Impressionen 101 Helden Ausstellung

Tristan Wo steht mir nur der Kopf? Soviel Arbeit egal ob beruflich oder privat. Man versinkt förmlich in Arbeit. Alles zieht im Zeitraffer an einem vorbei. Obwohl man dann doch ganze gerne mal die Slowmotion starten möchte. Letzten Mittwoch hab ich meine Ausstellung aufgebaut. Ich hab viele Reaktionen erhalten, definitiv mehr als letztes Jahr.

Es ist immer noch ein eigenartiges Gefühl, wenn fremde Menschen vor den eigenen Bildern stehen bleiben und 4-5 Minuten auf ein Bild starren. Man hat das Gefühl sie schauen sich jeden Fehler im Bild genau an. Natürlich hab ich es mir nicht nehmen lassen auch ein paar Besucher meiner Ausstellung zu fotografieren.

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Die Zeit ging viel zu schnell um. Da ich aus beruflichen Gründen selbst nur am Samstag vor Ort sein konnte, hab ich natürlich auch nur ein Teil der Leute mitbekommen die sich die Bilder angeschaut haben. Ich möchte mich an dieser Stelle bei allen Besuchern und Sponsoren bedanken. Ich hoffe irgendwann kommt meine eigene Ausstellung. (Ohne eine Messe im Hintergrund.) Eins hat man eben doch gemerkt, die Menschen sind wegen den Bücher auf der Buchmesse und eher weniger wegen meinen Fotos! 

http://www.101helden.de

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Menschen ansprechen… Aber wie?

Ich bin mittlerweile bei Bild 39 – meiner Leipziger Helden angekommen. Viele mögen das Projekt. Manche finden meine Vorgehensweise falsch. Aber der Großteil bewundert meinen Mut fremde Menschen anzusprechen und nach einen Foto zu fragen. Jeriko hat sich letztlich auch getraut – ich möchte mit euch meine Erfahrungen der 39 von 101 Helden teilen. Es ist kein Hexenwerk, man brauch einfach nur ein wenig Charme und ein Lächeln im Gesicht. 1-101helden-PunkGirl[1]

Mein erstes Mal…
Natürlich ist man aufgeregt. Ich selbst lief 1-2 Stunden durch Leipzig – Gohlis um endlich mein 1. “Opfer” zu finden. Lucie viel mir schon von weitem auf. Sie ging mit ihrem Hund Gassi, ich rannte ihr bestimmt 300m hinterher um sie dann an einer Kreuzung abzufangen. Sie war äußerst freundlich und war offen für diese Idee.

Ich hatte unendlich viel Glück das gleich die 1. Person die ich angesprochen habe sich ablichten lies. Hätte ich am Anfang 10 Absagen hintereinander bekommen, wäre die Motivation sicher gleich in den Keller gegangen. Vielleicht hätte ich dann auch nie dieses Projekt umgesetzt. Glück muss man bei der Suche nach Gesichtern eben auch haben.

Wie sprichst du die Leute an?
Man legt sich mit der Zeit eine kleine Strategie zurecht. Meine Kamera dürfen die Helden am Anfang nicht sehen, es könnte abschrecken. Ein kleiner im Kopf zurechtgelegter Fragenkatalog hilft. 1. Frage: “Hey, kommst du aus Leipzig?” (Mein Helden sollen ja schließlich alle aus der Stadt kommen, wird diese Frage verneint geh ich meistens auch schon weiter.) Falls die Frage bejaht wird, fange ich von meinem Projekt an zu erzählen. Ich erzähle das Leipzig im Volksmund die Heldenstadt genannt wird und ob sie Lust hätten ein Teil dieses Projektes zu werden. Es dauert auch nur 2 Minuten. Dann zücke ich als erstes meine Visitenkarte. Dann gibt es meistens ein paar Sekunden Stille. Der “Held” überlegt. Ich probiere zu lächeln und beteuere das es nur 3-4 Fotos werden. Fällt die Entscheidung positiv aus, wird dann auch an Ort und Stelle das Foto gemacht. Dann wähle ich mit dem neugeborenen Held schon das Foto für die Webseite aus.  Meist probiere ich die Leute noch in ein kleines Gespräch zu verwickeln um zu wissen was die Menschen an dieser Stadt Leipzig so mögen.

027-101helden-Bianca[1]

Wie gehst du mit Absagen um?
Es ist ungünstig Menschen zu stören. Sind die Leute in einem Gespräch störe ich dort auch nicht. Telefoniert ein Mensch, spreche ich ihn auch nicht an. Schlendert eine Person aber seelenruhig durch die Stadt ist er ein guter Kandidat für mich. Trotzdem holt man sich öfters eine Abfuhr ab. Gerade bei älteren Personen ist es meist schwierig vertrauen aufzubauen. An einen Tag hab ich geschlagene 15 Frauen mit grauen Haaren angesprochen, teilweise Rentner die es sich auf einer Parkbank gemütlich gemacht haben. “Internet?” “Hat das was mit Google-Streetview zu tun?”. Da lässt sich schwer was machen, außer es weiter zu probieren.

Macht dir das Projekt auch nach 4 Monaten noch Spaß?
Es ist interessant wie sich meine Wahrnehmung auf das eigene Projekt verändert hat. Am Anfang wollte ich fast jeden Tag ein Bild bringen. Durch meinen neuen Job und die Jahreszeit sehe ich es mittlerweile sehr entspannt. Das nächste Bild kommt dann, sobald ich Lust habe. Ich möchte mich nicht Stressen. Es bleibt für mich ein Projekt um mich selbst auszuprobieren, verschiedene Styles in der Bearbeitung und des Portraitierens zu zulassen. Man lernt enorm viele unterschiedliche Menschen kennen, mit manchen hält man sogar länger Kontakt.

Wie sprecht ihr die Menschen an?

Traut euch. Es wird mit der Zeit auch immer leichter.

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Neues Projekt: 101helden.de

Endlich hab ich dieses Projekt aus der Taufe gehoben. Es war eigentlich schon lange überfällig, aber jetzt ist es so weit. 101helden.de ist online. Ich wünsch mir von euch Kritik & Feedback.

1-101helden-PunkGirl[1]

Hier ein kleiner Text darüber, wie es dazu gekommen ist:

Mir ist bewusst dass ich nichts Neues erfunden habe. Diese Idee trage ich trotzdem seit über 1 1/2 Jahre in meinem Kopf herum. Ich fotografiere sehr oft Modelle und Menschen. Die Situation ist künstlich. Man trifft sich um Fotos zu machen. Daher wollte ich für mich selbst, ein kleines Gegenstück erschaffen. Etwas was man nicht planen kann, was vollkommen spontan entsteht. Ich möchte auf unbegrenzte Zeit 101 Leipziger Bürger fotografieren. Spontan. Auf der Straße.

Warum 101helden.de ?

Helden?

Leipzig wird im Volksmund öfters die Heldenstadt genannt. Durch die Wende 1989 wurde dieser sowjetische Begriff auch im Bezug auf die “Leipziger Freiheit” geprägt. Durch den Mut der Leipziger auch Helden genannt. Ich möchte die Helden des Alltags aufnehmen. Jeder ist ein Held, in dem was er macht und wie er es macht.

101?

Ich möchte daraus kein endloses Projekt machen, ich möchte ein Ziel vor Augen haben. 100 Leute egal ob Alt oder Jung ob Mann oder Frau, hier soll alles seinen Platz finden. Ein Querschnitt. Eins steht schon fest: Der 101. werde ich sein.

Bedingung?

Die Menschen müssen in Leipzig wohnen. Dabei ist es mir egal ob sie in Leipzig geboren wurden oder vor einiger Zeit nach Leipzig gezogen sind. Ob sie schon 20 Jahre oder 1 Monat in Leipzig leben, soll auch egal sein. Leipzig – JETZT! Ist die Devise.

Gibt es so etwas nicht schon?

Ja klar gibt es so etwas schon. Gerade der Hamburger Markus Schwarze überzeugt mit seiner täglichen Arbeit. Die Leute, die Berliner fotografieren machen auch einen guten Job. Trotzdem ist Hamburg & Berlin nicht Leipzig. Es soll mir Spaß machen. Klar wird es einige geben die sagen “du kopierst ja”. Aber wie soll man bitte Menschen kopieren?

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