Gedanken-Wolke mit Robert Basic

Diesesmal ein prominenter Blogger, der am Anfang 2009 für viel Wirbel mit seinem Blogverkauf sorgte. Die Fragen bezogen sich auf Kreativität, Fotografie und natürlich Buzzriders. Hoffe euch gefallen die Fragen & Antworten.
robert-basic

1. Eigentlich hast du ja einen relativ hohen Bekanntheitsgrad, trotzdem einige werden dich sicher noch nicht kennen, stell dich doch mal kurz vor.
Menschen, die mich nicht kennen, würden mich als arrogant und chaotisch bezeichnen. Menschen, die mich kennen, würden mich als freundlich und chaotisch bezeichnen. Alter ist zwar Schall und Rauch, da ich im Kopf jung geblieben bin, dennoch verrate ich das auch gerne ohne Zier: 42. Mein Soll zur Arterhaltung habe ich mit 2 Kindern erfüllt. Was vor meiner Internetzeit war, ist wenig interessant: Geboren bin ich in Kroatien, anno 1970 nach Deutschland ausgewandert worden, langweiliges BWL-Studium absolviert, dann bei er Deutschen Bank in der IT sieben Jahre Spaß gehabt, 2002 verselbständigt, seitdem begeisterte ich mich von Jahr zu Jahr immer mehr fürs Netz. Angefangen hast mit dem Bloggen. Das ich als perfektes Medium kennengelernt habe, um sich grenzüberschreitend mit Menschen über Gott und die Welt zu unterhalten, Erfahrungen und Eindrücke auszutauschen, wertvolle Freunde gewinnend. Woran ja auch Deine nächste Frage anschließt.

2. Du hast Anfang 2009 deinen Blog versteigert, hast du die „freie Zeit“ genutzt um Energie zu sammeln?
Oh ja, war schon ziemlich nach den fünf rasanten Blogjahren etwas ausgepumpt und leer. Doch ich kann nicht lange still sitzen, obwohl ich ein super fauler Mensch bin, ein merkwürdiger Kontrast. Kurz nach dem Blogverkauf war ich für eine Woche in Florida, mitten im deutschen Winter. Dort schien die Sonne, die Palmen wiegten sich im Wind, herrlich, fantastisch. Neue Menschen, andere Denken, Entfernung kennengelernt. Das hat mich auf das gebracht, was ich eigentlich schon lange im Sinn habe.

3. Was ist deine Lieblingsfarbe? Hat sich diese im Laufe deines Lebens schon mal verändert?
Mittlerweile schwarz. Vorher war es mal braun, blau, rot. Warum Schwarz? Schwarz hat etwas Unerklärliches, nicht Greifbares an sich. Man erkennt keine Formen, es spiegelt nichts wider. Kann durchaus der zunehmenden Erkenntnis entsprechen, der man sich im Leben ausgesetzt fühlt. Je mehr Du erfährst, umso weniger verstehst Du wirklich. Und man lernt die Komplexität aber auch wundervolle Vielfalt zu schätzen und zu bewundern. Ebenso lernt man Dinge zu respektieren, wie sie eben nicht nach dem eigenen Gusto gewachsen sind.

4. Fotografierst du? Falls ja, kann man einige Bilder sehen?
Die Frage ist mir peinlich. Ich bewundere Menschen mit kreativen Fähigkeiten im Bereich Musik, Kunst, Mode, aber auch Fotografie. Es ist fantastisch, wie diese Menschen aus der Umgebung Dinge sehen und mit ihrem Mindset manifestieren. Ich selbst zeige kein künstlerisches Talent, was mir weh tut, denn es ist etwas der wenigen Dinge, die man nicht wirklich erlernen kann. Leider. Man möge mich eines Besseren belehren. Vielleicht sage ich das koketierend, weiß nicht:)

5. Falls du Fotografierst, mit was?
Mit einer popeligen Handycam, die verwaschende Bilder macht. Witzig, mir fällt da die Story mit Maren Fischinger ein. Normalerweise kann man mit diesen Billigcams keine guten Fotos machen. Allerdings hat mir Maren gezeigt, dass ein simple 2 MB Cam von iPhone reicht, um Kracherfotos zu machen. Es gilt also nicht immer “wenn die Ente nicht schwimmen kann, ist das Wasser schuld”:)

6. Ist das Foto für dich zur Massenware verkommen? Trauerst du der analogen Zeit nach?
Hm.. wie soll ich sagen. Das analoge Fotografieren, angefangen von Vorbereitung, Belichtungsmessung, sorgsamer Auswahl der Perspektive bis bin zur eigenen Entwicklung (wenn möglich), hat etwas Zelebrierendes an sich. In meiner Vorstellung. Moderne Digicams verleiten zu schnellen, gedankenloseren Fotografien. Man zelebriert weniger, trainiert aber auch weniger den gesamten Geist, sich mit Fotografie einzulassen. Ich denke durchaus, dass Menschen das haptische Element in allen Phasen gut tut. Auf der anderen Seite, im Zuge der modernen Kameras, die einem alles abnehmen inkl. der digitalen Fotospeicherung, können wir mehr denn je Bilder auf Fotodatenbanken wie Flickr genießen.

7. Buzzriders soll dein neues „Baby“ werden, wie wichtig ist dir dabei das Design? Auf was legst du besonderen Wert?
Ich lege weniger Wert auf “ist das schön”, sondern vielmehr darauf, ob das Design die Message von Buzzriders transportiert. Den Menschen Wohlfühlsein und Neugier vermittelt. Aber auch die Angst nimmt, sich reinzufuchsen. Das Design sehe ich unterm Strich als fleischgewordenes, sichtbares Form-Gerüst von Buzzriders, nicht als Tapete, die auf einer Wand aufliegt und der darunterliegenden Form folgt. Das Design gibt Buzzriders die Form, die Menschen sehen und fühlen. Und es ist damit imho extrem wichtig, da softwaretechnische Produkte eben nicht anfassbar wie physische Gegenstände sind. Eine wie ich finde extrem geile Herausforderung, Menschen im Bauch anzusprechen.

8. Du hast für dein Projekt „Buzzriders“ ein Logo-Wettbewerb gestartet. Wie wichtig ist dir dabei die Transparenz? Wie bist du auf die Idee gekommen?
Das ist einfach und kompliziert. Ich wollte und will kein Abenteuer alleine für mich starten. Ich habe es stets als großartig empfunden, wenn Menschen etwas gemeinsam schaffen, was ich erhebend finde. Wenn man aber dergestalt arbeiten will, ist Transparenz oberstes Gebot. Wie sonst sollen die Menschen wissen, für was oder wen sie sich einsetzen, ihre Zeit opfern und Begeisterung investieren?

9. Aus was ziehst du deine Inspiration?
Das ist weder linear noch eindimensional. Manchmal ist es ein Traum, dann ein kurzes Erlebnis in der Realität, ein Gespräch, ein Wort, ein Blick, eine Farbe, ein Geruch, ein Gebäude. Unmöglich das festzuhalten. Um das aber zu sammeln und zu verarbeiten, ziehe ich mich idR an einen grünen Ort in der Natur zurück (btw, daher mein Nick RobGreen). Wo ich alleine sein kann.

10. Was bedeutet für dich Kreativität?
Kreativität ist für mich etwas Wundervolles. Es ist schier unglaublich, wie vielfältig die Kreativität von Menschen ist. Manchmal entstehen völlig neue Dinge, die ein Stück weit die Menschheit auch voranbringt. Ohne Kreativität müsste die Gesellschaft zu einer Art starrem Gebilde verkommen.

11. Du hörst gerne Musik, welches Video ist für dich besonders gut gemacht?
Es ist erstaunlich, aber wahr. Die MTV Zeiten sind für mich vorbei, heute schaue ich mir Videos an, um die Musik zu hören, weniger um das visuelle Element zu inhalieren. YouTube-Generation? Wenn ich mir aber schon Videos des Visuellen wegen anschaue, dann gerne Live-Videos von Konzerten!

12. Wenn du auf eine einsame Insel müsstest, was würdest du mitnehmen?
Um ehrlich zu sein: Ein Notebook mit Akku, das per Solarenergie aufgeladen werden kann. Ein Satelliten-Modem. Ein Satelliten-Handy. Und ein Boot, um von der Insel wieder weg zu kommen:)

13. Wenn du einen Star treffen könntest, welcher würde dich besonders Reizen?
Bin nicht sonderlich Star-bezogen, aber mich würde Madonna interessieren. Die höchst wandlungsfähig ist und seit Jahrzehnten die Musikbranche mit bestimmt.

14. In welchen Unternehmen würdest du gerne mal „Mäuschen“ spielen?
Gar nicht so spektakulär und doch faszinierend: Das japanische Hotel Hoshi Ryokan, das 717 gegründet wurde und immer noch existiert! Irre, welch eine Beständigkeit!

15. Empfehl doch unseren Lesern ein paar Blogs die du noch für unbekannt aber gut hältst.
Ich würde empfehlen, die Blogsearch von Google bzw. Technorati anzuwerfen und passende Stichworte einzugeben;) Um aber mindestens eines zu nennen: Das Mainhattan Girl http://www.mainhattan-girl.de

Tags: , , , , ,


Dieser Artikel wurde von geschrieben.

Gründer & Ideengeber von der Farbwolke. Ist ein Fotograf aus Leipzig. Man kann seine gesammelten Werke auf martin-neuhof.com anschauen. Wer mit dem Autor reden möchte kann auch gerne über Facebook Kontakt aufnehmen.

Hinterlasse uns deine Gedanken-Wolke