Gedanken-Wolke mit Kilian Schönberger

Hey Kilian, stell Dich doch bitte kurz vor. 

Hallo zusammen, meine Name ist Kilian Schönberger und ich möchte heute auf Farbwolke ein bisschen was zu meinem fotografischen Schaffen erzählen. Mit meinen 26 Jahren schreibe ich gerade an meiner Diplomarbeit im Fach Geographie an der Universität Bonn. Die Wissenschaft vom Raum versuche ich mit der den Raum abbildenden Fotografie zu verbinden. Sprich Landschaften und zunehmend auch Stadträume sind meine fotografischen Hauptthemen. Meine Bilder veröffentliche ich unter Kilian Schoenberger Photography oder auf bildraum, meinem Fotografie & Musik Blog.

Kannst du mir ein bisschen von Dir erzählen, wo bist Du aufgewachsen und was hat Dich beeinflusst?
Aufgewachsen bin ich in der Peripherie: Im bayerischen Hinterland – mehr oder weniger direkt an der tschechischen Grenze. Die nächste größere Stadt war damals Regensburg. Heute bin ich ganz froh darüber und möchte die Erfahrungen die ich dort gemacht habe nicht mehr missen. Meine Kindheit zwischen Wald und Fluss hat mich natürlich in meiner Umweltwahrnehmung geprägt. Das ging einher mit frühem Engagement im Naturschutz und Interesse an Flora, Fauna und Naturräumen aber auch für die Geschichte bzw. regionale gesellschaftliche Veränderungen (z.B. Auswirkungen durch den Fall des Eisernen Vorhangs). Wobei ich schon damals über die Grenzen hinausgeschaut hab und Stadträume wie Prag zu schätzen gelernt habe.  Das Studium im Rheinland ist letztendlich die logische Konsequenz aus dem Leben in zwei Welten: Einerseits bewusstes Erleben urbaner Lebenskultur, andererseits das Interesse an Landschaftsräumen, in denen der Lebenswandel noch Naturbezug aufweist. Diese Dichotomie zwischen Stadt und Natur zieht sich eigentlich durch all meine Lebensbereiche.

Seit wann fotografierst du? Wie bist du zur Fotografie gekommen?
Die ersten Versuche machte ich mit der “legendären” Ricoh Caplio RR30 ab 2003. Nachdem diese 2006 unfreiwillig schwimmen ging, war eine Canon 400D mein Einstieg in die DSLR-Fotografie. Das Interesse an der Fotografie hat sich erst nach und nach entwickelt. Zuvor hab ich mehr gezeichnet. Aber irgendwie war Fotografie das geeignetere Medium um meine Eindrücke in unwegsamem Gelände festzuhalten.

Du bist ein wahnsinnig guter Landschaftfotograf, woher kommt diese Passion und was fasziniert dich selber daran?
Danke für das Lob. Manchmal wunder ich mich selbst, woher die Passion kommt. Ich habe viel darüber nachgedacht, was Landschaft oder Räume allgemein “schön” erscheinen lässt. Welche Bilder sind in unserem Unterbewusstsein verankert, dass strukturreiche Orte in der Natur (z.B. ein alter Baumbestand oder ein Wasserfall) ästhetischer und ursprünglicher empfunden werden als monotone Agrarflächen. Anscheinend sind es genau diese “strukturreichen” Szenarien, die vom Betrachter als attraktiv angesehen werden. Als Fotograf bedient man demnach entweder diese Erwartungshaltung, oder man verfolgt einen gegensätzlichen Kurs: Minimalistische Naturdarstellung in Geometrien geordnet (sprich Spannungsaufbau durch Widerlegung der vorher genannten unbewussten Erwartungshaltung). Beides funktioniert, letzteres möchte ich weiter intensivieren in Zukunft.

Auf welchen Fleck der Erde würdest du gerne mal fotografieren?
Tsja, das ist das Leiden eines Fotografen der gern mal Landschaften als Motiv nimmt. Es gibt zu viele spannende Länder und Orte. Teilweise liegen diese direkt vor der Haustür, aber wenn es exotischer sein darf: Die Antarktis oder Vulkane auf Kamtschatka…

Gib doch unseren Lesern doch mal 1-2 Tipps wie man zu so guten Aufnahmen kommt…
Eine wichtige Grundvoraussetzung ist, dass man die Szene im Sucher als zweidimensional-plane Ebene versteht, obwohl man einen dreidimensionalen Raum fotografiert. Das Auge spielt einem da öfter einen Streich und bei manchen Elementen, insbesondere wenn sie hohes optisches Gewicht im Bild haben, können ein paar Zentimeter Unterschied bei der Aufnahme entscheidend sein. Daher darauf achten, wo Linien in das Bild oder aus dem Bild heraus führen und ob z.B. aus menschlichen Köpfen Bäume erwachsen etc. In der Theorie erscheint das alles immer sehr logisch, vor Ort ist es dann oft gar nicht so einfach alle Elemente vor dem geistigen Auge auf eine Ebene reduzieren zu können. Aber spätestens wenn man es mit Wald oder Kieselsteinen an einem Ostseestrand zu tun hat, kann ein kleines angeschnittenes oder nicht angeschnittenes Nebendetail über die Qualität des Bildes entscheiden.

Eine weitere wichtige Faustregel ist: Je weiter weg vom Parkplatz man fotografiert, desto weniger tot fotografiert sind die Motive. Auch bekannte Motive kann man aus einer ungewöhnlichen Perspektive spannend für den Betrachter inszenieren. Wobei es nicht schadet ab und an mal auch bei Google etc. zu schauen wie andere Fotografen einen bestimmten Ort aufgenommen haben. Wer es riskant mag verlässt einfach öfter mal die markierten Wege…

Eine Landkarte lesen zu können hilft auch weiter, oft kann man anhand der Höhenlinien etc. spannende Fotoziele identifizieren. Scouting ist ein wichtiger Bestandteil der Landschaftsfotografie: Locations erkunden und dabei verstehen wie sie zu anderen Jahreszeiten / Licht- oder Wetterbedingungen wirken würden. Dann kann man bei optimalen Bedingungen die Bilder in den Kasten bringen! Leider ist man so mehr vom Wetter abhängig als ein Studiofotograf. Dafür gibt es aber auch überraschende Momente: Bei richtiger Licht- und Wetterstimmung kann auch ein banales Motiv wie ein abgeerntetes Maisfeld plötzlich spannend werden… andererseits mach ich viele meiner Bilder bei fahlem Licht. Prinzipiell muss man aber nicht unbedingt gleich in den Yosemite Nationalpark um gute Landschaftsfotos zu machen.

Mit was bearbeitest du deine Bilder? Kannst du uns ein wenig in deinen Workflow entführen?
Natürlich fotografiere ich im RAW-Modus: Wegen der größeren Datendichte und um im Nachhinein schon im Converter ein paar Einstellungen vornehmen zu können. Der Großteil der Arbeit am Rechner erfolgt in Photoshop. Dabei verwende ich keine externen Plugins, habe aber eine Sammlung selbst geschriebener Aktionen, die verschiedene Aufgaben erfüllen und dann lokal ausmaskiert werden. Für mich der wichtigste Schritt ist es, die einzelnen Bildelemente in ein ausgewogenes Verhältnis an Belichtung und Sättigung zu bringen. Ist dies erreicht, fällt es leichter den natürlichen Eindruck zu rekonstruieren. Ich versuche also eine authentische mögliche Realität aus dem Bild herauszuholen. Was für mich zum Beispiel nicht so gut funktioniert sind zu harte künstliche Kontraste, sehr auffällige Halos und durch Verlaufsfilter abgedunkelte Baum- und Bergspitzen.

Fotografierst du auch andere Dinge? Wenn ja was und warum?
Relativ häufig fotografiere ich Architektur. Gelegentlich auch Menschen… langfristig hab ich vor, in diesen beiden Motivbereichen intensiver zu arbeiten. Manchmal ermöglicht erst die Kombination von Architektur, Menschen und Landschaft eine tiefer gehende Darstellung eines bestimmten Ortes.

Wie stellst du dir diese Kombination vor? Was sind für dich Bindeglieder zwischen Mensch & Architektur?
Für mich besteht ein direkter Zusammenhang zwischen Mensch, Architektur und umgebender Natur. Natur jetzt nicht im Sinne eines unberührten Idealzustandes, sondern mehr als Gesamtheit der äußeren Einflüsse wie Witterung, Relief, Naturgefahren etc. Was ich sehr spannend finde ist, dass man z.B. in der traditionellen Bauweise in verschiedenen Regionen mit ähnlichem Klima, ähnliche Baustile findet. Sprich, die dort lebenden Menschen haben die Architektur an die dort vorherrschenden Verhältnisse angepasst. Weiter wurden diejenigen Rohstoffe verwendet, die in der unmittelbaren Umgebung zu finden waren… in Regionen mit eher wenig Holzvorkommen wie Schottland dominieren Steinhäuser, im Alpenraum finden sich unterschiedlichste Beispiele von Holzarchitektur und in Island hat man sogar Häuser aus Torf und Grassoden gebaut. Spätestens seit der Industrialisierung findet man auch in der Architektur eine “Überwindung” der Natur – sprich die Baustile lösen sich oft aus ihrem traditionellen lokalen Kontext. Die Frage ist: Wird auch der diese Gebäude bewohnende Mensch aus diesem Kontext gelöst? Marc Augé berichtet in seinem Buch “Nicht-Orte” von der (globalen) Austauschbarkeit künstlicher Räume und den mangelnden Möglichkeiten zur Identifikation mit diesen. Ich denke Architektur bietet sich an, Veränderungen im Sozialgefüge fotografisch zu dokumentieren. Man denke nur an die spannenden Fotoserien aus asiatischen Megacities oder die Bildbände über Relikte der Sowjetarchitektur in Russland. Immer mehr wird einem bewusst, dass wir den Großteil unserer Zeit in künstlichen Räumen verbringen. Selbst wer ursprüngliche Natur erleben will, erwarten einen idealisierten und mitunter auch romantischen Urzustand der Umwelt. Wir leben in künstlichen Lebensräumen, die Städte breiten sich immer weiter aus und selbst wenn wir den Städten den Rücken kehren, ist unsere Erwartung an die Natur an sich eine konstruierte Vorstellung (Das Naturbild wird heute meist mehr durch Werbung und Medien etc. beeinflusst als durch Eigenerfahrung). Diese Vorstellung kann man sich zunutze machen indem man die und per Landschaftsfotografie natürlich effizient bedienen bzw. auch manipulieren.

Was sagst du zum derzeitigen Trend “zurück in die analoge Fotografie” ? Reizt dich das Thema?

Analoge Fotografie könnt ich mir als separates Hobby vorstellen. Das ganze dann weniger auf die Bildergebnisse ausgerichtet, als auf das Fotografieren an sich. Analoge Fotografie ist für mich gelebte Entschleunigung. Eine Art meditative Beschäftigung. Bereits mit Digitalkamera ist es für mich ungemein entspannend im Herbststurm draußen zu sein und ein Motiv zu finden – ich denke dieser Entspannungseffekt würde sich mit analoger Technik noch verstärken lassen.

Was war bisher dein größter fotografischer Erfolg?
Im Rahmen der Buchmesse in Frankfurt letztes Jahr hat Arte für ein größeres Feature über das Gastland Island auf meine Fotos zurückgegriffen und sie so einem breiten Publikum zugänglich gemacht.

Mit welcher Person würdest du gerne einmal ein Bier trinken gehen und an welchen Projekt würdest du dann mit dieser Person arbeiten wollen?

Jetzt gerade: Mit einem Hubschrauberpiloten, der seine Freizeit gern in der Luft verbringt. Ich glaube da oben könnte man einen guten Job machen was die Visualisierung der Welt angeht. In diesem Fall aber dann aber vielleicht doch erst die Arbeit und danach das ein oder andere Bier.

Was ist dir wichtiger, ein schönes Online-Portfolio oder eine Foto-Serie?
Eindeutig die Serie. Online-Portfolios sind eher ein notwendiges Übel, am liebsten hätte ich meine Bilder in großem Format ausbelichtet in einer Halle an Roh-Beton hängen. Ich glaube das wäre ein schöner Kontrast.

Diese Idee könnte man ja auch ins Web tragen – ich stelle mir gerade eine Betonportfolio-Webseite vor… Wäre doch denkbar oder?
Das ist sicher leichter realisierbar als die Betongalerie in der Realität. Aber dann hätte man ja nur die Materialoptik und die physischen Eigenschaften, welche für mich einen großen Teil des Reizes ausmachen, würden verloren gehen. Aber natürlich ist es ebenfalls eine interessante Thematik wie man Bilder im Internet am besten präsentiert. Was kommt nach horizontalen Scrollbars, Tumblr und Onlinemagazinen? Ich bin gespannt.

Hast du ein Onlineportfolio was du unseren Lesern empfehlen würdest? Fotografen, die dich beeinflusst haben?
Ich schaue eigentlich eher Portfolios von Fotografen die nicht so viel mit Landschaftsfotografie zu tun haben. Konzeptionelle Fashionserien mit guten Ideen können mich begeistern. Aber da es hier ja um Naturfotografie im weiteren Sinne geht, empfehle ich ein Portfolio von einem Fotografen den ich sehr schätze: Vincent Munier – ein französischer Naturfotograf aus den Vogesen. Ich mag seinen sachlich aufgeräumten Stil ohne große Effekte sehr. Ebenso wie ich scheint er eine Vorliebe für die Gebiete der höheren Breiten zu haben… interessanterweise gefallen mir bei ihm auch Tierfotografien. Sein Portfolio erreicht man unter vincentmunier.com

Was möchtest du Fotografisch noch erreichen? Welche Ziele hast du?
Ich hoffe, dass ich auch in Zukunft der Fotografie beruflich treu bleiben kann. Digitale Fotografie bietet Möglichkeiten, die über Bilder machen und präsentieren hinausgehen. Da liegt durchaus Potenzial für Kombinationen mit anderen Berufsdisziplinen. Ebenso arbeite ich daran, dass meine Fotos nicht nur virtuell zu betrachten sind: Eine eigene Ausstellung mit großformatigen Abzügen wäre sicher ein Höhepunkt. Darüber hinaus gibt es ja noch einige Ziele für Fotoexkursionen die noch abgehakt werden wollen.

 

Wir haben eine Kategorie mit dem Namen „Inspiration finden“  auf Farbwolke, aus was ziehst du deine Inspiration?
Meine Inspiration ziehe ich oft aus kleinen alltäglichen Dingen. Das kann ein allein stehender Baum sein, den ich beim Zug fahren aus dem Fenster betrachte, ebenso wie ein schöner Bildband oder ein Lied, das den Soundtrack zu einer aktuellen Lebenssituation bildet. Musik ist wichtig. Wenn ich irgendwo draußen – ob Stadt oder Natur – unterwegs bin, dauert es oft nicht lange, bis mich einfach die Umgebung an sich inspiriert und der Zeigefinger möglichst schnell einen Auslöser betätigen will.

Noch ein paar abschließende Worte an unsere Leser?
Wer sich mit Fotografie beschäftigt sollte immer versuchen, sich von den Regeln und Gepflogenheiten virtueller Communities zu emanzipieren. Die ästhetischen Ideale, Motivtrends und Bearbeitungskonventionen wirken oft wie ein Korsett, dem sich leider nur zu gern unterworfen wird. Einfach die ausgetretenen Pfade verlassen und versuchen einen eigenen Stil zu finden.

 

Kontaktdaten :
Facebook | Lebensstil-Blog: bildraum.wordpress.com | Portfolio : www.kilianschoenberger.de

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VOGUE – Making of – The September Issue

Gestern zufällig auf Arte gesehen und ich war begeistert. Einige von euch kennen sicher den Film “der Teufel trägt Prada” – diese Dokumentation ist ungeschönt und gibt ein wahren Einblick hinter die Kulissen des Kult-Magazins. Man hat das Gefühl als wäre die VOGUE eine sektenähnliche Vereinigung. Ein muss für jeden Fotografen und Modeinteressierten. Anna Wintour – eine Dame mit Charme.

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Sommersprossen.

Einige wissen es vielleicht schon… Ich bin ein riesiger Fan von Sommersprossen. Daher hab ich auch letztlich meine gute Freundin Saskia in Leipzig fotografiert. Nun hab ich aber auch mal so bei Flickr geschaut und möchte euch einfach ein paar schöne Sommersprossen-Fotos zeigen und euch an meiner Freude teilhaben lassen.

Saskia

Alicesofia

guardami

spur of delights....

smile pink

Self Portrait

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Die Leica-Geschichte

Eine 45 Minütige Dokumentation über die Leica. Dieser Film lief auf dem Hessischen Rundfunk und gerade wer sich für die Leica-Modelle interessiert sollte sich diesen Film mal anschauen. Der HR schrieb über diesen Film folgendes:

“Leica – ein Begriff, der vielen ein begehrliches Glitzern in die Augen zaubert. Denn schließlich handelt es sich nicht um irgendeinen Fotoapparat, sondern um die Kleinbild-Kamera, die in den zwanziger Jahren die Welt der Fotografie revolutionierte. Die Geschichte der Firma, die die Leitz-Kamera auf den Markt brachte, begann 1869 in Wetzlar: Dort übernahm damals Ernst Leitz senior die kleine optische Werkstatt von Carl Kellner, in der Mikroskope gebaut wurden. “

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Making of: Himmel auf…

Silbermond ist ja nun eigentlich nicht so meine Musik, aber dieses Making-Of zu dem Video ist für mich einfach genial. Es bringt das richtige Gefühl rüber und es ist genauso wie wir Menschen sind, komplett unterschiedlich. Was ist für dich Glück?

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Gedanken-Wolke mit Paupi

Paupi ist ein guter Mensch. Ich durfte ihn schon persönlich kennen lernen und wir haben auch schon einmal zusammen Fotos gemacht. Wir stehen fast täglich im Kontakt. Ich hab euch auch schon mal sein Portfolio hier auf der Farbwolke vorgestellt. Wir teilen oft die gleiche Einstellung und endlich konnten wir ein gemeinsames Interview durchführen.

Facebook:  https://www.facebook.com/fotopaupi
Webseite: http://www.paupi.net 

Hey Paupi, stell Dich doch bitte kurz vor. 

Moinsen – ich bin Paupi. :)  Hihi, 38 jahre alt,  komme aus ner schwäbischen Kleinstadt, verheiratet (ja glücklich sonst wär ich‘s nicht), keine Kinder,  Mietwohnung,  kein Hund.

Foto: Björn Lexius (http://www.bjoernlexius.de/)

Was begeistert Dich zur Zeit? (Musik/Ausstellung/Buch/…)

Musikalisch bin ich irgendwo hängen geblieben. :) Ich bin auch was Musik angeht ziemlich intolerant. Ich bin Punkrocker und mag alles, was sich da drum herum so tummelt. Wobei ich zugeben muss, dass ich so manch‘ Elektro- und Hiphopzeug ganz gut finde. Ich will da aber gar nicht über meinen beschränkten Tellerrand gucken. Länger als 10 Minuten ertrag ich das aber nicht. :) Motown hat sich auch bei mir eingenistet – total angenehm in der Kneipe und beim Autofahren.

Ausstellungen finde ich meist langweilig und ein aktuelles Lieblingsbuch kann ich dir gerade auch nicht sagen. Fernsehtechnisch kriegst du mich mit den Simpsons und ins Kino geh ich nicht.

Seit wann fotografierst du? Wie bist du zur Fotografie gekommen?

So richtig bewusst, also mit ner Spiegelreflex, seit 2007, glaube ich. Fotografiert hab ich schon immer, allerdings mit ner Hosentaschenknipse. Einfach immer und überall draufgehalten. Sind viele wirklich lustige Fotos entstanden. :) Irgendwann hab ich mich dann durchgerungen ne DSLR zu kaufen. Dann viel gelesen –  ausprobiert – nicht verstanden – sein gelassen. :) Ich hab mich relativ schnell dazu entschieden nur Festbrennweiten zu verwenden. Wegen der Lichtstärke und weil du,  glaube ich, ein anderes Gefühl für‘s Motiv bekommst, als nur dazustehen und den Zoomring zu drehen.


Du scheinst deine Bilder ja öfters zu bearbeiten, was für Software benutzt du und wie würdest du deinen eigenen Stil beschreiben?

Naja, bearbeiten ist da vielleicht der falsche Ausdruck. Ich mache relativ wenig an meinen Bildern, manchmal auch zu wenig. Die Raws entwickle ich mit Aperture. Damit mache ich eigentlich fast alles. Da habe ich meine Lieblingspresets zur Verfügung. Retouche – außer es ist ein Mörderpickel auf der Nase – gibbet bei mir nicht. Augen nachschärfen und das war‘s auch schon. Irgendwann werd‘ ich auch da mehr machen (müssen) – ich will aber immer weit weg sein von glattgebügelter Haut. Menschen haben ihre Dellen, Hautunreinheiten, krumme Nasen, abstehende Ohren. Das gehört zu ihnen und das muss auch auf den Bildern transportiert werden. Es will doch niemand ernsthaft so aussehen wie die Cretins aus der Werbung?! ich will auch grundsätzlich das derjenige der fotografiert werden will/soll – sich so kleidet und evtl. schminkt wie er das sonst auch macht.
Wir haben eine Kategorie mit dem Namen „Inspiration finden“  auf Farbwolke, aus was ziehst du deine Inspiration?Puh, klar zieht man seine Ideen auch durch das anschauen von anderen Bilder. Jeder der sagt, dass er das nicht macht, lügt glaube ich. Da sind wir aber schnell in der Diskussion: Inspiriert oder geklaut? Schwieriges Thema. Ist glaube ich wie in der Musik. Jedes Riff gab es schon mal. Ich suche aber nicht vor einem Shooting passende Bilder von anderen Fotografen und stell die dann nach.

Inspiration ziehe ich sonst aus Musik,  dem Beobachten auf der Straße,  irgendwelchen kranken Gedanken, Germanys next Topmodel, whatever! Einfach mit offenen Augen rumtigern.

Was ist deine fotografische Lieblingsstadt? Auf welchen Fleck der Erde würdest du gerne mal fotografieren?

Natürlich das Viertel! :) Und nachdem wir 2011 in New York waren,  ich bin immer noch geflasht, glaube ich,  dass dir New York auch noch nach 10 Jahren interessante Motive bietet. So viele verschiedene Menschen, Plätze, Dinge und jeden Tag ist es anders. Irgendwann will ich dort auch mal ein Fotodings machen, ansonsten würde ich gerne mal,  nicht nur zum Fotodingsen, nach Tokio.

Wenn du Fotos machst, auf was achtest du? Dein inneres Gefühl oder ob technisch alles Perfekt ist?

Da ich mit der Technik oftmals auf Kriegsfuß stehe – inneres Gefühl. Ich finde ein Bild muss wirken. Da ist es mir erst mal egal, ob das jetzt 100% scharf ist, irgendeinem goldenen Schnitt oder sonst was entspricht. Leute die auch bei Feedback sich nur auf solche Sachen stürzen kann ich leiden wie den HSV. Auch aus dem Grund treibe ich mich überhaupt nicht mehr in irgendwelchen Fotoforen oder der Fotocommunity rum. Klar will man besser werden und auch technisch bessere Bilder machen. Ich habe zum Glück viele professionelle Fotografen im Freundeskreis und einer meiner ältesten Sankt Pauli Freunde Stefan (www.stefangroenveld) versucht mich immer nen Level höher zu schieben. Das klappt glaube ich auch ganz gut.

Du bist sehr in der Fußballszene von St. Pauli verankert, was genau machst du dort und probierst du auch diesen Szene Kult fotografisch zu verarbeiten?

Puh, mach mal schnell das Kult weg. Ich bin jetzt seit fast 20 Jahren dabei, aber irgendwie ist der von den Medien beschriebene Kult noch nicht an mir vorbeigelaufen. Ernst: ist tatsächlich eine Erfindung der Medien und wird aber tatsächlich von vielen Fans so gesehen und versucht zu leben. Die lustigen immer feiernden Party-Paulis waren wir aber noch nie.

Ich bin seit etwa 10-12 Jahren in der Fanszene aktiv. In verschiedenen Gruppen und Gremien. Zusätzlich bin ich seit 2008 gewähltes Mitglied im Fanclubsprecherrat – der offiziellen Vertretung der eingetragenen Fanclubs.

Fotografisch bin ich zumindest im Viertel zu Hause und auch viele/die meisten der Menschen die ich fotografiere sind eher in der aktiven Fanszene anzutreffen. Natürlich wird bei solchen Fotos immer irgendwie versucht der Vereins/Viertelbezug zum Thema zu machen. Macht ja auch einen Großteil unseres Lebens aus. Ich mein: Ich hab keinen Freund ohne Fussballbezug – Urlaube und Hochzeiten werden nach dem Spielplan terminiert und am Spieltag kann man leider nicht auf ne Beerdigung gehen.

Mit welchem Künstler würdest du gerne einmal Zusammenarbeiten und an welchen Projekt würdest du dann mit dieser Person arbeiten wollen?

In meinem erweiterten Freundeskreis treiben sich ja so einige “Musikgrößen” rum – da gibt es schon interessante Typen mit denen es sicher spaßig wäre und die auch bereit wären sich von nem Typen wie mir ablichten zu lassen. Hat sich halt bisher nicht ergeben. Ein bestimmtes Projekt/Plan hab ich da nicht im Kopf – hab ich eh selten. :) Ich hab keine Ahnung, irgendwas wird sich da mal durch Zufall ergeben – darauf hinarbeiten eher nicht. Ich bin eh nicht so der Typ, der guckt wer was ist oder erreicht hat, ein Star ist. Ich kann nur mit Menschen was machen, die auch auf meinem Level sind, menschlich und politisch.

Man sieht von dir fast nur Portraitfotos, würdest du dich als Portraitfotograf bezeichnen oder wie stehst du z.B. zur Architekturfotografie?

Schwieriges Thema – mir hat es die Menschenfotografie angetan. Wenn ich Gebäude und/oder Landschaft fotografiere sieht das irgendwie immer naja aus. Ich krieg da einfach den Zugang nicht. Bei Menschen hast du viel mehr Möglichkeiten zu experimentieren und kannst mit Emotionen und/oder Launen spielen und davon profitieren. Ich mag‘s auch total Menschen in ihrer Umgebung abzubilden. Dort wo sie wohnen, sie sich wohl fühlen,  wo sie verwurzelt sind. Ich habe vor einem Shooting (doofes Wort) selten wirklich die Bilder im Kopf. Immer ein paar Ideen,  aber das meiste ergibt sich dann wenn man unterwegs ist. Ich treff mich mit den Leuten immer irgendwo in der Stadt und dann gehen wir los und gucken wie es sich entwickelt – probieren zusammen aus. Zwischendrin setzt man sich irgendwo zusammen hin quatscht, trinkt ein Kaffee oder Bierchen, raucht ne Zigarette und macht weiter. Ich hab die Erfahrung gemacht das die Leute sich dann deutlich wohler fühlen und sich auch öffnen. Entspannte Menschen sind auf Fotos irgendwie cooler. :)

Was ist dir wichtiger, ein schönes Online-Portfolio oder eine Foto-Serie?

Ich denke beides ist wichtig. Zuallererst muss natürlich die Serie gut sein,  sonst biste ja selbst nicht zufrieden und der/diejenige, die du stundenlang gequält hast auch nicht. Wenn du Fotos veröffentlichen darfst,  finde ich,  muss auch dein Online-Portfolio / Website / whatever, vor allem zu dir und zu deinem Style passen.

Was möchtest du Fotografisch noch erreichen? Welche Ziele hast du?

Puh! Ich möchte meinen Weg weiter gehen, meinen Style (sofern ich den habe) weiterentwickeln und mehr Technik(en) lernen. Ich will das auch immer nur hobbymäßig machen und nur dann wenn ich Bock drauf habe.


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Nord Korea – Photoshop Tutorial

Ich hab selten so ein geniales, lustiges Tutorial gesehen. Photoshop made by North Korea. Aber schaut selbst und tragt es in die Welt.

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