Gedanken-Wolke mit Dierk Roeder

Dierk habe ich über die Webseite http://www.designausdeutschland.de/ kennengelernt. Eine Webseite wo jeder Gestaltungsfreiraum bekommt und dort eine riesige Sticker-Wand entstehen soll (macht mit!) . Das war mir Anlass genug um das “Gesicht” dahinter ein wenig näher kennenzulernen. Dabei ist ein sehr witziges Interview entstanden.

1. Stell Dich doch bitte kurz vor.

Hallo, ich bin Dierk (33) und lebe in Köln. Ich habe Kommunikationsdesign studiert und arbeite jetzt seit 5 Jahren selbständig als Mitinhaber der Kommunikations-Agentur “Hoffnungsträger”.

dierkroeder

2. Was begeistert Dich zur Zeit?

Also im Moment bin ich schwer begeistert von meinem Kaffee, der vor mir steht. Dabei läuft über Webradio “FM4″, einem österreichischen Radiosender. Der begeistert mich seit einiger Zeit ziemlich. Super Musik, für einen öffentlich-rechtlichen Radiosender.

3. Du verlässt Deinen Körper und siehst Dir selbst zu. Welche 3 Dinge fallen Dir zuerst auf?

Wenn ich meinen Körper verlassen könnte, würde ich mir sicher andere Dinge anschauen, als mich selbst. Es gibt da so einige Fragen, die mich schon seit Jahren beschäftigen:

- Was machen die Katzen, wenn sie alleine sind?
- Was redet Marietta Slomka so, wenn das Mikro schon aus ist?
- und was schaun sich die anderen an, die auch ihren Körper verlassen können?

4. Was machst Du um Deine Brötchen zu verdienen?

hoffnungstraegerbuero

Ich bin Mitinhaber von “Hoffnungsträger – Agentur für Kommunikation” in Köln. Uns gibt es jetzt seit 5 Jahren und wir betreuen Kunden aus den unterschiedlichsten Branchen in Sachen Unternehmenskommunikation. Mein Part ist hauptsächlich der Bereich “Digitale Medien”. Ich habe vor meinem Design-Studium noch etwas anderes (sehr technisches) studiert und mich dort u.a mit Programmierung beschäftigt. Die Verbindung von Technik und Gestaltung ist für mich sehr spannend und macht wohl meine eigentliche Arbeit aus. Nebenher arbeite ich noch als freier Dozent an einem IT-Zentrum für z.B. Web-Usability und außerdem noch als Usability-Berater für Unternehmen wie z.B. Mazda Europe.

5. Wir haben eine Kategorie mit dem Namen „Inspiration finden” auf Farbwolke, aus was ziehst du deine Inspiration?

Es gibt bei mir keinen konkreten Weg, auf gute Ideen zu stoßen. Ich bin einfach grundsätzlich an den unterschiedlichsten Dingen interessiert und halte meine Augen offen. Inspiration bedeutet für mich, dann Dinge miteinander zu verknüpfen, die eigentlich nichts miteinander zu tun haben.

6. Siehst du deinen Beruf / Ausbildung, eher als Mittel zum Zweck oder ist er deine Leidenschaft?

Naja, als Selbständiger oder auch Freelancer muss man früher oder später bekanntlich auch durch schwierigere Phasen. Wenn man die erste oder vielleicht auch schon zweite Phase hinter sich hat und noch immer den selben Job hat, dann muss es wohl Liebe sein. Außerdem bin ich so einer, der gar nicht so viel Geld verdienen kann, dass er deswegen dauerhaft einen Job machen könnte, der keinen Spaß macht.

7. Wie sieht ein typischer Tag in Deinem Leben aus?

Ja, den gibt es leider tatsächlich.

0630 – Wecker
0800 – Büro
1300 – Currywurst
1830 – zu Hause
…. – Bett

Kann auch sein, dass es schonmal anders läuft :)

8. Zeitmaschnine. Wie sieht Dein ideales Ich/Leben in 20 Jahren aus?

Also in 20 Jahren bin ich in der Lage, meinen Körper zu verlassen und schau mir gern beim Currywurst-Essen zu. Außerdem lass ich mich noch immer gerne inspirieren und begeistern von den banalen Dingen des Alltags. Ich fahre einen Volvo Amazon und noch immer meine Vespa, die dann 46 Jahre alt ist. Hoffentlich. Und wenn ich dann mal wieder interviewt werde, plauder ich aus, was Marietta Slomka so zu sagen hat.

9. Mit welchen Alter hast du Angefangen, kreativ zu werden? Und wann hast du es bewusst wahrgenommen?

Ich frag mich manchmal heute noch, ob ich überhaupt kreativ bin. Ich erinnere mich nur an eine “Schlüsselphase” in meinem Studium. Also in dem ersten, falschen Studiengang. Das war so technisch, dass ich plötzlich gemerkt habe, dass mir was fehlt. Da hab ich begriffen, dass ich einen Job brauche, bei dem ich kreativ arbeiten kann. Ich bin also niemand, der schon immer bewusst super kreativ war. Ich hab halt den anderen Weg genommen und irgendwann registriert, dass ich das brauche.

10.Was war der Tiefpunkt & der Höhepunkt deiner gestalterischen Laufbahn?

Also mein Tiefpunkt war definitiv meine Diplomarbeit. Die wollte ich zuerst ein Semester nach hinten schieben und hab mich ziemlich kurz vor Abgabe doch dafür entschieden. Das Ergebnis war dementsprechend…hat aber trotzdem gereicht!

11.Denkst du man sollte kreative Bereiche wie Illustration /Typografie / Fotografie voneinander trennen oder ist die Symbiose ausallem für dich besser?

Ich bin der Meinung, jeder soll ja machen, was er kann. Ich persönlich muss diese Bereiche voneinder trennen, da ich nicht ansatzweise per Hand auch nur einen geraden Strich zeichnen kann. Wichtig finde ich, dass man immer so viel Ahnung von den anderen Bereichen hat, dass man die Arbeiten bewerten kann. Scheuklappen halte ich bei den kreativen Berufen für völlig fehl am Platz. Ob man dann mehrere Dinge gut kann oder nur eins besonders gut, halte ich für zweitrangig.

12.Kannst du uns Einblicke in deine aktuellen Arbeiten geben?

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13. Wie nimmst du Straßenkunst im allgemeinen war / Gefällt dir es? Was gefällt dir?

Ich beschäftige mich schon seit meinem Studium mit dem Thema “öffentlicher Raum” in der Stadt. Ich finde, Straßenkunst ist eine logische Folge auf die mangelnde Wichtigkeit, die öffentlichen Räumen und Plätzen bei uns zugestanden wird. In vielen der alten Kulturen war der öffentliche Raum der Mittelpunkt des Lebens und eine absolute Selbstverständlichkeit. Das Stadtbild war dem angepasst und bot unglaublich viele Freiräume zur Gestaltung der Öffentlichkeit.

Öffentlicher Raum bietet die Möglichkeit, Fremdes kennenzulernen, den eigenen Horizont zu erweitern und sich damit weiterzuentwickeln. Die mangelnde Möglichkeit, sich in der Öffentlichkeit zu entfalten und zu begegnen, ist für mich der Ausgangspunkt von Straßenkunst. Es ist wohl einfach das Bedürfnis, seine Umwelt aktiv mitzugestalten.

14.Welche 3 Seiten besuchst Du regelmäßig?

www.spiegel.de
www.mayer-imbiss.de
www.facebook.com

15.Mit welcher bekannten Persönlichkeit würdest du gerne einmal Zusammenarbeiten und an welchen Projekt würdest du dann mit dieser Person arbeiten wollen?

Lukas Podolski! Und das Projekt wäre die Deutsche Meisterschaft 2010 mit dem FC.

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Dieser Artikel wurde von geschrieben.

Gründer & Ideengeber von der Farbwolke. Ist ein Fotograf aus Leipzig. Man kann seine gesammelten Werke auf martin-neuhof.com anschauen. Wer mit dem Autor reden möchte kann auch gerne über Facebook Kontakt aufnehmen.

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