Als das Licht laufen lernte.

Daniela Leitner schrieb mir vor einigen Wochen eine E-Mail um mir ein bestimmtes Projekt vorzustellen. Ich hab mich etwas eingelesen und bin begeistert. Daniela schrieb eine Diplomarbeit mit dem Titel:  »Als das Licht laufen lernte«. Sie beschreibt ihre Arbeit kurz und knapp:  ”Meine Diplomarbeit verbindet die Welt der Wissenschaft mit der Welt des Designs und dies auf äußerst humorvolle und kreative Weise.” 

Beim durchklicken haben mich die Bilder die sie dazu geschossen hat, sehr begeistert und über 1000 Seiten. Ein Mammut-Projekt.  Weiter schreibt sie:

“Um auch hartgesottene »Physikverweigerer« aus der Reserve zu locken, ist das Text-Bild-Verhältnis mehr als ausgewogen, zudem werden sämtliche Texte stets behutsam häppchenweise präsentiert. In sieben Kapiteln, die jeweils sieben ganze Bücher geworden sind, beschäftige ich mich zunächst mit der Welt des Al­ler­kleins­ten, die durch die Quantenmechanik beschrieben wird, anschließend wird die Licht­ge­schwin­dig­keit und die Spezielle Relativitätstheorie ins Visier genommen. Unsere Sonne, die Entstehung des Sonnensystems sowie die allerersten Sterne, die es in unserem Universum jemals gab, werden in weiteren Kapiteln intensiv beleuchtet. Mit dem »Lichtvorhang«, dem Moment, in dem das Licht laufen lernte, sowie dem Anfang von allem, dem Urknall, endet die umfangreiche Buchserie schließlich.


Der »Rote Faden« des Projekts ist die sogenannte »Rotverschiebung«. Licht wird nämlich, sobald es sich von uns entfernt, mehr und mehr ins Rote verschoben. Und da das Universum expandiert, erscheint Licht, von je weiter es kommt und je tiefer es sich somit in der Vergangenheit befindet, immer röter. Entsprechend verändert sich die Papierfarbe der einzelnen Kapitel, die ja von der Gegenwart immer weiter in die Vergangenheit führen, schrittweise von Violett nach Rot und auch die Farben der Fotografien passen sich dabei an.


Grundlage dieser Buchserie war eine extrem intensive Recherchephase, in der ich mir völlig freiwillig und ohne, dass ich zunächst wusste, warum ich das überhaupt tat, physikalisches Fachwissen angeeignet habe. Schuld an alldem war der Physiker Prof. Dr. Harald Lesch, der mit seiner Sendung »alpha-Centauri«,zum Thema »Was ist Licht?«, ein seltsames Erweckungserlebnis in mir auslöste. Denn zuvor war das Thema Physik für mich (wie wohl für so viele) der absolute Horror… Harald Lesch hat meine Arbeit, obwohl ich keine Studentin an seiner Hochschule war, freiwillig betreut und auch das Vorwort dafür verfasst. Es ist geplant, die Buchserie von einem Sachbuchverlag verlegen zu lassen sowie weitere Bücher in diesem Stil zu publizieren. Ein gemeinsames Buchprojekt mit Harald Lesch ist bereits in Planung.”

Ein sehr spannendes Projekt, ich hoffe es irgendwann einmal gedruckt in der Hand halten zu können. Die Fotos überzeugen mich und ich glaube der Inhalt bringt einen spielerisch was bei.

Mehr Informationen zu dem Buchprojekt gibt es bei der Daniela auf der Webseite: http://www.danielaleitner.de

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Kubikfoto³

Mich erreichen relativ häufig E-Mails mit den Anliegen, die ein oder andere Webseite vorzustellen. Selten ist was gutes dabei, aber vor ein paar Tagen hab ich mich das erste mal seit langem mal wieder auf einer Seite verloren.  Kubikfotos sind komplexe Abbildungen der Wirklichkeit, durch die sich der User bewegen kann und mit denen er interagieren kann. Echte Locations, echte Menschen, echte Produkte.

Mit der eigenen Webseite geht das Team für mich einen ironisch, einzigartigen Weg. Gerade die einzelne Szenen, haben mich zum lachen gebracht.

Es gibt eine Flash und eine HTML5 Version, zwischen denen man  hin- und herschalten kann. Hier kann man die Versionen vergleichen und gucken was mit HTML5 schon alles machbar ist. Optimiert ist die HTML5 Version für das iPad2.

Aber schaut doch selbst und klickt euch durch:

http://www.kubikfoto.de

 

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Gedanken-Wolke mit Paupi

Paupi ist ein guter Mensch. Ich durfte ihn schon persönlich kennen lernen und wir haben auch schon einmal zusammen Fotos gemacht. Wir stehen fast täglich im Kontakt. Ich hab euch auch schon mal sein Portfolio hier auf der Farbwolke vorgestellt. Wir teilen oft die gleiche Einstellung und endlich konnten wir ein gemeinsames Interview durchführen.

Facebook:  https://www.facebook.com/fotopaupi
Webseite: http://www.paupi.net 

Hey Paupi, stell Dich doch bitte kurz vor. 

Moinsen – ich bin Paupi. :)  Hihi, 38 jahre alt,  komme aus ner schwäbischen Kleinstadt, verheiratet (ja glücklich sonst wär ich‘s nicht), keine Kinder,  Mietwohnung,  kein Hund.

Foto: Björn Lexius (http://www.bjoernlexius.de/)

Was begeistert Dich zur Zeit? (Musik/Ausstellung/Buch/…)

Musikalisch bin ich irgendwo hängen geblieben. :) Ich bin auch was Musik angeht ziemlich intolerant. Ich bin Punkrocker und mag alles, was sich da drum herum so tummelt. Wobei ich zugeben muss, dass ich so manch‘ Elektro- und Hiphopzeug ganz gut finde. Ich will da aber gar nicht über meinen beschränkten Tellerrand gucken. Länger als 10 Minuten ertrag ich das aber nicht. :) Motown hat sich auch bei mir eingenistet – total angenehm in der Kneipe und beim Autofahren.

Ausstellungen finde ich meist langweilig und ein aktuelles Lieblingsbuch kann ich dir gerade auch nicht sagen. Fernsehtechnisch kriegst du mich mit den Simpsons und ins Kino geh ich nicht.

Seit wann fotografierst du? Wie bist du zur Fotografie gekommen?

So richtig bewusst, also mit ner Spiegelreflex, seit 2007, glaube ich. Fotografiert hab ich schon immer, allerdings mit ner Hosentaschenknipse. Einfach immer und überall draufgehalten. Sind viele wirklich lustige Fotos entstanden. :) Irgendwann hab ich mich dann durchgerungen ne DSLR zu kaufen. Dann viel gelesen –  ausprobiert – nicht verstanden – sein gelassen. :) Ich hab mich relativ schnell dazu entschieden nur Festbrennweiten zu verwenden. Wegen der Lichtstärke und weil du,  glaube ich, ein anderes Gefühl für‘s Motiv bekommst, als nur dazustehen und den Zoomring zu drehen.


Du scheinst deine Bilder ja öfters zu bearbeiten, was für Software benutzt du und wie würdest du deinen eigenen Stil beschreiben?

Naja, bearbeiten ist da vielleicht der falsche Ausdruck. Ich mache relativ wenig an meinen Bildern, manchmal auch zu wenig. Die Raws entwickle ich mit Aperture. Damit mache ich eigentlich fast alles. Da habe ich meine Lieblingspresets zur Verfügung. Retouche – außer es ist ein Mörderpickel auf der Nase – gibbet bei mir nicht. Augen nachschärfen und das war‘s auch schon. Irgendwann werd‘ ich auch da mehr machen (müssen) – ich will aber immer weit weg sein von glattgebügelter Haut. Menschen haben ihre Dellen, Hautunreinheiten, krumme Nasen, abstehende Ohren. Das gehört zu ihnen und das muss auch auf den Bildern transportiert werden. Es will doch niemand ernsthaft so aussehen wie die Cretins aus der Werbung?! ich will auch grundsätzlich das derjenige der fotografiert werden will/soll – sich so kleidet und evtl. schminkt wie er das sonst auch macht.
Wir haben eine Kategorie mit dem Namen „Inspiration finden“  auf Farbwolke, aus was ziehst du deine Inspiration?Puh, klar zieht man seine Ideen auch durch das anschauen von anderen Bilder. Jeder der sagt, dass er das nicht macht, lügt glaube ich. Da sind wir aber schnell in der Diskussion: Inspiriert oder geklaut? Schwieriges Thema. Ist glaube ich wie in der Musik. Jedes Riff gab es schon mal. Ich suche aber nicht vor einem Shooting passende Bilder von anderen Fotografen und stell die dann nach.

Inspiration ziehe ich sonst aus Musik,  dem Beobachten auf der Straße,  irgendwelchen kranken Gedanken, Germanys next Topmodel, whatever! Einfach mit offenen Augen rumtigern.

Was ist deine fotografische Lieblingsstadt? Auf welchen Fleck der Erde würdest du gerne mal fotografieren?

Natürlich das Viertel! :) Und nachdem wir 2011 in New York waren,  ich bin immer noch geflasht, glaube ich,  dass dir New York auch noch nach 10 Jahren interessante Motive bietet. So viele verschiedene Menschen, Plätze, Dinge und jeden Tag ist es anders. Irgendwann will ich dort auch mal ein Fotodings machen, ansonsten würde ich gerne mal,  nicht nur zum Fotodingsen, nach Tokio.

Wenn du Fotos machst, auf was achtest du? Dein inneres Gefühl oder ob technisch alles Perfekt ist?

Da ich mit der Technik oftmals auf Kriegsfuß stehe – inneres Gefühl. Ich finde ein Bild muss wirken. Da ist es mir erst mal egal, ob das jetzt 100% scharf ist, irgendeinem goldenen Schnitt oder sonst was entspricht. Leute die auch bei Feedback sich nur auf solche Sachen stürzen kann ich leiden wie den HSV. Auch aus dem Grund treibe ich mich überhaupt nicht mehr in irgendwelchen Fotoforen oder der Fotocommunity rum. Klar will man besser werden und auch technisch bessere Bilder machen. Ich habe zum Glück viele professionelle Fotografen im Freundeskreis und einer meiner ältesten Sankt Pauli Freunde Stefan (www.stefangroenveld) versucht mich immer nen Level höher zu schieben. Das klappt glaube ich auch ganz gut.

Du bist sehr in der Fußballszene von St. Pauli verankert, was genau machst du dort und probierst du auch diesen Szene Kult fotografisch zu verarbeiten?

Puh, mach mal schnell das Kult weg. Ich bin jetzt seit fast 20 Jahren dabei, aber irgendwie ist der von den Medien beschriebene Kult noch nicht an mir vorbeigelaufen. Ernst: ist tatsächlich eine Erfindung der Medien und wird aber tatsächlich von vielen Fans so gesehen und versucht zu leben. Die lustigen immer feiernden Party-Paulis waren wir aber noch nie.

Ich bin seit etwa 10-12 Jahren in der Fanszene aktiv. In verschiedenen Gruppen und Gremien. Zusätzlich bin ich seit 2008 gewähltes Mitglied im Fanclubsprecherrat – der offiziellen Vertretung der eingetragenen Fanclubs.

Fotografisch bin ich zumindest im Viertel zu Hause und auch viele/die meisten der Menschen die ich fotografiere sind eher in der aktiven Fanszene anzutreffen. Natürlich wird bei solchen Fotos immer irgendwie versucht der Vereins/Viertelbezug zum Thema zu machen. Macht ja auch einen Großteil unseres Lebens aus. Ich mein: Ich hab keinen Freund ohne Fussballbezug – Urlaube und Hochzeiten werden nach dem Spielplan terminiert und am Spieltag kann man leider nicht auf ne Beerdigung gehen.

Mit welchem Künstler würdest du gerne einmal Zusammenarbeiten und an welchen Projekt würdest du dann mit dieser Person arbeiten wollen?

In meinem erweiterten Freundeskreis treiben sich ja so einige “Musikgrößen” rum – da gibt es schon interessante Typen mit denen es sicher spaßig wäre und die auch bereit wären sich von nem Typen wie mir ablichten zu lassen. Hat sich halt bisher nicht ergeben. Ein bestimmtes Projekt/Plan hab ich da nicht im Kopf – hab ich eh selten. :) Ich hab keine Ahnung, irgendwas wird sich da mal durch Zufall ergeben – darauf hinarbeiten eher nicht. Ich bin eh nicht so der Typ, der guckt wer was ist oder erreicht hat, ein Star ist. Ich kann nur mit Menschen was machen, die auch auf meinem Level sind, menschlich und politisch.

Man sieht von dir fast nur Portraitfotos, würdest du dich als Portraitfotograf bezeichnen oder wie stehst du z.B. zur Architekturfotografie?

Schwieriges Thema – mir hat es die Menschenfotografie angetan. Wenn ich Gebäude und/oder Landschaft fotografiere sieht das irgendwie immer naja aus. Ich krieg da einfach den Zugang nicht. Bei Menschen hast du viel mehr Möglichkeiten zu experimentieren und kannst mit Emotionen und/oder Launen spielen und davon profitieren. Ich mag‘s auch total Menschen in ihrer Umgebung abzubilden. Dort wo sie wohnen, sie sich wohl fühlen,  wo sie verwurzelt sind. Ich habe vor einem Shooting (doofes Wort) selten wirklich die Bilder im Kopf. Immer ein paar Ideen,  aber das meiste ergibt sich dann wenn man unterwegs ist. Ich treff mich mit den Leuten immer irgendwo in der Stadt und dann gehen wir los und gucken wie es sich entwickelt – probieren zusammen aus. Zwischendrin setzt man sich irgendwo zusammen hin quatscht, trinkt ein Kaffee oder Bierchen, raucht ne Zigarette und macht weiter. Ich hab die Erfahrung gemacht das die Leute sich dann deutlich wohler fühlen und sich auch öffnen. Entspannte Menschen sind auf Fotos irgendwie cooler. :)

Was ist dir wichtiger, ein schönes Online-Portfolio oder eine Foto-Serie?

Ich denke beides ist wichtig. Zuallererst muss natürlich die Serie gut sein,  sonst biste ja selbst nicht zufrieden und der/diejenige, die du stundenlang gequält hast auch nicht. Wenn du Fotos veröffentlichen darfst,  finde ich,  muss auch dein Online-Portfolio / Website / whatever, vor allem zu dir und zu deinem Style passen.

Was möchtest du Fotografisch noch erreichen? Welche Ziele hast du?

Puh! Ich möchte meinen Weg weiter gehen, meinen Style (sofern ich den habe) weiterentwickeln und mehr Technik(en) lernen. Ich will das auch immer nur hobbymäßig machen und nur dann wenn ich Bock drauf habe.


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Highspeed Fotografie Tutorial

Durch meine Streifzüge durch das Web bin ich vor ein paar Tagen auf eine wunderbare Seite gestoßen. Nils Liebherr war mir bisher nicht bekannt und ich hab mich ein wenig durch seinen Blog geklickt. Dabei ist mir ein Tutorial aufgefallen was mir sehr imponiert hat.

Nils beschreibt wie er dieses Bild gemacht hat und was für Tricks er dafür verwendet hat.

 

Das Schwierigste bei einer solchen Aufnahme ist natürlich das Timing! Mit dem Versuch, einfach im richtigen Moment den Auslöser zu drücken, kommt man wohl nicht weit.

Gerade das Bild vom Aufbau empfand ich als spannend:

  • Unten seht ihr meine Kamera, die Canon EOS 7D mit dem Canon 100mm Macro Objektiv. Das ganze natürlich auf Stativ.
  • Die beiden schwarzen Kisten dienen dazu, das Blitzlicht abzuschatten, so dass es nicht direkt in die Linse einfällt und so unschöne Effekte verursacht.
  • Oben schwarze Pappe als Hintergrund, da drauf seht ihr noch eine Schraubzwinge mit der Glühbirnenfassung und die kaputte Glühbirne.
  • Schräg links/rechts von der Pappe stehen die beiden Blitze.
  • Rechts neben der Pappe steht ein quadratischer Rahmen aus Styropor, der mit zwei Lagen Alufolie bespannt ist.
  • Auf der linken Kiste liegt dann noch meine Luftpistole und auf der rechten mein Blitzauslöser.
  • Wenn ihr mir über diese Highspeed Fotografie erfahren wollt. Schaut euch doch einfach das komplette Tutorial an.

    >> Hier geht es zum Tutorial

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    delighted magazine – Fotografie aus einer anderen Sicht

    Jana möchte bald eine neues Fotografie Magazin starten. Ich möchte den beiden Gründerinnen mit einen kleinen Gastartikel die Chance geben hier ihr Projekt vorzustellen. Sie haben einiges zu sagen… 

    Wir, Susan und Jana, haben ein neues Fotografie Magazin "delighted magazine" gegründet, welches vor ein paar Tagen online gegangen ist. Damit haben wir uns einen Traum erfüllt, als Fotografin und Redakteurin freiberuflich zu arbeiten. Der Weg in die Selbstständigkeit war und ist aber nicht immer einfach. In einem kleinen Interview haben wir uns gegenseitig zu unserer größten Leidenschaft der Fotografie und unserem neuen Magazin mit Onlineseminar befragt:

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    Susan: Hallo Jana, wir wollen dich erst einmal kennenlernen. Erzähle doch mal, wer du bist?
    Jana: Mein Name ist Jana Mänz und ich bin 35 Jahre alt. Ursprünglich habe ich Diplom Geographie mit Schwerpunkt Fernerkundung und Geographische Informationssysteme studiert. Damals war es mein Traum, im Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt, der ESA oder Nasa einen Job zu bekommen. Doch es kam alles anders und ich bin stattdessen Multimediamanagerin und Redakteurin in einem großen Verlag geworden. Die Tätigkeit habe ich 10 Jahre lang ausgeübt, bis mein Sohn zur Welt gekommen ist und damit sich nicht nur mein privates Leben sondern auch meine beruflichen Wünsche sich geändert haben.

    Susan: Was bedeutet die Fotografie für dich?
    Jana: Sie bedeutet mir sehr viel. Bis vor einem Jahr war sie mein größtes Hobby, meine private Leidenschaft mit kleinen Ausflügen ins Nebengewerbe. Die Fotografie ist Inspiration pur. Sie lässt mich, vor allem wenn ich in der Natur bin, den Alltag vergessen. Andere gehen joggen, um Nachzudenken, ich gehe stundenlang fotografieren.

    Jana: Was bedeutet dir die Fotografie? Was macht sie für dich Besonders, zumal es ja etwas ist, was scheinbar jeder macht?
    Susan: Es ist so ähnlich wie bei dir, Jana. Ausgleich. Meditation. Aber auch Kreativität. Das ist in den Jahren des Studiums ein wenig untergegangen, wenn man bedenkt, dass ich eigentlich Kunst studieren wollte und ständig gemalt und gezeichnet habe. Inzwischen habe ich das ja durch die Fotografie ersetzt. Ich weiß nicht genau, warum das so ist, aber wenn ich nicht fotografieren kann, mich ein wenig kreativ austoben kann, werde ich unzufrieden und gereizt. Ich brauche das wie die Luft zum atmen.

    Susan: Wie war das, als du entschieden hast, dich kopfüber in die Selbständigkeit zu stürzen?
    Jana: Wenn ich ehrlich bin, das war überhaupt kein Kopfüber, sondern ein ganz langer Prozess. Ich stamme aus einer Familie, in der alle Familienmitglieder schon immer selbstständig waren. Ich war die Erste in der Familie, die wie viele Jahre fest angestellt war. Doch der Wunsch nach persönlicher und kreativer Freiheit gärte schon sehr lange in mir. Schon 2005 spielte ich mit dem Gedanken, doch ich wusste überhaupt nicht, wie ich das machen sollte. Im selben Jahre machte sich mein Partner selbstständig und ich hatte Angst vor den finanziellen Konsequenzen, wenn wir es gleichzeitig getan hätten. Als ich dann in die Elternzeit ging, wurde der Wunsch nach einer Selbstständigkeit immer stärker. Mithilfe einer guten Freundin reifte der Entschluss es wirklich zu tun und ich arbeitete an einem Geschäftskonzept. Das ist mittlerweile schon 2 Jahre her und erst im Frühjahr dieses Jahres habe ich meinen Job gekündigt. Ich würde daher jedem empfehlen, sich mit der Entscheidung sehr viel Zeit zu lassen. Eine Existenzgründung aus der Not heraus, geht meistens schief.

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    Jana: Mit welchen Gedanken hast du dich beschäftigt, als du dich freiberuflich gemeldet hast. Was waren deine größten Bedenken, den Schritt zu tun? Und wie hat deine Familie reagiert?
    Susan: Ich bin, wenn ich ehrlich sein soll, nie besonders glücklich in meinen Jobs gewesen. Mir wurde alles recht schnell langweilig oder ich hatte einen unfreundlichen Chef oder die Arbeit war nicht das, was ich machen wollte oder…irgendetwas war immer. Die Selbstbestimmung hat mir immer gefehlt und die Abwechslung. Hinzu kommt, dass ich die freiberufliche Tätigkeit am besten mit der Familie in Einklang bringen kann.

    Susan: Wieso Fotografie? Viele sagen ja, dass sie nicht professionell ins Fotobusiness einsteigen wollen, die Fotografie lieber als Hobby beibehalten wollen, weil sie Angst haben, den Spaß daran zu verlieren. Wie siehst du das? Offensichtlich nicht so, oder…?
    Jana: Nein, ich habe keine Bedenken davor, dass ich den Spaß dabei verliere. Sicherlich ist der Behördenpapierkram sehr lästig und ich träume davon, mir irgendwann jemanden zu suchen, der mir das komplett abnimmt. Was das fotografische betrifft, habe ich mir eine Nische gesucht. Ich arbeite nicht wie viele als Hochzeitsfotografin, denn das liegt mir nicht. Stattdessen fotografiere ich als Geographin. Das ist eine ganz andere Herausforderung. Doch ich liebe es meine geographischen Kenntnisse in meinen Fotografien zu zeigen. Und ich liebe es mit meinen grünen Wald- und Wiesengummistiefeln stundenlang durch Naturschutzgebiete zu laufen. Hier fühle ich mich zu Hause.

    Susan: Wie bist du auf die Magazinidee gekommen?
    Jana: Die Idee kam sozusagen über Nacht. Zum einen schreibe ich unter janasworld.de

    Doch das ist ein privater Blog mit vielen unterschiedlichen Themen und ich habe überlegt, wie ich meine fotografischen Kenntnisse besser bündeln könnte. Gleichzeitig stand ich öfters völlig ratlos vor diversen Fotografie-Magazinen in unserem Kiosk und ich fühlte mich wenig inspiriert von diesen. Ich überlegte, warum ich diese Zeitschriften nicht gerne kaufe. Am Geld würde es nämlich nicht liegen, denn ich gebe viel Geld für Bücher und Zeitschriften aus. Ich sprach nebenher mit vielen anderen fotografiebegeisterten Menschen, die mir alle das Feedback gaben, dass sie auch kaum Zeitschriften aus den selben Gründen kaufen würden: zuviel Technik, zuviel Kamera-Werbung, zuwenig kreative Bestandteile. Und so wurde die Idee geboren, ein kreatives Fotografie-Magazin zu gründen, das vor wenigen Tagen online gegangen ist. Ich freue mich da sehr drauf, vor allem weil ich in dir Susan, eine wunderbare Ergänzung gefunden habe.

    Susan, erklär doch bitte kurz, welche Themen wir in dem Magazin aufgreifen werden und was das Besondere an unserem Magazin ist.
    Wir wollen uns unterscheiden von all den Fotografie-Magazinen, die extrem technik-lastig sind. Frauen sehen das teilweise anders als Männer, denke ich. Männer, die Fotografie betreiben, sind für die neuesten Gadgets und den technischen Schnickschnack sehr leicht zu begeistern. Vielleicht ist es ein Klischee, aber die Magazine sehen ja nicht ohne Grund alle so aus. Diese thematische Gewichtung zugunsten der Technik geschieht jedenfalls auf Kosten der Kreativität. Wo Technik wichtig wird, ist kein Platz für Experimente, für Spielereien, für Träumereien, selbst für Fehler. Selbst die Tutorials und Fotografie-Tipps erklären lediglich, wie wann welche Technik zum Einsatz kommt. Diesen übertriebenen Perfektionismus nehmen wir als seelenlos und kalt wahr. Daher wollen wir mit delighted-magazine.de die kreative Seite betonen, sozusagen ein Sprachrohr und eine Hilfe für die Kreativen sein, die Angst vor Technik haben oder sich nicht dafür interessieren.

    Nicht, dass wir uns hier falsch verstehen: es ist essentiell für den Fotografen, seine Kamera zu kennen. Nur wollen wir das nicht überbewerten. Wir behandeln technische Fragen, aber so, dass man keine Angst davor haben muss. Wir wollen nicht mit Daten um uns schlagen, sondern den Lesern und Leserinnen verständlich machen, warum man sich gerade in dieser oder jener technischen Frage auskennen sollte. Als Stichwort nenne ich hier die manuelle Bedienung der Kamera vor der viele Angst haben. Diese wird häufig in anderen Magazinen als selbstverständlich vorausgesetzt, doch ich stelle immer wieder fest, dass es so selbstverständlich gar nicht ist.

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    Erklärungen oder Erläuterungen findet man auch in der etablierten Foto-Literatur eher selten. Es wird vorausgesetzt, dass jeder weiß, was z.B. der AV-Modus ist oder wie eine Graukarte verwendet wird. Dabei wissen viele nicht einmal, was eine Graukarte ist, geschweige denn, wie man sie einsetzt. Oder welche Funktion die Blende an der Kamera hat. Besonders Anfänger sind da überfordert und lassen sich schließlich lieber gar nicht darauf ein, weil es zu schwierig erscheint. An der Stelle wollen wir mit unseren technischen Tutorials und Tipps ansetzen, nicht am Gear oder den Gadgets.
    Außerdem bieten wir in unserem Magazin viele Tutorials an, die die kreative Seite der Fotografie behandeln. Fragen der Komposition, des Bildinhalts. Wir wollen dazu anregen, dass Leute nicht nur knipsen, sondern auch darüber nachdenken, was sie tun. Und zwar auf eine Weise, die über die Frage nach der Belichtungszeit und des Weißabgleichs hinausgeht.
    Wir werden außerdem auch praktische Dinge behandeln wie zum Beispiel “Wie fotografiere ich Schmuck?” “Wie fotografiere ich Food?” “Wie lichte ich Weihnachtsmotive am besten ab?” “Wie setze ich meine Kinder toll in Szene?”. Themen, die besonders Frauen interessieren, aber auch für Männer nicht uninteressant sein dürften. Es ist kaum zu glauben, wie wenig konkrete Informationen es dazu gibt. Klar, über die richtige Beleuchtung und Belichtung wird immer geredet, doch man findet nie oder nur sehr schwer Tipps zur Inszenierung der Objekte, kreative Anstöße, wie man Objekte ansprechend in Szene setzen kann und dergleichen. Es gibt Bücher darüber, nur will ich mir nicht jedesmal ein neues Buch kaufen, wenn ich eine bestimmte fotografische Aufgabe in Angriff nehme, von der ich nicht weiß, ob ich das wiederholen will. Die Stelle soll unser Magazin ausfüllen.
    Wir behandeln auch Fragen, die eher mit der Psyche und dem kreativen Schaffen zusammenhängen wie beispielsweise die Frage, was ich machen soll, wenn ich ein kreatives Tief habe. Wie ich mit negativer Kritik oder generell mit Unzufriedenheit umgehe. Auch das ist etwas, mit dem sich das klassische Fotomagazin überhaupt nicht abgibt, obwohl diese Krisen letztendlich dazu führen können, ein wunderschönes Hobby ganz aufzugeben.
    Außerdem wollen wir auch Inspiration bieten, daher der Ausstellungskalender und die Interviews mit Fotografen: es ist wichtig, Bilder zu betrachten, über den Tellerrand hinauszuschauen, um Bilder zu machen, um bessere Bilder zu machen.

    …und wie auf die Webinar-Idee? Das ist doch eine eher exotische Idee, oder?
    Exotisch sicherlich in Deutschland. International gesehen eher nicht. Ich selber habe Online-Seminare im englischsprachigen Raum besucht und entdeckt, welche vielfältigen Möglichkeiten ein Online-Seminar bietet. Endlich ist es möglich, viele unterschiedliche Dozenten aus ganz Deutschland in einem Webinar zu vereinen und sie persönlich kennen zu lernen. Neben interessanten Materialien, die sich der Teilnehmer downloaden kann, besteht zudem die Möglichkeit des Netzwerkaufbaus, des Austauschens mit anderen Teilnehmern mit dem selben Ziel. Und das schöne, man kann sich zu Hause weiter bilden und dies mit Beruf und Familie vereinbaren. Für mich als Mutter und Selbstständige bietet diese Form der Weiterbildung ungeahnte Möglichkeiten, dank dem Internet ist alles möglich.

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    Susan, erzähl unseren Lesern, worum es in unserem Seminar “Tue das, was du liebst und liebe das, was du tust! Kreative Wege sich als Fotograf selbständig zu machen. geht. Warum ist das kein reines Existenzgründerseminar?

    Existenzgründerseminare gibt es wie Sand am Meer. Wir wollen aber kein reines Existenzgründerseminar, obwohl es einen großen Teil des Webinarinhalts ausmacht. Aber es gibt kaum oder sogar gar keine Existenzgründerseminare, die sich ausschließlich auf die Fotografie konzentrieren. Gerade in der heutigen Zeit, wo der Fotomarkt sowieso schon überlaufen ist, ist es sehr wichtig, dass man sein Business so gut wie möglich vorbereitet und alle Informationen zur Hand hat, um sich voll und ganz auf den Aufbau des Geschäfts zu konzentrieren statt eine Menge Zeit in Recherchearbeiten zu investieren. Diese Informationen wollen wir mit Hilfe von versierten Fachleuten vermitteln.
    Hinzu kommt aber, dass es auch wichtig ist, kreativ zu sein – sein Fotobusiness so aufzubauen, dass es Spaß macht, dass man sagen kann: “Dies und nichts anderes wollte ich mein Leben lang machen!” Wir regen auch an, um die Ecke zu denken, kreative Nischen zu suchen, den Mut zu haben, auch andere Wege zu gehen. Wir wollen Mut machen, dem eigenen Fotobusiness Herz und Seele zu verleihen: die eigene Existenz ist keine 08/15-Angelegenheit, die genau so gestaltet werden muss wie alle anderen auch. Gerade ein Fotobusiness kann durch die eigene Persönlichkeit geprägt werden und gewinnen – etwas, das im manchmal allzu praktisch orientierten Deutschland gerne vergessen wird. Den Mut haben viele nicht, weil sie entweder nicht daran denken oder nicht darin bestärkt werden, eigene Wege zu gehen. Dabei sehen wir es als wichtig an, das eigene Geschäft durch die Persönlichkeit zu formen, es nicht nur als Mittel zum Zweck – zum Geldverdienen – anzusehen, sondern auch als etwas, das Erfüllung bedeutet. Und seien wir ehrlich: gehen wir lieber in eine chromblitzende Kauffabrik oder halten wir uns lieber in einem kuscheligen, vielleicht auch extravaganten Laden mit Herz und Seele auf?e-course-pola (8)

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    Planst du, dich selbständig zu machen? Bewegen dich diese und noch mehr Fragen rund um die Selbständigkeit als Fotograf? Wenn du mit dem Gedanken spielst, dann besuche  unser Online-Seminar: Kreative Wege sich als Fotograf selbstständig zu machen. E-Course und Webinar 2012. Der e-Course inkl. Webinar beginnt am 30. Januar 2012 und dauert 8 Wochen. In den Webinaren wirst du unter anderem den bekannten Werbefotograf Jens Brüggemann und den Justizar des Deutschen Fotoverbandes (DVF) Wolfgang Rau als Dozenten kennen lernen und von ihren umfangreichen Erfahrungen profitieren. Informiere und registriere dich unter www.fotografie-webinar.de und sichere dir einen von 20 Seminarplätzen.
    Wir freuen uns auf dich.

    // Ich wünsche euch beiden viel Glück mit eurer Idee und hoffe ihr werdet damit Erfolg haben. Ich drücke euch beide Daumen.

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    Patrick Ludolph aus Hamburg

    Paddy von neunzehn72.de dürften ja nun viele von euch kennen. Klar er ist ein “Blogger”, aber eben auch ein guter Fotograf. Er fotografiert hauptsächlich Menschen und ist oft als Hochzeitsfotograf in Hamburg unterwegs. Ich hab vor ein paar Wochen einen Workshop besucht und ihn dabei persönlich kennengelernt. Er ist mehr der geniale Technik-Typ, mit dem man sicherlich auch bei einem Fotoshooting sehr viel Spaß haben kann.

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    Polaboy

    Geile Idee von der LIGHTBOYS GmbH aus Hamburg. Man nimmt eine Polaroid Optik, bezieht damit ein eigenes Bild und in der Nacht fängt es auch noch an zu leuchten. Sehr schöne Idee – die man sich mal unter  polaboy.de anschauen sollte.  Leider sind die Preise sehr sehr hoch, aber wer kann schon von sich behaupten ein XXL Polaroid im eigenen Wohnzimmer hängen zu haben? Hach, ich geh mal sparen…

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    (via BenHammer)

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