Gedanken-Wolke mit Martonos

Heute schon das 2. Interview bei uns auf Farbwolke. Martonos, beobachte ich schon lange. Ein aufgeschlossener cooler Typ, der auch bei Twitter aktiv ist. Bin froh diesen kreativen Zeitgeist ein paar Fragen zu stellen.

1. Stell Dich doch bitte kurz vor.
Also mein Name ist Marten (21), wie Martin – nur eben mit e und ich komme aus Rostock. Im Moment studiere ich Kommunikations-und Multimediadesign in der westlichsten Stadt Deutschlands – Aachen. Ich sorge hier quasi für den Erhalt der Ostquote.

martonos

2. Was begeistert Dich zur Zeit? (Musik/Ausstellung/Buch/…)

Eindeutig Fotografie! Ich kann gar nicht Aufhören mir Portfolios reinzuziehen, bei flickr rumzuklicken oder darauf zu warten,dass der Feedreader wieder etwas schönes ausspuckt. Am liebsten mag ich die echten Sachen, die nicht so sehr gephotoshopt wurden. Außerdem steh ich grad auf lightwriting und werde das ganz sicher in einem Studienprojekt benutzen! Fetzt einfach.

3. Du wirkst für mich wie der typische Sunny-Boy, wie oft verbringst du deine Zeit am Strand und kannst du surfen?

Ach wie gerne wäre ich das auch wieder! Nur der Strand ist recht weit weg und außerdem ist es dann nur die Nordsee. Ich bin Rostocker und mag diesen Ebbe-Flutmist nicht. Bei Heimatbesuchen bin ich aber so oft wie es geht am Strand, wälze mich im Sand und lass die ganze Welt einfach mal an mir vorbei ziehen. Surfen kann ich nicht, aber ich bin leidenschaftlicher Frisbeezocker und kann einen halben Kasten Bier in der Sonne trinken, ohne umzukippen – Das ist immerhin ein bisschen Sunny-Boy mäßig.

4. Was machst Du um Deine Brötchen zu verdienen?

Als Student bin ich wohl eine kleine Ausnahme, zu mindestens in unserem Studiengang – ich arbeite in einer Agentur als Web-Entwickler, bin Barkeeper und realisiere nebenbei kleinere Websites. Damit lässt es sich sehr gut über die Runden kommen.

5. Wir haben eine Kategorie mit dem Namen „Inspiration finden“  auf Farbwolke, aus was ziehst du deine Inspiration?

Inspiration finde ich oft überall, deshalb bin ich auch einer von denen, die ihr kleines Schwarzes Notizbuch immer dabei haben. Da kleb ich Ausschnitte aus Zeitschriften rein, wenn mir die Farben und Formen gefallen oder scribble einfach mal drauf los. Eine Zeit lang hab ich die verschiedensten Layouts für Internetseiten skizziert, davon nutze ich noch heute einiges. Ansonsten natürlich Designblogs, Gallerien und Portfolios. Selbst in unserem Studium wird man immer wieder inspiriert. Insgesamt versuche ich einfach meine Umgebung wahrzunehmen und immer wenn mir etwas gefällt oder meine Gedanken voranschreiten, schreib ich mir das auf – leider bin ich verdammt vergesslich.

6. Siehst du deinen Beruf / Ausbildung, eher als Mittel zum Zweck oder ist er deine Leidenschaft?

Teilweise Ja, teilweise Nein. Wenn ich keinen Spaß oder keine Leidenschaft an meinen Arbeiten habe, werden Sie auch oft nicht sonderlich gut. Sobald ich mich auf ein Projekt einlasse, muss ich mit Herz und Seele dabei sein.
Natürlich hab auch ich “Brot-arbeit”, die ich mache um an Kohle ranzukommen, wovon ich mir dann meistens irgendwelche schönen Sachen (wie Kameras oder Klamotten) kaufe, reise oder einfach lebe, dass gehört einfach dazu.

7. Wie sieht ein typischer Tag in Deinem Leben aus?

Mit der Frage überforderst du mich jetzt ein bisschen, da jeder Tag irgendwie seinen eigenen Rhythmus hat. Ich versuche meistens so früh, wie ich eben kann aus den Federn zu kommen. Also steh ich so zwischen 8 und 15 Uhr auf, geh duschen, trinke einen Kaffee, ess ein bisschen Müsli, check die Feeds und Mails, überlege was am Tag so ansteht und gehe dann zur Uni oder beginne direkt mit der Arbeit. Gegessen wird so bald ich Hunger habe und gearbeitet so lange wie ich muss oder Lust habe. Abends steh ich dann entweder hinter oder vor der Theke oder zappel auf irgendwelchen elektronischen Partys in Köln oder Düsseldorf rum. Dazu bin ich eigentlich immer und überall online und irgendwie kommunikationsgeil.

8. Zeitmaschnine. Wie sieht Dein ideales Ich/Leben in 20 Jahren aus?

Ok, in 20 Jahren bin ich Anfang 40. Rein hypothetisch arbeite ich dann nur noch die Hälfte der Zeit und in der anderen Hälfte geh ich etwas mit meinen Kinder machen und verdiene etwas Geld als Dozent oder Fotograf dazu. Meine Familie und ich leben dort, wo es warm ist. Vielleicht Neuseeland oder Australien – ich bin nicht so der Wintermensch. Großes Ziel: genug Geld gemacht zu haben um mit 50 nur noch Jobs machen zu müssen, an denen ich Spaß hab. Ein Kaffee mit Bar eröffne ich dann auch und da werden nur verrückte Studenten arbeiten, die mich inspirieren können.

9. Mit welchen Alter hast du Angefangen, kreativ zu werden? Und wann hast du es bewusst wahrgenommen?

Laut meiner Mutter war ich schon immer ein bisschen der kreative Querdenker bei uns. Wann ich das wirklich bewusst wahrgenommen hab, kann ich so nicht sagen. Aber bei mir gings mit dem Webkram los, der mir dann einige Türen in die bunte Medienwelt öffnete. Ab da war Fernsehen scheiße.

10.Was war der Tiefpunkt & der Höhepunkt deiner gestalterischen Laufbahn?

2 Designs von mir landeten schon bei CSSMania. Man war ich stolz. Ich finds klasse, wenn ich nach Monaten oder Jahren auf Sachen von mir gucke und ich immer noch zufrieden bin und mir denke, dass ich mich nicht unter Wert verkauft habe. Die Tiefpunkte gibt’s bei mir glaube ich erst, wenn ich auf dem Weg zu Ruhm und Ehre bin – frag mich Anfang 30 noch mal.

11. Deine Seite http://www.martonos.de/ hat ja letztlich ein Redesign bekommen, wieso diese Farben? Welche Idee steckt dahinter?

Die Farben erinnern mich an ein Cover der Neon aus dem letzten oder vorletzten Jahr. Ein schönes Mädchen lümmelt auf einer
Luftmatratze in einem Pool mit super türkisem Wasser. Dazu gabs viel Pink und Weiß. Die Farben sind für mich typisch Sommer
und eben einfach mal etwas anderes. Wahrscheinlich finden Sie die meisten Menschen nicht sonderlich gut, doch es ist einfach
Sommer! Daraus ergibt sich auch der Name des Themes: Summerrevolution (Revolution, wegen den recht großen Bildern und
zweispaltigen Posts).

12.Kannst du uns Einblicke in deine aktuellen Arbeiten geben?

Gar nicht so einfach, im Moment hab ich alle Projekte abgehakt und die waren größtenteils für die Agentur. Letztens hab ich ein
Portfolio für einen Fotografen hier aus NRW gebastelt und ansonsten fotografiere ich viel.martonos-work

13. Wie nimmst du Straßenkunst im allgemeinen war / Gefällt dir es? Was gefällt dir?

In Rostock habe ich einen Großteil meiner Jugend damit verbracht nachts unterwegs zu sein, dabei hab ich viele interessante und verdammt kreative Menschen kennen gelernt. Einige davon zählen heute zu meinen sehr guten Freunden. Dabei gefallen mir vor allem schöne Stencils und Plakate, wie von Banksy oder El Bocho. Sobald ich so etwas unterwegs sehe, bleibe ich sofort stehen und überleg mir was für Spaß die Künstler wohl in der Nach hatten. Streetart ist super.

14.Welche 3 Seiten besuchst Du regelmäßig?

http://www.flickr.com
http://www.cssmania.com
http://www.minimalsites.com

15.Mit welcher bekannten Persönlichkeit würdest du gerne einmal Zusammenarbeiten und an welchen Projekt würdest du dann mit dieser Person arbeiten wollen?

Einmal mit Terry Richards irgendwelchen abgefuckten Stars mit diversen analogen Kameras knippsen, dabei total viel trinken und an strangen Orten wieder wach werden. Top!

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Gründer & Ideengeber von der Farbwolke. Ist ein Fotograf aus Leipzig. Man kann seine gesammelten Werke auf martin-neuhof.com anschauen. Wer mit dem Autor reden möchte kann auch gerne über Facebook Kontakt aufnehmen.

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