Warum fotografiere ich?
Zoomyboy.com wirft da eine Frage auf, die ich sehr interessant finde. Dabei eröffnet er eine virtuelle Stammtisch-Runde und fragt uns, warum wir fotografieren.
Meine Art der Fotografie hat sich gewandelt.. Ich hab vor 9 Jahren meine 1. Kamera zu Weihnachten geschenkt bekommen. Damals eine Olympus mit 1,3 Megapixeln. Ich war in meinem Umfeld der 1. der überhaupt Digital fotografiert hat. Es war für alle unverständlich das man sich das Bild “sofort” auch ohne Polaroid anschauen kann. Ich hab ganz einfach meinen Alltag festgehalten. Hab sehr sehr viele Partys fotografiert und diese dann auf meiner privaten Webseite Online gestellt. Das war unter meinen Freunden sehr beliebt und ab diesen Zeitpunkt war die Kamera auch mein ständiger Begleiter, zumindest am Wochenende.

Gleichzeitig hab ich damit angefangen Webseiten und diverse Grafiken zu basteln. Das konnte man nun mit der digitalen Knipse sehr gut miteinander verbinden. Alles wurde vermischt und geremixed bis zum erbrechen. Dabei hat sich dann ein aktueller “Style” herausgeformt, den ich noch heute in mir trage. Vor ein paar Jahren legte sich dann mein Vater eine digitale Spiegelreflex zu. Diese entführte ich dann immer häufiger um dann “richtig” zu fotografieren. Ich nahm mir für ein Motiv Zeit, bis ich mir irgendwann selbst eine Canon 400d anschaffen konnte und dann kamen diese magischen Momente die mich bis heute nicht mehr loslassen.
Sobald man einen Menschen fotografiert und er es auch zulässt, kommen Momente zustande die mich innerlich berühren. Sag ich einem Model “schau mal traurig” und sie transportiert dieses Gefühl so stark das man fast anfangen könnte zu weinen, hat man einen Augenblick fotografiert der einmalig ist. Ich mag es weniger Gegenstände zu fotografieren, ich muss Leben auf dem Bild haben. Ein Auge ist der Spiegel zu unserer Seele und diese Seele als Fotograf von anderen sehen zu können ist das größte Geschenk was man mir geben konnte. Warum ich aber fotografiere? Weil es Spass macht, weil ich damit Menschen darstellen kann die ihr innerstes nach aussen kehren. Weil manchmal eben doch nur ein Foto bleibt…
Ich widme diesen Beitrag meinen verstorbenen Opa Fritz Gahlbeck, der selbst Fotograf war und ich sicher etwas von ihn in mir drin hab, leider konnte er meine aktive Fotografie-Zeit nie miterleben.
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marten, 6. November 2009, 11:09
Es ist gut das du diese Leidenschaft weiter trägst, dass ist eigentlich das beste was du tun kannst. Für mich ist Fotografieren, Erinnerungen festhalten, Momente festhalten. Es begann mit meiner Lomo Fisheye und einer recht guten Panasonic. Der Moment ein entwickeltes Foto in den Händen zu halten und sich an genau die Situation des Entstehens und an die Menschen die auf dem Bild abgelichtet sind zu erinnern, zählt zu den schönsten in meinem Leben. Egal ob Party oder einfach ein schönes Portrait. Ein Foto, digital oder analog auf dem ein Gefühl abgelichtet ist, ist doch der schönste Lohn für all die so gern gemachte Arbeit.
Jedes Foto war es wert den Ablöser zu drücken, egal ob unscharf, über oder unterbelichtet, denn wir haben mit dem Zeitpunkt des Auslösens beschlossen das der Moment es wert ist festgehalten zu werden.
Manchmal schaue ich mehrere Minuten lang auf ein Foto und kann die Luft einatmen, die Stimmen hören und die Gefühle fühlen, die man auf dem Bild erst mit der Erinnerung sieht.
Fotografieren ist glaube ich eines der schönsten Leidenschaften der Welt. Das weißt du, das weiß ich, das wissen Millionen Menschen da draußen und das wusste auch dein Opa