Hosen runter!
Manchmal fühl ich mich ganz klein. Eine kleine Schraube im System, entweder funktioniert man oder man bleibt stehen. Dann wirst du von allen Seiten belächelt und sie gehen an dir vorbei. Ich bin seit Februar, Arbeitslos (Chef hat Insolvenz angemeldet), probiere mir eine kleine Selbstständigkeit aufzubauen und habe Zeit. Zeit, die man probiert produktiv zu nutzen. Ich schreibe viele Blogeinträge, hab aber ständig Angst das die Qualität nicht reicht. Ich probiere einige Kontakte aufzubauen, was aber auf Dauer extrem anstrengend sein kann. Ich mache 100 kleine Dinge, die irgendwann einen Sinn ergeben sollen. Meine erweiterte Bekanntschaft, versteht nicht was ich mache und schickt mir wöchentlich irgendwelche Stellenanzeigen die sie in der lokalen Presse gesehen haben, nein ich fange keinen Job in einem 500 Seelendorf an . Nein ich ziehe auch nicht aus meiner Heimatstadt Leipzig weg. Jobs gibt es, es ist mir bewusst, nur gerade nicht viele und nicht gerade hier.
"Hey Martin, du musst doch flexibel sein, so ist doch unsere Zeit heute. Geh nach München, geh nach Hamburg oder geh nach Düsseldorf." Nein, hier hab ich mein Leben gelebt, hier bin ich mit jeder Ecke verwurzelt, nein ich kann hier nicht weg, ich hab es 2008 schon einmal probiert und bin grandios gescheitert.
Dann höre ich sogar, vor ein paar Tagen, das in Australien ein Job auf mich warten würde für 25$ die Stunde / 10 Stunden am Tag. Dann kommt man ins Grübeln. Denkt an das viele Geld, denkt daran was man damit anstellen könnte. Es pocht im Hinterkopf, es kribbelt regelrecht. Dann denkst du an deine Familie, an deine Freundin, an deine doch gerade sehr tolle WG und man merkt regelrecht wie die Verzweiflung in einen hochklettert. Man presst sich die Hände ins Gesicht und kann einfach nicht mehr. Man fühlt sich Leer. Zu viele Niederlagen in der letzten Zeit. Zu viele kluge Ratschläge, von Leuten die mich nicht kennen. Dann kommt noch das Klischee denken, meiner Verwandten hinzu… "Du kannst mich doch mal zum Mittag besuchen kommen, 12 Uhr? Oder schläfst du da als Arbeitsloser noch?" Die negative Energie staut sich bis zum Hals auf und wird dann an den falschen Stellen herausgelassen. Man wird ungerecht, kann nicht mehr zwischen gut und negativ unterscheiden, neigt zu Kurzschlussreaktionen, man denkt zu wenig nach.
Nein ich möchte keiner goldenen Ananas hinterherjagen, ich möchte…





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