Die Zukunft von Twitter – Urban Twitter

Die Zukunft von Twitter…
Heute möchte ich mal einen Beitrag über mein derzeitiges Lieblings-Web 2.0 Spielzeug Twitter schreiben. Ich fang jetzt nicht an , Twitter noch einmal zu erklären, wer noch nicht weiß, was dieses „Twitter“ ist, kann sich gerne zu erst meinen Gastbeitrag  „Twitter – die Möglichkeiten“ bei dem Webstandard-Team durchlesen.  (Unser Twitter-Account @Farbwolke )

Twitter, kurz vor dem Hype?
Fragt man heute, Verwandte und Freunde, die nicht gerade Blogger sind, nach Twitter, wird man nur Schräg angeguckt. Normale Print/TV Medien berichten kaum über dieses Web-Applikation, wer Blogs liest kennt es. Wer nur die Nachrichten verfolgt kann es zu einer hohen wahrscheinlich gar nicht erst kennenlernen.  Nun stellt man sich doch mal vor, mit Twitter geschieht genau dasselbe wie mit Facebook. Vielleicht ist auch möglich, das bleeper.de DER deutsche Twitter Klon wird ähnlich wie bei StudiVZ damals.  Aber denkt man einmal 2 Jahre vorwärts, ist es eigentlich nur logisch das Twitter durch die Decke schießen wird.  Vielleicht ist es jetzt noch etwas für Netjunks und Nerds, aber der Trend geht definitiv zur mobilen Kommunikation, das Iphone macht es vor und alle ziehen nach. Wenn wir nun ständig dieses Internet in unserer Hosentasche mit uns herumtragen, wird wohl die SMS bald aussterben. Die Kommunikation wird sich neue Wege suchen vor allem billigere und qualitativ hochwertigere.

Wie kann dieser Hype ausgelöst werden?
Ich hab da so eine Vorahnung. Obama hat sehr stark auf die Netzaffinität junger Leute gesetzt. Nächstes Jahr findet die Bundestagswahl in Deutschland statt, es werden viele Politiker auf diesen fahrenden Zug aufspringen. @Hubertus_heil hat es vor  gemacht, er ermöglichte die direkte Kommunikation mit Politikinteressierten, damals noch von den Medien zerrissen, könnte es nächstes Jahr einen „Politiker“-Run auf Twitter geben.

Politiker als Multiplikatoren für ein Web 2.0 Unternehmen?
Ja, wieso nicht? Berühmte Leute ziehen immer Aufmerksamkeit auf sich. Gerade die der Medien. Wie spannend wird es für einen Journalist sein, direkt lesen zu können, was ein A-Politiker denkt und wie er über andere denkt. Der Politiker wird mit Twitter die direkte Kommunikation mit seinen Wählern suchen, dabei wird sein Image als besonders „trendy“ & „Volksnah“ hochstilisiert.

Was wünsche ich mir von Twitter?
Sehr zeitnah, sollten sie eine Gruppen-Funktion einbauen. Somit lernt man schneller neue Follower kennen,  dabei sollte man ein 2. Level in Twitter einbauen, klicke ich auf die Gruppe, kann ich gerade den Stream von den Gruppenangehörigen sehen, klicke ich wieder heraus bin ich in meiner eigenen Follower Timeline.  Eine kleine Thumbnail Vorschau von eingebetteten Bildern (Snaplog / Twitpic ) wäre sicherlich auch sehr praktisch.

Twitter-Vision im Alltag (Urban Twitter).
Twitter, zeichnet sich durch die Kurzlebigkeit in 140 Zeichen aus. Entweder man gibt sich dieser Bombardierung von Textnachrichten hin oder man guckt einfach weg.  Twitter, bedeutet direkte Kommunikation, egal ob über Web oder über das eigene Handy.   Wie kann man nun aber Twitter im Alltag einsetzen? Twitter benutzt um Dinge zu Gruppieren # Hashtags. Nun könnte man doch diese Hashtags, als Objekt sehen. Man registriert sich keine Nutzernamen mehr, sondern Hashtags. Viele kennen ja von diversen Barcamps -> Twitter-Walls. Diese Idee könnte man noch stärker vereinfachen. Ein Gebäude wird mit dem Hashtag -> #Disco-Leipzig-Meyer-Straße gekennzeichnet oder registriert. Nun lässt der Betreiber, den RSS Feed zu seinem Hashtag ständig über einen PC abrufen, dieser PC ist dann wiederrum mit einer LED Tafel gekoppelt. So können sich die Partyleute  untereinander mit ihren Twitter Account vernetzen und über diese Tafel sich näher kennenlernen. Natürlich sollte man, den Spam dabei vermeiden. Also baut man einfach eine Standort Abfrage ein, jeder der sich im Umkreis von 100 Meter zu der LED Tafel befindet kann eine Nachricht schreiben. Oder man baut interaktive Stadttafeln auf, man schickt an die jeweilige Tafel einfache Fragen wie z.B. „Wo befindet sich hier der nächste Blumenladen?“ Nun können andere User / Anwohner direkt auf diese Frage antworten. Das Prinzip ist sehr simpel könnte aber den Alltag revolutionieren.  Oder man installiert eine derartiges LED-Laufband einfach in einer Straßenbahn, somit wird die Kommunikation untereinander gefördert und die lokale Vernetzung wäre ein stärkerer Faktor.

Wie kann Twitter Geld verdienen?
Geht man von meiner „Vision“ aus, könnte man die Hashtags verkaufen. Ein Gebäudehashtag kostet so und so viel, oder Twitter darf Werbung an die Gebäude-Tags schicken, dafür spricht man ja auch die Zielgruppe direkt an (Partyleute -> Bier Werbung, Straßenbahn -> Ticketpreise usw.) 

Fazit:
Twitter hat ungeahnte Möglichkeiten, wie diese nun umgesetzt werden ist fraglich. Aber sobald ein Hype einsetzen sollte (wovon auszugehen ist) wird auch die Weiterentwicklung einsetzen. Ich bin gespannt und froh ein Teil ( @ritman77 ) dieser eventuellen revolutionären Erfolgsgeschichte zu werden.

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Dieser Artikel wurde von Martin Neuhof geschrieben.

Gründer & Ideengeber von der Farbwolke. Ist ein Twitter-Fan und mag es Fotos zu machen. Man kann seine gesammelten Werke auf martin-neuhof.com anschauen. Wer mit dem Autor reden möchte kann auch gerne über Facebook Kontakt aufnehmen. Gefallen dir diese Beiträge und du möchtest dem Autor vielleicht eine kleine Überraschung machen? Dann schau doch mal bei seinem Amazon.de Wunschzettel vorbei.

9 Kommentare:

  • Casi sagt:

    Sehr nette Visionen :) Twittergruppen gibt es ja bereits, auch wenn die Funktion wesentlich rudimentärer ausfällt als beispielsweise bei FriendFeed. Aber dafür kann man z.B. bei Tweetdeck oder PeopleBrowsr die Gruppen sehr schön anordnen :)

  • Martin sagt:

    @casi

    Ja eben, bei Tweetdeck oder PeopleBrowsr, aber wieso gibt es kein hauseigenes Add-On von Twitter? Ich glaub, mit so einem Feature würde Twitter noch ein ganz großen Schritt nach oben machen.

    -> Vergleich StudiVZ, wieviele Gruppen werden da pro Tag erstellt? Genug. ;)

  • Thomas sagt:

    Nette Ideen & Gedanken. Doch ich glaube du bewertest Twitter etwas über.

    Barack Obama wird von Twitter ebenso viel Ahnung haben wie Angela Merkel. Die Einbindung der Netzgemeinschaft war wohl eher der kluge Gedanke eines technikbegeisterten Wahlkampfmanagers in Obamas Team. Dass es solche Leute auch in Deutschland gibt, kann sehr gut sein – dass diese es allerdings auch auf die Ebene der aktiven Wahlkampfgestaltung eines deutschen Spitzenpolitikers schaffen ist sehr, sehr unrealistisch. Klar macht unsere Bundeskanzlerin einen Podcast aber dies ist aus Sicht der Politik wahrscheinlich schon so hypermodern, dass es die nächsten Jahre der technische Status quo bleiben wird.

    Deine zweite Idee der Twitter-Tafeln in der Stadtlandschaft kann ich nicht so recht nachvollziehen. Warum sollte ich etwas, was ich problemlos im Netz erledigen kann über den Umweg der LED-Tafeln in der realen Welt anzeigen lassen?
    Denk Dir einfach ein gescheites Hashtag-System aus, verbreite es und der Effekt wäre der gleiche. Da jeder ohnehin mobiles Internet dabei hat (Zukunft) wäre das die effizientere Lösung. Zumal ich LED-Tafeln mit den langsam scrollenden Inhalten extrem nervig finde. ;)
    Auch die gesellschaftliche Relevanz wäre nicht groß genug Twitter-Tafeln den Eingang in die Stadtplanung/Städtebau zu ermöglichen.

    Die Nutzer werden immer nur eine kleinen der “echten” Gesellschaft darstellen. Bei Events kann ich mir das aber durchaus vorstellen.

  • „Twitter kurz vor dem Hype?“:
    Ich glaube, der Hype wird sich durch unsere deutschen Politiker nicht wiederholen lassen. Das hat man an der genannten Kritik seitens der Medien gegenüber Hubertus Heil schon ganz gut erkennen können. Genauso wird Twitter keinen Siegeszug vergleichbar mit StudiVZ/Facebook antreten können, weil der Sinn von Twitter einfach Vielen noch nicht auf der Hand liegt. Ich könnte mir aber vorstellen, dass eine Verankerung in Hardware die Wende bringen könnte, also vorinstallierte Programme auf PC’s /Mac, oder die standardmäßige Einbindung ins Handy, als SMS Alternative.

    Die Idee mit den Hashtags finde ich ganz gut, allerdings befürchte ich, das auch hier die nötige Hardware, sprich Handy + Twitter + Location Based Services erstmal populär werden muss. Dann sind nicht nur die Vision von der Disko realistisch, sondern auch die „schnelle Hilfe per Twitter“ möglich.

    Für die Monetarisierung von Hashtags müsste man diese erstmal eingrenzen, sprich Hashtags müssten registriert werden. Es kann also nicht jeder neue Hashtags ins Leben rufen, es sei denn er zahlt dafür.
    Aber auf jeden Fall eine denkbare Lösung

  • Christian sagt:

    Hi, hast Du Lust das Thema Twitter und Hype als Gastartikel bei WeHype weiterzuspinnen?
    Im Netz war der Twitterhype ja deutlich spürbar und läßt nicht nach.

  • Martin sagt:

    @Dennis

    Medien schwimmen doch auch nur mit dem Strom. Ich glaub sobald einige A Politiker sich dazu aufraffen, sich einen Twitter Account zuzulegen und dann auch sinnvolles von sich geben, könnten die Medien, Twitter langsam in ein positives Licht rücken.

    @Thomas

    Twitter, hat den lokalen Bezug, im Internet gibt es nicht zu jeder Straßenecke den lokalen Bezug. Gäbe es eine Stadttafel könnte sich die Bürger des Viertels direkt miteinander austauscheun und damit dann “fremden” helfen. Anwohner wissen über ihr Viertel ja wohl am meisten Bescheid. Es ist eben nur noch ein Handy + die Tafel von nöten um miteinander kommunizieren zu können. Mobil 4 free.

  • Benedikt sagt:

    Die Idee mit den Gruppen liegt in der Luft. Ich denke, dass es nicht lange dauert, bis Twitter das Feature international bringt und nicht nur in Japan wie bisher. Wünschenswert wäre jedoch, dass man die Gruppen nicht manuell zusammensuchen muss, sondern dass diese sich automatisch generieren lassen. Sei es eine Liste der Leute, die einen am häufigsten per @ antworten oder eine Liste der Leute, denen man am häufigsten mit @ antwortet oder auch eine themenbezogene Liste, z.B. Leute, die gerade über #republica09 twittern.

  • christian sagt:

    Sorry, ich hab hier gar nicht mehr reingeschaut ;)
    Ist nun schon ne Weile her, he?!

    Jetzt wird immer noch über Twitter als Hype gesprochen, in den USA ist der Dienst längst Mainstream.
    Klick auf meinen Namen und Du siehst den jetzigen Eintrag zum Thema. Wir können einen aktuellen Artikel zum Thema zu Dir verlinken oder Du schreibst ein paar Takte zu aktuellen Situation und ich bau das mit Link zu Dir ein.
    Antworte am besten über Twitter @wehype ;)

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Idee, Konzept & Gestaltung : Martin Neuhof // Autoren: Nelly Hempel & Martin Neuhof