrunde unter lauter Online-Marketing-Leuten in Berlin entstanden).

“iwazaru” – Fotografin: Neustil

Was begeistert Dich zur Zeit?
Das ist mal eine gute Frage. Ich bin gar nicht so leicht für neues zu begeistern, da ich mit dem ganzen „alten“ was mich begeistert genug zu tun habe. Spaß bei Seite. In Sachen Musik, Kunst und Kultur bin ich wirklich sehr eingefahren. Ich selber zähle mich als Musikkonsument in den Bereich EBM, Elektro und (natürlich) dem Leipziger Intelektro (Jetzt dürft Ihr mal nach „intelektro leipzig“ googlen). Als Bücher lese ich alles was mir vom Klappentext her spannend erscheint. Aktuell habe ich da Daemon von Daniel Suarez in der Hand. In dem Buch geht es um Computer, Hacker, Künstlicher Intelligenz. Das Buch wird gerade ein wenig von der Realität begleitet und erhält durch den Bundestrojaner eine interessante Beifärbung. Ein Lesetipp für alle Computernerds. Sonst noch? Na das Internet. Das begeistert mich immer. Alles neue, verspielte, Interessante. Sowohl beruflich auch als privat verbringe ich viel Zeit damit. Und wenn dann noch Zeit ist, widme ich mich einem meiner Lieblingshobbies: dem historischen Fechten. Ja, so richtig mit Schwertern aus Metall.

“Brückenschlag” – Fotograf: Wanderburg, 2007

Seit wann bist du im Internet aktiv und wie hast du es geschafft dir dort deine Existenz aufzubauen?
Wie schon oben vorweggenommen bin ich seit 1999 mit dem Internet verheiratet. Meine ersten Schritte mit Computern habe ich mit aus Robotron-Ersatzteilen gebauten Computern gemacht. Das muss Mitte der 80ziger Jahre gewesen sein. Meine erste Internetseite habe ich 1997 programmiert. Das war damals schon ein Shopsystem. Da bin ich heute noch stolz drauf. Meine Existenz habe ich mit durch Hartnäckigkeit, Ehrlichkeit und eine Portion Naivität aufgebaut. Dabei hat mir mein Studium natürlich geholfen. So als Diplomwirtschaftsingenieur (FH) bekommt man einfach die unternehmerischen Basics mit. Der Rest ist harte Arbeit und viel Glück, gute Kunden und (vor allem) gute Arbeit.

Sobald man sich mit der Leipziger Kreativszene auseinandersetzt kommt man um den Verein “Kreatives Leipzig” nicht herum, was macht dieser Verein und was ist dort deine Funktion?
Ich fange mal mit meiner Funktion an. Ich bin dort der Mensch für‘s Geld, auch Kassenwart genannt. Ich sorge dafür, dass wir als Verein nicht über die Stränge leben. Als Vorstand helfe ich mit, dem Verein die richtige Richtung zu geben. Und da wären wir beim „was macht dieser Verein“. Kurz und bündig gesagt, bündelt er Kräfte um der sehr kleinteiligen Leipziger Kreativwirtschaft eine Stimme zu geben. Sowohl gegenüber der Stadt und den Ämtern, aber auch gegenüber potentiellen Auftraggebern. Wer mehr wissen will, schaut doch mal unter www.kreatives-leipzig.de, besucht uns beim Klub Analog oder mich beim WebMontag.

Was für weitere Projekte betreust du?
Wie wichtig ist dir dabei die Gestaltung der Webseiten?

Wir betreuen ein Portfolio von Kundenwebseiten. Angefangen bei gemeinnützigen Projekten wie die Schmetterlingskids (www.rt-schmetterlingskids.de) bis hin zu Onlineshops und ganzen Warenwirtschaftsystemen. Dies Kunden betreuen wir nicht nur in Bezug auf Programmierung sondern kümmern uns auch um die Einbindung in vorhandene Marketingkanäle und Aktionen. Auch wenn wir selber nicht Layouten (das können Mediengestalter und Grafiker viel besser), haben wir natürlich ständig mit Layout zu tun. Und hier ist der Geschmack sehr verschieden. Wir achten darauf das Layout und Benutzbarkeit (oder Usability in Neudeutsch) Hand in Hand gehen. Da bremsen wir Grafiker auch schon mal aus.

Was würdest du einem Kreativen vorschlagen der sich im Web positionieren möchte? Auf was würdest du Wert legen?
An einer Internetseite kommt man im Internet wohl nie vorbei. Also empfehle ich die auf jeden Fall. Ob das ein Blog, eine klassische Seite, eine Facebookpräsenz oder sonst was ist, mache ich vom Mensch und vom Thema abhängig.
Grundsätzlich zählt nur Ehrlichkeit, Echtheit und Vertrauen. Kann ich das nicht transportieren, funktioniert es auf Dauer nicht.

Du betreust ja auch den monatlich stattfindenden Webmontag in Leipzig. Was behandelt ihr dort für Themen und worum geht es bei einem Webmontag überhaupt?
Der Webmontag ist eine tolle städteübergreifende Veranstaltung, die 2005 in Köln ihren Anfang genommen hat. Ziel ist es Menschen zu verbinden, die das Internet gestalten und die, die es konsumieren. Seit Oktober 2010 kümmere ich mich im Auftrag des „Kreativen Leipzig“ darum und versuche regionale Internetthemen auf den Tisch zu bekommen (Upps. Dann haben wir ja am 17.10.2011 einjähriges). Wir wollen also nicht die große weite Welt, sondern das regionale Netz zeigen. So geben wir aktuell Leipziger Bloggern die Chance sich der „echten“ Welt zu stellen und ihre Blogs und ihre Intentionen und Beweggründe vorzustellen. Wer also Lust hat, meldet sich bei mir!

“Leben in der DDR 2009″ – Fotograf: Dirk Förster
Was verbindest du mit Leipzig und wie würdest du die Web-Szene in deiner Stadt beschreiben?
Zwei komplett unterschiedliche Dinge in einer Frage. Ich fange mal mit dem leichtesten Teil an: Leipzig = Heimat! Punkt. Ich liebe diese Stadt, die Menschen, das Flair. Die Web-Szene ist kompliziert, vernetzt, verstritten, kleinteilig, großartig, kleingeistig. Irgendwie alles. Es gibt viele viele kleine Unternehmen und ein paar Große. Die Preise macht sich die Szene selber kaputt und jammert laut oder auch leise. Ich würde sagen, die Szene ist ganz normales „Business as usual”.

Wir haben eine Kategorie mit dem Namen „Inspiration finden“ auf Farbwolke, aus was ziehst du deine Inspiration?
Aus meiner Umwelt. Aus meiner Familie, meiner Freundin, meinen Freunden. Aus Menschen mit denen ich mich umgebe, die mir ehrlich sagen wie Scheiße oder wie gut ich bin. Ich freue mich über das Lob meiner Kunden und auch über Kritik.
Und natürlich ist das Internet ein stetiger inspirierender Begleiter.

Was für Menschen beeinflussen dich und mit welcher Persönlichkeit würdest du gerne einmal zusammen arbeiten?
Ich glaube Menschen beeinflussen mich eher unbewusst. Ich habe in dem Sinn kein Vorbild. Ich sehe zu Menschen auf, von denen ich lernen kann, die mich Vordern. Ich brauche Reflektion und Widerspruch. Ich denke das bringt mich weiter. Ein Projekt an dem ich gerne und unbedingt mitarbeiten würde, hätte bestimmt was mit „Beamen“ zu tun, denn das nervige herumfahren und herumlaufen nervt! :)

Kontakt zu Thomas Wagner?
www.mi-service.de
twitter.com/miservice
facebook.com/thomaswagnerleipzig

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LE.View mit Gabriela Wendt

LE.View ist eine Interviewreihe aus der Stadt Leipzig. Ich möchte euch in unregelmäßigen Abständen Menschen aus meiner Heimatstadt Leipzig vorstellen, die für mich Kreativ und Interessant erscheinen. Gabriela macht heute den Anfang. Sie ist eine begabte Illustratorin und verfügt über geniale Zeichen Fähigkeiten.

Hey Gabriela, stell Dich doch bitte kurz vor.
Ich bin 23, in Leipzig lebend und kreativ. Zumindest behaupte ich das von mir selbst. Das sollte aber jeder für sich selbst entscheiden. Ich habe Mediengestaltung gelernt und arbeite derzeit in der Grafikabteilung einer Agentur. Ich habe einen kleinen Mops namens Yoshi und lebe in meinem eigenen kleinen Wunderland. Da lebt sichs recht nett und da gehen auch die Ideen nie aus.

Was begeistert Dich zur Zeit?
Ich bin derzeit ein wenig auf dem asiatischen Trip. Liegt teilweise an dem Buch “Geisha”, was ich als letztes gelesen habe und zum anderen an einem asiatischen Auftragsbild, mit Kirschblüten, Drachen und den ganzen typischen Dingen. In jeder freien Minute scribble ich asiatischen Kopfschmuck vor mich hin, da ich demnächst gern eine neue Geisha zeichnen möchte (wie so vieles andere auch …)

Seit wann illustrierst du? Wie bist du zu dieser Kunst gekommen?
Naja, generell gezeichnet hab ich eigentlich schon mein ganzes Leben lang. Da aber auch bloß mit Bleistift; für Pinsel und Farbe fehlt mir irgendwie die Geduld. Nachdem ich mir dann wochenlang Tutorials über digitales Zeichnen angeschaut hab, dachte ich mir “das kannst du auch” – und so hab ich vor 3 Jahren also selbst angefangen.

Gab es ein Schlüsselerlebnis in deiner ausführenden Kunst als Illustratorin?
Mmmmh… Also die erste Zeit muss ich zugeben, hab ich noch recht einfach und plakativ gemalt. Damit war ich aber nie wirklich zufrieden. Da gab es dann auch eine recht lange Pause, in der ich nicht kreativ tätig war. Anscheinend hab ich die auch gebraucht, denn das nächste Bild war dann der Schritt in die neue Richtung. (siehe Bild) Weg vom plakativen, rein in das realistischere und detaillierte. Vergleicht man meine Anfänge mit allem, was danach kam, sieht man einen wirklich großen Schritt.

Mit was arbeitest? Was für Programme und Hilfsmittel besitzt du?
Ich zeichne hauptsächlich mit Photoshop, manchmal auch mit Illustrator, das kommt ganz auf den Stil drauf an. Außerdem nutze ich ein Grafiktablett; meinen Respekt an alle wie zum Beispiel Mandy Reinmuth, die mit der Maus zeichnen. Für mich als Linkshänderin wäre das ein Ding der Unmöglichkeit.

Zeig unseren Lesern doch einmal was von deinen Anfängen als Illustratorin.
Das könnte ja direkt peinlich werden, aber gut … wenn es denn sein muss.. immerhin war ich vor 3 Jahren noch mächtig stolz darauf ;) Das erste ist ein Lesezeichen, ich glaube da war ich vom König der Löwen Musical noch beeindruckt gewesen, deshalb das Thema. Das Zweite war der erste Versuch, mich und meinen Mops Yoshi zu zeichnen … Wenn ich diese wackligen Striche sehe.. ohje…

7. Was würdest du jemanden raten der gerade erst mit der Illustration anfängt?
Malen, malen, malen. Und wenn man merkt, es klappt nicht mehr – aufhören und Pause einlegen. Wie gesagt, bei mir hat sich dadurch irgendwo ein Schalter umgelegt. Und gerade am Anfang kann man auch viel von anderen sich anschauen, Tutorials, Videos, Blogs, was es nicht alles gibt. Da ist auch “abkupfern” noch erlaubt, bis man seinen eigenen Stil gefunden hat. Jeder kupfert am Anfang ab.

8. Wir haben eine Kategorie mit dem Namen „Inspiration finden“ auf Farbwolke, aus was ziehst du deine Inspiration?
Aus ganz Unterschiedlichem. Manchmal entwickeln sich Illustrationsgedanken durch ein Lied im Radio, eine Wetterlage, ein Buch, was ich gerade lese. Manchmal hüpft die Idee auch einfach nur durch meinen Kopf ohne einen bestimmten Ausgangspunkt gehabt zu haben.

9. Wie entsteht ein normales Werk bei dir? Fängst du an zu scribbeln und setzt es dann später um? Oder arbeitest du wie Wild darauf los?
Meistens mach ich die allerersten Scribbles noch ganz altmodisch auf Papier. Hab ich die ersten brauchbaren Ideen, setz ich das Scribble digital um, damit ich eine Vorlage habe. Völlig aus dem blauen heraus zu malen, ist irgendwie nichts für mich. Viele zeichnen ja auch erst alles grob vor, auch von den Farben her und gehen dann insgesamt immer weiter ins Detail. Ich zeichne lieber gleich alles detailliert; so hab ich was woran ich mich erfreuen kann, obwohl das Bild noch nicht fertig ist.

10. Was verbindest du mit Leipzig und wie würdest du die Kreativ-Szene in deiner Stadt beschreiben?
Mit Leipzig verbinde ich Heimat. Heimat, Familie, Freunde. Ich bin hier aufgewachsen und ich wollte die Stadt auch noch nie verlassen. Auf jeden Fall gibt es hier sehr viele kreative Leute und vor allem auch Angebote, die man nutzen kann um sich mit anderen Kreativen auszutauschen.

11. Mit welchem Künstler würdest du gerne einmal Zusammenarbeiten und an welchen Projekt würdest du dann mit dieser Person arbeiten wollen?Oh, das ist schwer. Da ich noch mit niemandem zusammen an einem Bild gearbeitet habe, wäre es Neuland, aber Interesse besteht prinzipiell auf jeden Fall schon. Wäre sicherlich recht spannend, was dabei dann am Ende rauskommt. Am besten wäre jemand aus einer völlig anderen Stilrichtung.

12. Was möchtest du noch erreichen? Welche Ziele hast du?
 Ich möchte so viele Menschen wie möglich irgendwann mit meinen Bildern erreichen können. Noch ist das ja relativ begrenzt, aber man weiß ja nie was die Zukunft bringt. Außerdem möchte ich, wenn ich genug passende Bilder zusammen habe, einen Kalender zusammenstellen. Aber mein größtes Ziel wäre ja, meine Bilder irgendwann in Großformat in einer Galerie hängen zu sehen.

13. Erzähl doch mal unseren Lesern, wo man weitere Werke von dir sehen kann und wie man dich erreichen kann.
Nun, ich bin im Facebook unter Gabriela Wendt Illustration zu finden oder mit meiner Page CherryGraphics. Außerdem kann man meine Bilder bei Interesse bei Posterlounge.de sowie Artflakes.com unter Gabriela Wendt finden und kaufen. Für Aufträge bin ich natürlich auch immer offen, einfach im Facebook oder unter g.wendt87@googlemail.com nachfragen.

Vielen Dank für dieses Interview aus der wunderschönen Heldenstadt Leipzig. 

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