LE.View mit Thomas Wagner
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Hey Martin, ich bin der Thomas. Genau genommen bin ich Thomas Wagner und geborener Leipziger. Falls jetzt jemand gerade Google anwirft und nachschaut, ich bin NICHT der von Unister, habe aber trotzdem mit Internet und Medien zu tun. Seit 1999 bin ich mit meinem Geschäftspartner Dietmar Klabes selbstständig und unter der Firma mi-service.de (Abkürzung für Marketing Internet Service) tätig. So tolle Begriffe wie Online Marketing, Social Media, SEO, etc. waren damals noch nicht so in, aber genau in dem Bereich bewegen wir uns als „Micro-Full-Service-Agentur“ (der Begriff kommt nicht von mir, sondern ist letztens bei einer Grillrunde unter lauter Online-Marketing-Leuten in Berlin entstanden).
Was begeistert Dich zur Zeit?
Das ist mal eine gute Frage. Ich bin gar nicht so leicht für neues zu begeistern, da ich mit dem ganzen „alten“ was mich begeistert genug zu tun habe. Spaß bei Seite. In Sachen Musik, Kunst und Kultur bin ich wirklich sehr eingefahren. Ich selber zähle mich als Musikkonsument in den Bereich EBM, Elektro und (natürlich) dem Leipziger Intelektro (Jetzt dürft Ihr mal nach „intelektro leipzig“ googlen). Als Bücher lese ich alles was mir vom Klappentext her spannend erscheint. Aktuell habe ich da Daemon von Daniel Suarez in der Hand. In dem Buch geht es um Computer, Hacker, Künstlicher Intelligenz. Das Buch wird gerade ein wenig von der Realität begleitet und erhält durch den Bundestrojaner eine interessante Beifärbung. Ein Lesetipp für alle Computernerds. Sonst noch? Na das Internet. Das begeistert mich immer. Alles neue, verspielte, Interessante. Sowohl beruflich auch als privat verbringe ich viel Zeit damit. Und wenn dann noch Zeit ist, widme ich mich einem meiner Lieblingshobbies: dem historischen Fechten. Ja, so richtig mit Schwertern aus Metall.
Seit wann bist du im Internet aktiv und wie hast du es geschafft dir dort deine Existenz aufzubauen?
Wie schon oben vorweggenommen bin ich seit 1999 mit dem Internet verheiratet. Meine ersten Schritte mit Computern habe ich mit aus Robotron-Ersatzteilen gebauten Computern gemacht. Das muss Mitte der 80ziger Jahre gewesen sein. Meine erste Internetseite habe ich 1997 programmiert. Das war damals schon ein Shopsystem. Da bin ich heute noch stolz drauf. Meine Existenz habe ich mit durch Hartnäckigkeit, Ehrlichkeit und eine Portion Naivität aufgebaut. Dabei hat mir mein Studium natürlich geholfen. So als Diplomwirtschaftsingenieur (FH) bekommt man einfach die unternehmerischen Basics mit. Der Rest ist harte Arbeit und viel Glück, gute Kunden und (vor allem) gute Arbeit.
Sobald man sich mit der Leipziger Kreativszene auseinandersetzt kommt man um den Verein “Kreatives Leipzig” nicht herum, was macht dieser Verein und was ist dort deine Funktion?
Ich fange mal mit meiner Funktion an. Ich bin dort der Mensch für‘s Geld, auch Kassenwart genannt. Ich sorge dafür, dass wir als Verein nicht über die Stränge leben. Als Vorstand helfe ich mit, dem Verein die richtige Richtung zu geben. Und da wären wir beim „was macht dieser Verein“. Kurz und bündig gesagt, bündelt er Kräfte um der sehr kleinteiligen Leipziger Kreativwirtschaft eine Stimme zu geben. Sowohl gegenüber der Stadt und den Ämtern, aber auch gegenüber potentiellen Auftraggebern. Wer mehr wissen will, schaut doch mal unter www.kreatives-leipzig.de, besucht uns beim Klub Analog oder mich beim WebMontag.
Was für weitere Projekte betreust du?
Wie wichtig ist dir dabei die Gestaltung der Webseiten?
Wir betreuen ein Portfolio von Kundenwebseiten. Angefangen bei gemeinnützigen Projekten wie die Schmetterlingskids (www.rt-schmetterlingskids.de) bis hin zu Onlineshops und ganzen Warenwirtschaftsystemen. Dies Kunden betreuen wir nicht nur in Bezug auf Programmierung sondern kümmern uns auch um die Einbindung in vorhandene Marketingkanäle und Aktionen. Auch wenn wir selber nicht Layouten (das können Mediengestalter und Grafiker viel besser), haben wir natürlich ständig mit Layout zu tun. Und hier ist der Geschmack sehr verschieden. Wir achten darauf das Layout und Benutzbarkeit (oder Usability in Neudeutsch) Hand in Hand gehen. Da bremsen wir Grafiker auch schon mal aus.
Was würdest du einem Kreativen vorschlagen der sich im Web positionieren möchte? Auf was würdest du Wert legen?
An einer Internetseite kommt man im Internet wohl nie vorbei. Also empfehle ich die auf jeden Fall. Ob das ein Blog, eine klassische Seite, eine Facebookpräsenz oder sonst was ist, mache ich vom Mensch und vom Thema abhängig.
Grundsätzlich zählt nur Ehrlichkeit, Echtheit und Vertrauen. Kann ich das nicht transportieren, funktioniert es auf Dauer nicht.
Du betreust ja auch den monatlich stattfindenden Webmontag in Leipzig. Was behandelt ihr dort für Themen und worum geht es bei einem Webmontag überhaupt?
Der Webmontag ist eine tolle städteübergreifende Veranstaltung, die 2005 in Köln ihren Anfang genommen hat. Ziel ist es Menschen zu verbinden, die das Internet gestalten und die, die es konsumieren. Seit Oktober 2010 kümmere ich mich im Auftrag des „Kreativen Leipzig“ darum und versuche regionale Internetthemen auf den Tisch zu bekommen (Upps. Dann haben wir ja am 17.10.2011 einjähriges). Wir wollen also nicht die große weite Welt, sondern das regionale Netz zeigen. So geben wir aktuell Leipziger Bloggern die Chance sich der „echten“ Welt zu stellen und ihre Blogs und ihre Intentionen und Beweggründe vorzustellen. Wer also Lust hat, meldet sich bei mir!
Zwei komplett unterschiedliche Dinge in einer Frage. Ich fange mal mit dem leichtesten Teil an: Leipzig = Heimat! Punkt. Ich liebe diese Stadt, die Menschen, das Flair. Die Web-Szene ist kompliziert, vernetzt, verstritten, kleinteilig, großartig, kleingeistig. Irgendwie alles. Es gibt viele viele kleine Unternehmen und ein paar Große. Die Preise macht sich die Szene selber kaputt und jammert laut oder auch leise. Ich würde sagen, die Szene ist ganz normales „Business as usual”.
Wir haben eine Kategorie mit dem Namen „Inspiration finden“ auf Farbwolke, aus was ziehst du deine Inspiration?
Aus meiner Umwelt. Aus meiner Familie, meiner Freundin, meinen Freunden. Aus Menschen mit denen ich mich umgebe, die mir ehrlich sagen wie Scheiße oder wie gut ich bin. Ich freue mich über das Lob meiner Kunden und auch über Kritik.
Und natürlich ist das Internet ein stetiger inspirierender Begleiter.
Was für Menschen beeinflussen dich und mit welcher Persönlichkeit würdest du gerne einmal zusammen arbeiten?
Ich glaube Menschen beeinflussen mich eher unbewusst. Ich habe in dem Sinn kein Vorbild. Ich sehe zu Menschen auf, von denen ich lernen kann, die mich Vordern. Ich brauche Reflektion und Widerspruch. Ich denke das bringt mich weiter. Ein Projekt an dem ich gerne und unbedingt mitarbeiten würde, hätte bestimmt was mit „Beamen“ zu tun, denn das nervige herumfahren und herumlaufen nervt!
Kontakt zu Thomas Wagner?
www.mi-service.de
twitter.com/miservice
facebook.com/thomaswagnerleipzig







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