Wieviele Fotos werden von euch gelöscht?

the roof is on fireGestern war ich Gast auf einer Party. Dort kam das Thema auf. Wieviele Fotos benutzen wir am Ende wirklich und welche wandern gesichert auf die Festplatte bzw. werden gelöscht? Ich hab von einigen Fotografen gehört, die 2000 Fotos pro Shooting machen und dann höchsten 5 Fotos weiterverarbeiten. Wieviel Ausschuss produziert ihr? Ich selber mache bei einen 1-2 Stündigen Shooting 200 – 300 Fotos. Davon verwende ich meistens 5-10 Fotos. Von diesen 200-300 Fotos kann ich auch so ca. 10-20 löschen, da sie im nachhinein nicht das gewünschte abbilden. Bleiben also ca. 170 Fotos, die einfach archiviert werden und dann eher selten bestaunt werden.

Nun frag ich mich, ob ich dadurch ein schlechter “Fotograf” bin, da ich nur 5-10% der Fotos wirklich nutze. Fehlt mir dann vielleicht eben doch ein fotografisches Auge? Gibt es Leute die nur 10 mal auf den Auslöser drücken und dann alle Bilder weiterverwenden? Ihr seht ich stelle sehr essentielle Fragen, die mich gerade beschäftigen und über die ich gerne mit euch diskutieren würde. 

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Gründer & Ideengeber von der Farbwolke. Ist ein Twitter-Fan und mag es Fotos zu machen. Man kann seine gesammelten Werke auf martin-neuhof.com anschauen. Wer mit dem Autor reden möchte kann auch gerne über Facebook Kontakt aufnehmen. Gefallen dir diese Beiträge und du möchtest dem Autor vielleicht eine kleine Überraschung machen? Dann schau doch mal bei seinem Amazon.de Wunschzettel vorbei.

16 Kommentare:

  • Peter Muth sagt:

    Mir geht es ähnlich. Bei einem Shooting mit 200 Bildern, werden erst mal 10% gelöscht (unscharf, überbelichtet, Augen zu etc.) Der Rest schimmelt dann auf der Festplatte, obwohl man eine “best of” Auswahl von 20 – 30 machen könnte. Könnte ja sein, dass man sie noch mal braucht :-) Der Kunde bekommt dann meist nicht die besten, sondern alle und sucht selber aus.

  • Foto-Chaotin sagt:

    Also bei mir ist es ähnlich. Wobei ich mittlerweile bei einem Foto-Shooting nur noch zwischen 100 und 200 Bilder mache. Ich brauche recht lange bis ich auf den Auslöser drücke. Das ist manchmal etwas anstrengend für die Models denn umso länger müssen sie die Pose halten! ;)

    Ich lösche alles was gar nix geworden ist, also zB wo die Blitze nich ausgelöst haben oder ich nich ordentlich fokussiert habe. Das hält sich meistens bei so 10-20 Bildern, je nachdem.

    Bearbeitet und hochgeladen werden bei mir dann zwischen und 5 und 20 (je nachdem wie ergiebig das Shooting war und wieviel Lust ich habe, mich mit dem Thema in diesem Moment weiter zu beschäftigen), alles andere landet im Archiv.

    Allerdings gehe ich auch immermalwieder durch meine Archive durch und mir fallen Bilder auf, die mir kurz nach dem Shooting gar nicht ins Auge gefallen sind! ;) Dafür ist es ja ein Archiv.

    Ergo: ich denke, viele Fotografen arbeiten so und ich glaube nicht, dass wir wegen diesen Zahlen zu “schlechten” Fotografen werden. Ich denke, die digitale Fotografie bringt es einfach mit sich, dass viel fürs Archiv geschossen wird, denn die Bilder sind ja nicht mehr so “teuer” wie in der analogen Fotogafie. (Und auch da wird ein Profi-Fotograf sicherlich nicht jedes Bild, das auf dem Film ist, veröffentlichen)..

    Just my two cents! ;)

  • bee sagt:

    Die Fotomenge pro Shooting/Ausflug ist bei mir ähnlich. Die Ausbeute an guten Fotos auch. Wenn ich bei einem Shooting so 5-10 richtig gute Bilder hinbekomme (nicht “perfekt”, aber schon “damit bin ich gut zufrieden”) – dann ist das eine gute Ausbeute.

    In meinem Löschverhalten allerdings bin ich etwas anders als du und meine Vorredner.

    Wenn es eine “Auftragsarbeit” ist (z.B. Kinder von wem), dann bekommt der “Auftraggeber” schon alle Fotos, die was geworden sind. Anschließend – und nach allen Shootings, bei denen keiner auf die Bilder wartet – wird gelöscht!

    Verwackelt, unscharf – klar, weg.
    beinahe identische Bilder – eins behalten, Rest weg.
    Bilder, die nicht das ausdrücken, was ich sagen wollte, oder die auf dem Bildschirm einfach nicht wirken – weg.

    Insgesamt lösche ich je nach Shooting 20 bis 90 Prozent der gemachten Fotos. Die 90 Prozent schaffe ich aber nur, wenn ich im Makrobereich ohne Stativ unterwegs bin.

    Auf jeden Fall bin ich da ziemlich radikal. Ich möchte einen Ordner aufmachen und darin nur Bilder haben, die ich zumindest “ganz gut” finde. Und was sollte ich auch mit mittelmäßigen Bildern machen, wenn direkt nebenan ein deutlich besseres Foto ist?

  • Reiner sagt:

    Mir geht es auch nicht anders. Absoluter Schrott wird gleich gelöscht, der Rest wird archiviert. Davon kann ich dann 5 – 10 % gebrauchen.
    Bei der Panoramafotografie nehme ich aber zwischen 80 und 90% der fertigen Panoramen. Das liegt wohl an der besseren Vorbereitung, die Verwendung eines Stativs ist eh klar.

    Gruß, Reiner

  • thoma w. sagt:

    ich kenne das thema auch. sowohl aus sicht des models und des fotografen. aber ich denke alles was um die 200 fotos pro fotosession kommt, ist in einem guten grundbereich. und wenn dann daraus 5 bilder wirklich passen ist alles ok.

    ich habe aber auch schon anderes gesehen. 45 minuten shooting und dabei knapp 400 bilder. da war dann zufällig auch mal ein gutes dabei. das ist dann aber geknippse.

    natürlich hat das digitale zeitalter alles geändert. ich kenne auch noch fotografen die (auch digital) nur 20 bilder machen und davon dann 10 top sind.

    ich merke nur immer, je genauer der fotograf das ergebnis vor augen hat, desto weniger bilder muss er machen und desto geringer ist der ausschuß.

  • Die Gesamtzahl der Aufnahmen hängt ja entscheidend vom Motiv ab. Ich hab mir angewöhnt bereits beim Shooten direkt vor dem Auslösen zu fragen: “Lohnt es sich gerade wirklich?” Immerhin schaffe ich es damit auf einen Nutz-Satz von etwa 30%
    Eine gute Schule ist da der zwischenzeitliche Wechsel ins analoge Lager mit 36 Bildern pro Film… da überlegst Du Dir genau, ob sich das Auslösen gerade lohnt.
    In diesem Zusammenhang fällt mir immer wieder der der Spruch von Jim Rakete ein: “Mit ner analogen Kamera hältst Du 36 mal die Welt an – mit ner Digitalen beschleunigst Du sie…”

  • Markus L sagt:

    Ich versuch auch meist weniger fotos zu machen, im allgemeinen gelingt mir das ganz gut. Aber wie viele schon sagen ist es dank der digitalen welt möglich einfach viel zu behalten… sicherlich gibt es jede mänge fotografie-messis wozu ich mich teilweise auch zu zähle, aber alles wird eben nicht behalten. ich würde aber auch unterscheiden in welche beziehung man mit den fotos steht oder halt was die fotos für einene bedeuten.

    das zitat von J. Rakete ist klasse, danke!

    lg
    markus

  • Jana sagt:

    Bei mir fängt das Löschen schon während des Fotoshootings an. D.h. in den Pausen gehe ich die Fotos am Display schon einmal durch und lösche. Das Verhalten ist aber auch damit begründet, da sich bis vor kurzem nur einen 4GB Chip hatte und man mit RAW da nicht sehr weit kommt.
    Nach dem runterladen wird ein 2. Mal gelöscht. Alles was unscharf ist oder mir gar nicht gefällt.
    Dann war es das aber auch schon. Wenn ich zwischendurch mal viel Muße habe, lösche ich ein 3. Mal, sodass nur die “Besten” Fotos bleiben, doch diesen Schritt schaffe ich meistens nicht.

    Ein Beispiel für meine Ausbeute. Für mein letztes Projekt habe ich insgesamt 600 Fotos an 2 verschiedenen Tagen gemacht. 84 sind in die engere Wahl gekommen und 17 werden veröffentlicht.

  • Mario sagt:

    Willkommen im Club oder soll ich sagen im digitalen Zeitalter… :-)
    Genau das ist das “Problem”, da wir “unbegrenzt” abdrücken können, gehen wir nicht mehr ganz so sorgfältig mit der Einstellung bzw. Motivauswahl um… Endresultat mehr “Abfall”.

  • Martin Wolf sagt:

    Vor kurzem las ich noch, dass es ein großes Geheimnis von Profifotografen ist, wieviel, bzw dass sie Unmengen an Ausschuss produzieren und eben nur einen geringen Teil, nämlich die absoluten Knaller zeigen.
    Bei mir selbst wechselt das extrem stark.
    Wenn ich umherlaufe mit der Intention nachher eine kleine Reihe zu zeigen, ist die Quote der verwendeten Fotos viel viel höher als wenn ich losziehe mit dem Gedanken ein oder zwei schöne Fotos vom Sonnenuntergang zu machen. Da bleibt vielleicht auch nur ein Fotos aus 1500 Stück übrig.
    Gestern zum Beispiel wollte ich einfach den Tag/Ausflug schön dokumentieren, da habe ich 32 Fotos geschossen und zeige davon 6 Stück im Blog. Wirkich löschen tue ich nur die absoluten Krücken. Auch wenn ich eigentlich viel mehr löschen könnte, weil die eh niemand zu Gesicht bekommt.

  • Foto-Chaotin sagt:

    @Mario
    Ich würde nicht sagen, dass alles in meinen Archiven Müll oder Abfall ist.. Ich sehe das eher so, dass ich mich zu diesem Zeitpunkt nicht damit beschäftigen will bzw. es gefällt mir in diesem Moment einfach nicht. Das hindert mich aber nicht daran, meine Archive später nochmal durchzugehen und im vermeintlichen Abfall Schätzchen zu entdecken.

    @all
    Und genau deswegen würde ich niemals auf die Idee kommen, Bilder, die ich archiviere und nicht hochlade zu löschen. Ich denke nicht, dass sie unbedingt von schlechterer Qualität sind sondern dass ich einfach noch nicht für sie bereit bin…

  • Mario sagt:

    @foto-chaotin
    ich habe nicht gesagt, dass Archive Abfall sind, sondern, dass wir im digitalen Zeitalter leichter Müll produzieren..
    ich handhabe es ähnlich, allerdings würde ich es nicht so formulieren “…ich bin noch nicht bereit für sie” sondern einfach nur Reizüberflutung. ;-)

  • Naja ich mach es auch oft so, erst schau ich mir die Fotos an dann bearbeite ich die Bilder die mir sofort ins Auge stechen. Dann aber ein paar Wochen später schaue ich sie schon unter einem ganz anderen Blickwinkel an und entdecke da noch die ein oder andere Perle. Deswegen lösche ich meist echt nur den größten Unfug.

    Aber Leute die 2000 Bilder pro Shooting machen brauchen dann ja echt eine Menge Speicherplatz. Mein Problem ist eher, das ich mich in der analogen Welt kaum auskenne und daher mich keine Materialkosten interessieren also man drauflos-knipst. Der größte Teil eines Shootings wirkt dann aber eher wie Abfall.

    Was irgendwie sehr komisch wirkt, für mich für andere. “Hey du machst 300 Bilder davon sind nur 10 Super und nennst dich “Fotograf”".

  • Hochitom sagt:

    Also ich mache pro Fußballmatch ca 500 – 600 Bilder, wovon ca 20-30 fürs Internet verwendet werden und 3-4 an die Zeitung weiter geschickt werden. Gelöscht werden bei mir nur Testfotos oder unscharfe Bilder. Der Rest bleibt auf der Festplatte, werden aber nurmehr selten bis gar nicht betrachtet.

  • Martin sagt:

    Also bei mir sind es meistens so um die 50-100 Bilder, die ich am Stück mache, wovon dann so um die 20 weiterverwendet werden. Gelöscht wird bei mir eigentlich nie was. Ich setze Markierungen, welche Bilder ich nutzen möchte und erstelle mir daraus dann einige Stapel, so dass es da recht einfach ist, den Überblick zu behalten.

    Einzige Ausnahme war letztens ein Hunderennen, bei dem ich über 2000 Bilder zusammenfotografiert habe, wovon dann etwa 100 so waren, dass sie mir gefielen und davon wiederum habe ich 9 Bilder hochgeladen. Den Rest durfte meine Freundin verbraten, wie sie lustig war.

    Im Normalfall mach ich mir aber schon vorm Fotografieren so viele Gedanken zum Motiv, dass der “Ausschuss” sich in Grenzen hält.

  • Zehn Prozent verwertbare Aufnahmen sind schon ein guter Schnitt. Wobei ich schon merke, dass der Anteil des kompletten Auschusses im Laufe der Zeit weniger wird.
    Ansonsten bin auch auch jemand, der die 90 Prozent “so lala bis ganz in Ordnung Bilder” auch nicht so richtig löschen kann. Man weis ja nie und die virtuellen Papierkörbe…äh… Festplatten werden auch immer größer.

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